Stadtbaurat Schreiner hatte im Zuge eines Rundgangs des Arbeitskreises „Digitalisierung, Wirtschaft und Verkehr“ der CDU Ende April über die Entwicklung rund um den Fuldaer Bahnhof berichtet. Für den Ausbau und die Ertüchtigung eines neuen ZOB brauche es mehr Flächen als gegenwärtig gegeben, erklärt Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda. Das gelte besonders im Hinblick auf die Steigerung der Haltepositionen für Gelenkbusse. „Grundlegendes Ziel ist es, den Regional- und Fernverkehr der Schiene mit dem inner- und außerörtlichen Busverkehr enger zu vernetzen. Dazu ist ein Heranrücken des ZOB an die Infrastruktur des Bahnhofes Fulda unerlässlich, um kurze, sichere Wege und eine bessere Orientierung zu garantieren“, führt Heller weiter aus. Zudem müsse ein Großteil der jetzigen Flächen des Standortes auch künftig für die Unterbringung des Betriebsablaufes eines modernen ZOB zur Verfügung stehen. Folglich müsse eher von einer Verschiebung und einer Vergrößerung als von einem neuen Standort gesprochen werden, ergänzt er.
In den Planungen mitbedacht wird außerdem die Tiefgarage unter dem ZOB. Der Pressesprecher erklärt hierzu: „Mit Blick auf das abfallende Gelände zwischen Gleiskörpern und der westlich parallel verlaufenden Ruprechtstraße muss ein Höhenunterschied von mehr als einem Geschoss überwunden werden. Es ist sinnvoll, im Hinblick auf die optimale Ausnutzung von Flächen in direkter Bahnhofsnähe und Innenstadtlage diese vertikal mehrfach zu nutzen.“ Daher biete es sich an, im Untergeschoss weiterhin auch Quartierparken, Sharing-Konzepte oder andere Dienstleistungen zur Belebung anzubieten. „Die Nutzungen sollten in jedem Falle zur Attraktivitätssteigerung des Bahnhofsumfeldes führen sowie - ergänzend zu einem neuen ZOB - notwendige Mobilitätsschnittstellen etablieren“, so Heller.
Der neue ZOB solle künftig als neue Mobilitätsdrehscheibe den Wechsel zwischen Verkehrsmitteln in direkter Bahnhofslage und den damit verbundenen Ausbau des ÖPNV begünstigen, beschreibt der Pressesprecher: „So müssen sowohl die Anzahl der Halte- und Wartepositionen gesteigert, als auch die Bewegungsflächen für Nutzer erhöht werden. Dazu zählt auch die direkte barrierefreie Verknüpfung der Bahnsteige über das Bahnhofsgebäude bzw. die Vorplatzflächen möglicher neuer Gleise.“ Benötigt werden ebenfalls ein moderner Witterungsschutz, ausreichende Sitzmöglichkeiten und auch eine zielführende digitale Fahrgastinformation, erläutert er weiter. Durch die Ergänzung einer Mobilitätszentrale könnten störungsbedingte Informationen und deren Lösungen schneller die Fahrgäste erreichen. „Mit der Neukonzeptionierung sollte sich auch die Lage und die Erkennbarkeit im Stadtraum so verbessern, dass die Auffindbarkeit besonders aus Richtung Bahnhofsvorplatz und Bahnhofsgebäude einfacher wird“, gibt Heller an. Stadtklimatisch seien die neuen Flächen so zu gestalten, dass der Überhitzung vorgebeugt und Reisenden ein angenehmeres Umfeld geschaffen wird.
Ursprünglich hatte die Stadt Fulda für den neuen ZOB ein Grundstück von der DB erworben. Da in diesem Bereich aber nun Anschlüsse für Regionalbahn-Linien geschaffen werden sollen, braucht es eine Alternative. Unter Umständen könnte die Stadt auf weitere Flächen im südlichen Bereich des bisherigen ZOB zurückgreifen, erläutert der Pressesprecher: „Dazu sind jedoch weitere Gespräche mit der Deutschen Bahn AG von Nöten, um auch deren Entwicklungsabsichten für den Bahnhof Fulda nicht einzuschränken.“ Aufgrund des Flächendruckes unmittelbar am Bahnhof gebe es dort keine Alternativen. Hinzu kommt: „Weiter entfernte Flächen im städtischen Eigentum sind ungeeignet, weil dann die Erfordernis einer direkten fußläufigen Verknüpfung zum Wechsel der Verkehrsmittel und einer zentralen Lage nicht mehr erfüllt werden kann.“
Die Stadt habe sich mit der Bahn Ende Mai für aktuelle Gespräche getroffen, teilt Heller mit. Dabei war geplant, im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die Vereinbarkeit des Ausbaus des Bahnhofes Fulda mit den Entwicklungsabsichten des ZOB-Umbaus zu prüfen. Damit solle letztlich eine konkrete Realisierung der Flächen zugeordnet werden: „Neben den bereits bekannten Flächen des jetzigen ZOB spielen dabei auch die Flächen an den Güterhallen und mögliche Perspektiven an der Ostseite eine Rolle.“ Mit Fertigstellung der Machbarkeitsstudie, der anschließenden Flächenabstimmung und finalen Freigabe bestände dann Planungssicherheit für konkrete Absichten für DB AG und Stadt Fulda, ergänzt er.
