Swen Bachmann, Inhaber der Brauereigaststätte Hopfenglück in Fulda, erklärt zu den Plänen der Bundesregierung: „Wir werden abwarten, was kommt. Ich bin erstmal skeptisch.“ Viele Gäste würden mit der geplanten Steuersenkung in 2026 womöglich Erwartungen verbinden, dass Preise auf Gerichte im Restaurant eins zu eins gesenkt werden. Damit sei aber nicht nur zu rechnen, macht der Inhaber deutlich: „Es dient dazu, andere Kosten abzufedern.“ In den vergangenen Jahren hätten die gastronomischen Betriebe mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen gehabt, etwa bei den Energiepreisen. Während der Corona-Pandemie hatte die damalige Regierung die Mehrwertsteuer für Lebensmittel allgemein auf sieben Prozent gesenkt. Dazu meint Bachmann: „Man hätte es beibehalten sollen.“
Björn Helfrich, Inhaber des Gasthauses Fuldaer Hof in Maberzell, sieht die Pläne der Bundesregierung als ein positives Zeichen: „Das tut uns natürlich gut.“ Er schätzt ähnlich wie Bachmann, dass nur sehr wenige Gastronomen zum Januar ihre Preise tatsächlich wieder senken werden: „Es wird aber keine Erhöhungen geben.“ Helfrich erzählt, dass sich in den vergangenen Jahren das Verhalten der Gäste im Restaurant verändert habe: „Die Verweildauer ist gesunken. Es wird gegessen, ein Getränk getrunken und dann heim.“ Durch gestiegene Kosten in anderen Lebensbereichen würden viele Menschen genauer auf die Preise schauen und generell auch seltener auswärts essen, stellt der Inhaber fest.
Michael Glas, Inhaber des Grill-Restaurants Kneshecke in Friesenhausen, berichtet: „Wir freuen uns über die Entscheidung und warten die Entwicklung ab.“ Theoretisch könne er sich vorstellen, die Preise für die Gerichte im Grill-Restaurant zu senken. Neben der Mehrwertsteuer gebe es aber noch eine Reihe an Kostenpunkten, die beachtet werden müssen. Dazu zählt Glas etwa die Betriebs- und Energiekosten, Einkaufspreise für Lebensmittel oder gestiegene Lohnkosten auf. Im Schnitt würden aktuell von zehn Euro an Einnahmen rund 3,40 Euro an Steuerkosten abgehen, rechnet der Inhaber vor. „Wir wollen ein Familienbetrieb sein, ein Stück Lebenskultur“, betont er weiter. Die steigenden Preise in vielen Lebensbereichen in den vergangenen Jahren würden aber viele Menschen belasten: „Es kommen weniger junge Familien oder Senioren.“
