Lokales FD 31.03.2025

Bürokratie-Wahnsinn: DRK Marbach wartet immer noch auf Zulassung

Marbach (fp) – Was lange währt, wird endlich gut: Das mussten die Einsatzkräfte des DRK Marbach in den vergangenen vier Jahren hoffen, denn so lange warten sie bereits auf ihr neues Katastrophenschutzfahrzeug. Durch massive behördliche Probleme verzögerte sich die Indienstnahme des Wagens immer wieder, doch am Samstag konnten sie es zumindest einmal offiziell machen. Jetzt fehlen nur noch die Zulassung und einige Funkgeräte.

Gemeinsames Durchschneiden des Bandes mit Bürgermeisterin Claudia Brandes (dritte von rechts) und vielen Vertretern des DRK. Fotos: Felix Pillat

Stolz wird das neue Fahrzeug präsentiert. Es fehlt aber immer noch die Zulassung auf dem Nummernschild.

Das große Bangen des DRK Marbach hat nun endlich ein Ende gefunden. Zumindest fast – denn ganz bereit ist das neue Einsatzfahrzeug noch nicht. Doch von vorne: Bereits 2021 hätte die Rettungswache mit der Planung dafür begonnen, berichtete Johannes Rippert, Erster Vorsitzender des DRK Marbach. Damals herrschte noch Corona und die Flutkatastrophe im Ahrtal war ganz frisch. „Wir haben in unsicheren Zeiten gehandelt und ein Konzept erarbeitet, welche Maßnahmen wir umsetzen möchten“, erklärt der Vorsitzende. Mitte 2022 sei dann die erste Bestellung an den Zulieferer „MAN“ herausgegangen. Doch dann passierte lange nichts. „Es hat sich ein bisschen gezogen“, sagte Rippert verhalten genervt und fügte hinzu: „Fast zwei Jahre hat es gebraucht, bis wir es dann hatten.“ Und das auch nur nach einem Mahnverfahren seitens des DRK Marbach Anfang des vergangenen Jahres. „Da hat dann die ‚Edag‘ hier in Fulda das Fahrzeug ausgebaut. Im Oktober 2024 war es dann eigentlich schon fertig“, führt er weiter an: „Aber da waren dann die Funkgeräte und natürlich die Zulassung.“ Erstere sein dann vergangene Woche nachgeliefert, aber auch nur die beiden Fahrzeugfunkgeräte, die vier Handfunkgeräte fehlten immer noch.

Weiter sei es dann mit der Zulassung gegangen, berichtete er: „Am 27. Januar 2024 war der erste Versuch. Die Plaketten auf dem Nummernschild fehlen bis heute.“ Das Problem ging sogar so weit, dass nicht nur die Bürgermeisterin Claudia Brandes mithelfen und sich bei der Behörde erkundigen musste, sondern sogar das Landratsamt eingeschaltet und auf höchster Stelle Kontakt hergestellt werden musste, beschrieb Rippert: „Die haben aber Besserung gelobt. Ich bin guter Dinge, dass wir auf gangbarem Weg sind, das Fahrzeug nächste Woche zulassen zu können.“ Immerhin koste so ein Fahrzeug 130.000 Euro. Die Kosten werden übrigens vom DRK Marbach gemeinsam mit dem Kreisverband selbst getragen. „Das Land bezuschusst uns da nicht“, stellte er heraus.

Zur Indienstnahme-Feier waren einige prominente Gäste vor Ort, die gemeinsam mit den Verantwortlichen symbolisch das Band durchschnitten und Grußworte sprachen. Die Redner lobten die Einsatzkräfte für ihr persönliches Engagement, dieses Fahrzeug möglich zu machen, sowie ihren langjährigen ehrenamtlichen Dienst. „Ich möchte euch danke dafür sagen, dass ihr nicht schon lange das Handtuch geworfen habt“, sagte Bürgermeisterin Brandes und ergänzte: „Lasst euch nicht unterkriegen. Wir brauchen euch und ich bin verdammt stolz, dass es euch gibt.“

Brigitte Wettengel, stellvertretende Präsidentin des DRK-Landesverbandes unterstrich die Wichtigkeit der Arbeit der ehrenamtlichen Helfer und fügte an: „Es gibt seit Jahren keinen Bevölkerungsschutz [im Bereich Katastrophenschutz] außerhalb des DRK.“ Sie sprach sich für die Errichtung von mehr Schutzräumen im Katastrophenfall aus und führte abschließend an: „Lasst uns alles dafür tun, dass wir die Hoffnung am Horizont für die Menschen sind.“

Weitere Grußworte kamen von Christoph Stock, Ortsvorsteher von Marbach, Christian Diederich, Sachbearbeiter im Gefahrenabwehrzentrum, Andreas Lupitz, stellvertretender DRK-Kreisverbandspräsident, sowie dem Kreisverbands-Vorstandsvorsitzenden Christoph Schwab und der Freiwilligen Feuerwehr Marbach.

Am Ende des offiziellen Teils verliehen noch der Bundes- sowie der Landesverband des DRK Ehrenauszeichnungen und Verdienstmedaillen an einige Mitglieder. Danach durften die Gäste eine kleine Stärkung in der Rettungswache sowie den ein oder anderen Sekt genießen.

Indiensstellung des neuen Fahrzeugs in Marbach. Fotos: Felix Pillat