„Matjes“, wie ihn Bekannte nennen, schwimmt schon seit er ein Kind ist. „Ich war schon immer gerne im Wasser“, erzählt der Schlüchterner. Aber wie er vor einigen Jahren feststellte, ist das Schwimmen für ihn mehr als nur eine reine Freizeitbeschäftigung. „Ich kann mich im Wasser erst richtig entspannen“, sagt er. Er behandelt damit die Symptome einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung und schwerer Depression – Krankheiten, die eigentlich nicht heilbar sind. Doch das Schwimmen helfe ihm enorm. „Ich musste seit einem Jahr meine Medikamente nicht mehr erhöhen“, strahlt er. Durch das Schwimmen würden seine Symptome stark gelindert. „Meine Stimmung wird heller danach, ich bin freundlicher und besser gelaunt“, benennt Alt die Wirkung des Sportes auf ihn: „Richtig glücklich darüber kann ich nicht sein – wegen meiner Erkrankung – aber es kommt der Stolz und das ist ein gutes Gefühl.“ Mittlerweile hat der 53-Jährige bereits einige Gewässer in ganz Deutschland durchschwommen und sogar einen Marathon geschwommen. Das seien 21 Kilometer, genau die Hälfte der Länge eines Marathons zu Fuß, informiert er: „Meiner Meinung nach, kann man aber auch die 42 Kilometer schaffen, wenn man möchte.“ Beim Langstrecken-Schwimmen käme es nur auf den richtigen Rhythmus an, verrät er: „Wenn man den gefunden hat, geht es ganz einfach. Viele schwimmen einfach zu schnell, man muss so schwimmen, dass man noch ganz locker atmen kann, dann kann man endlos lange im Wasser bleiben.“
Durch seine Geschichte möchte er auch andere Menschen, die unter psychischen Erkrankungen leiden, animieren dagegen zu kämpfen. „Das heißt nicht, dass Schwimmen für alle funktioniert. Das ist nur ein Beispiel“, hebt er hervor: „Wichtig ist, dass, wenn man sich feste Ziele setzt und viele kleine Schritte macht, man auch etwas erreichen kann.“ Sport sei da ein patentes Mittel. „Man muss sich einen Sport suchen, bei dem man etwas erreichen kann“, fügt er an.
Fehmarnbelt ist die bisher größte Herausforderung
Im Sommer steht nun seine bisher größte Herausforderung an. Die Durchquerung des Fehmarnbelts, eine etwa 21 Kilometer breite Meerenge zwischen der norddeutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland. Besonders der Wellengang und die Wetterlage könnten ihm zusetzen. Dies könne die zurückzulegende Länge um einige Kilometer erhöhen, erklärt der Langstreckenschwimmer: „Ich gehe von 25 Kilometer aus und trainiere auch dafür.“ Zwar sei er bereits längere Strecken geschwommen, das höchste seien etwa 43 Kilometer gewesen, wie er erzählt, aber dennoch sei der Belt eine große Herausforderung, so Alt. „Ich habe Respekt vor der ganzen Sache“, gibt er zu, betont aber: „Angst habe ich keine. Wenn du Angst hast, hast du schon verloren.“ Um fit für diese schwierige Aufgabe zu sein, trainiere er schon lange und habe alle Vorkehrungen getroffen. „Ich weiß, dass ich alles dafür getan habe, dass nichts schief gehen kann“, führt er an, ergänzt aber lachend: „Aber natürlich bin ich angespannt. Ganz ohne Aufregung wäre glaub ich blöd.“
Eine solche Durchquerung ist allerdings kostspielig, denn dafür neben Ausrüstung und Zulassung braucht es auch ein Boot, das ihn begleitet. Zudem werde die Aktion von einem Promoter organisiert, der natürlich auch Geld koste, so Alt. Deshalb hat er eine „Go-Fund-Me“-Kampagne gestartet, bei der er insgesamt 3400 Euro sammelt. Das Ziel ist bereits zur Hälfte erreicht, Matjes freue sich aber über jeden Unterstützer. Die Spendenaktion ist zu finden unter https://www.gofundme.com/f/begleitboot-fur-die-beltquerung.
