Grund für die vollständige Schließung sei vor allem der Baulärm, führte die Vereinsvorsitzende aus: „Wir gehen davon aus, dass nach den zehn Wochen die Zimmer wieder wie gewohnt genutzt werden können.“ Der kurze Bauzeitraum stelle eine große Herausforderung für alle Beteiligten dar. „Das wird uns einige Nerven kosten“, lachte sie, betonte aber: „Wir haben großen Wert auf die Vorbereitung gelegt und beschäftigen ausschließlich Fachfirmen aus der Region, die eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit gewährleisten können.“ Das Projekt werde vom Architekturbüro Trapp Wagner (Hünfeld) gemeinsam mit dem technischen Planungsbüro Ferring (Lauterbach), die für die Haustechnik zuständig sind, gesteuert. Um die Ausführung werden sich die Firmen Hermann Hohmann Baudekoration (Fulda), Damian Werner (Kalbach), Pfeffermann (Haselstein), Schreinerei Fladung (Dorfborn), Betz Gebäudetechnik (Schotten) und Ettenberger (Künzell) kümmern. Neben der Sanierung im Haupthaus werden gleichzeitig auch die Zimmer im Anbau renoviert.
Im Zuge dessen sollen nicht nur die Bausubstanz erneuert, sondern auch die Möbel vollumfänglich ausgetauscht werden. Dabei wird die Bestandsinneneinrichtung nicht einfach auf den Sperrmüll gebracht, sondern künftig in der Ukraine weiterverwendet werden können. „Wir haben eine Spedition beauftragt, die die Möbel in die Westukraine bringt. Von dort werden sie dann weiter in Kriegsgebiete in der Ostukraine gebracht“, berichtete Kram: „Dort sollen sie in Krankenhäusern und anderen Institutionen eingesetzt werden können.“ Bei diesem Umzug würden die zirka 30 Mitarbeiter des Hauses kräftig unterstützen und bleiben auch während der Schließung unter Vertrag, hob sie hervor: „Wir haben hier viele langjährige Mitarbeiter. Da wollen wir keinen verlieren.“ Marco Jozzi, Geschäftsführer des Kolpinghauses, fügte hinzu: „Alle hatten Verständnis für die geplanten Umbauarbeiten und die Umstellung. Sie freuen sich eigentlich sogar sehr darauf. Es ist auch mal die Gelegenheit, etwas anderes zu machen als Hotelalltag.“
So ein großes Renovierungsvorhaben kostet natürlich eine Menge Geld. Zirka 3,1 Millionen Euro rechnen der Verein „Kolpinghaus Fulda“ und der Betreiber ParkHotel Kolpinghaus Fulda Betriebs GmbH als Baukosten, die von den beiden Trägern vollumfänglich aus eigener Tasche gezahlt werden müssen. „Finanzielle Subventionen haben wir nicht“, stellte Kram klar, fügte aber mit einem Augenzwinkern an: „Wir schauen mal, was uns die derzeitige Bundesregierung noch so bringt.“
