Lokales FD 04.06.2025

Vier Vorführungen im Juni: Filmklassiker in der Villa Walther erleben

Fulda (pm/fp) – Die Ausstellung „Bildbaustoff“ in der Villa Walther beleuchtet in Fotografien und Bildern wesentliche, frühe Einflüsse auf Franz Erhard Walther und dessen Schaffen. Darunter auch Vorführungen alter Filme, die maßgeblich zur Entwicklung des Fuldaer Künstlers beigetragen haben, jeden Samstag ab 14.30 Uhr. Im Juni können die Besucher die vier Klassiker „Fantasia“ (1940), „High Noon“ (1952), „Jour De Fête“ (1947) und „Les Vacances De M. Hulot“ (1953) erleben.

„Jour De Fête“ (1947). Foto: Studiocanal

„Fantasia“ (1940; dir. Samuel Armstrong, Walt Disney Studios), ist der erste der vier Filme und wird am 7. Juni ab 14.30 Uhr über die Leinwand flimmern. „Fantasia“ ist ein innovativer Animationsfilm der Walt Disney Studios, der erstmalig klassische Musik mit Animation kombiniert. Der Film besteht aus mehreren Segmenten, die verschiedene musikalische Stücke visuell interpretieren, darunter „Der Nussknacker“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski und „Die Moldau“ von Bed?ich Smetana. Jedes Segment erzählt eine eigene Geschichte, wobei die Animationen von den Klängen der Musik inspiriert sind.

„Fantasia“ revolutionierte die Animationskunst und stellte die Möglichkeiten des Mediums neu dar. Es war der erste Film, der synchronisierte Musik und Animation in solch einem Umfang kombinierte, was zu einer neuen Form des Erzählens führte. Der Film wurde so-wohl für seine technische Innovation als auch für seine künstlerischen Ambitionen gelobt.

Am 14. Juni folgt „High Noon“ (1952; dir. Fred Zinnemann). Der Western-Thriller erzählt die Geschichte des Marshals Will Kane (Gary Cooper), der sich allein einem rachsüchtigen Verbrecher und dessen Bande stellen muss. Am Tag seiner Hochzeit erfährt Kane, dass der von ihm einst verhaftete Frank Miller (Ian MacDonald) mit dem Mittagszug in die Stadt zurückkehrt, um sich zu rächen. Während die Zeit unaufhaltsam verrinnt, bittet Kane die Stadtbewohner um Hilfe – doch aus Angst o-der Gleichgültigkeit der Bewohner bleibt er auf sich allein gestellt. In einem packenden Showdown stellt er sich schließlich der Bedrohung.

Als Klassiker des Western-Genres setzte High Noon mit seiner ungewöhnlich realistischen Erzählweise und der Echtzeit-Dramaturgie neue Maßstäbe. Der Film kann als politische Allegorie auf die McCarthy-Ära verstanden werden, in der viele Filmschaffende unter Druck gesetzt wurden. Gary Coopers oscarprämierte Darstellung und Dimitri Tiomkins markante Musik trugen maßgeblich zur Wirkung des Films bei, der bis heute als einer der besten Western aller Zeiten gilt.

Die Vorführungen von „High Noon“ werden unterstützt vom Kino35, Fulda.

Am dritten Samstag im Juni können sich die Besucher auf „Jour De Fête“ (1947; dir. Jacques Tati) freuen. Der Postbote François (Jacques Tati) wird von den Bewohnern des fiktiven Dörfchens Folainville, in dem gerade das jährliche Dorffest stattfindet, für seine langsame Zustellung aufgezogen, während in den USA die Post bereits mit Flugzeugen und Helikoptern zuge-stellt würde. François versucht nun mit ‚modernen‘ Methoden seinem neuen Motto der „Rapidité“ (Geschwindigkeit) gerecht zu werden. In einer „Mischung aus Ernst und Lachen und Absurditäten“ (Franz Erhard Walther) führt Tati die vermeintlichen Errungenschaften der Moderne und ihr Rationalisierungsstreben ad absurdum.

Ironischerweise war auch der Film selbst seiner Zeit voraus: „Tati’s Schützenfest“ ist als erster französische Farbfilm im aufwändigen Thomson Color-Verfahren gedreht: Der in drei Farben auf drei Filmrollen gedrehte Film musste im Kino von drei Filmprojektoren übereinander projiziert werden. Dies konnte damals kaum ein Kino leisten, sodass das „Schützenfest“ nur in schwarz/weiß gezeigt wurde – Tati hatte mit einer zusätzlichen Ka-mera die schwarz/weiß-Aufnahmen gemacht. Erst in den 1990er Jahren wurde der Film so überarbeitet, dass er auch in Farbe gezeigt werden konnte.

Den Abschluss im Juni macht „Les Vacances De M. Hulot“ (1953; dir. Jacques Tati). „Les Vacances de M. Hulot“ festigte den Ruf von Jacques Tati als Meister des visuellen Humors. Fast wie in einem Stummfilm verwendete er für „Les Vacances“ kaum Dialoge, was seine besondere Fähigkeit zeigt, Geschichten rein durch visuelle Komik zu erzählen. Tatis Stil, der moderne Technik und das traditionelle Leben in Beziehung setzt, hat einen bleibenden Einfluss auf die Filmkomödie.

Der Film folgt den Ferienabenteuern von Monsieur Hulot (Jacques Tati), der in ein Küsten-resort reist. Hulot, dargestellt von Tati selbst, ist ein unbeholfener, aber liebenswerter Charakter, dessen Interaktionen mit anderen Gästen und den typischen Urlaubssituationen eine Reihe von komischen Szenen hervorbringen. Hulots Erlebnisse sind eingefügt in eine Vielzahl von alleinstehenden Situationen, welche die gesellschaftliche Situation der 1950er Jahre humorvoll einfängt.

Alle Vorführungen sind im regulären Eintrittspreis von sechs beziehungsweise vier Euro ermäßigt enthalten, Personen bis einschließlich 25 Jahre erhalten freien Eintritt.