Das Wettrüsten hat durch Gorbatschows Reformen ein Ende, zahlreiche Abrüstungsabkommen werden geschlossen. Die osteuropäischen Staaten, die bis dahin alle unter dem Diktat Moskaus standen, entlässt er in die Freiheit. Gorbatschow ermöglicht 1989/1990 auch die Wiedervereinigung Deutschlands. Er war es, der den Bürgern der DDR die Angst genommen hatte, dass ihre Freiheitsbestrebungen mit Gewalt verhindert würden.
Innenpolitisch führt seine Politik zur Meinungs- und Pressefreiheit. Das Machtmonopol der Kommunistischen Partei hebt er auf, ebnet den Weg für freie Wahlen. Ferner schafft er die Planwirtschaft ab, versucht das Rechtsstaatsprinzip durchzusetzen. Seine 1985 begonnenen und weltverändernden Reformen scheitern aber teilweise im eigenen Land. Gegen die Auflösung der Sowjetunion stemmte er sich bis 1991 vergeblich und musste als Präsident zurücktreten. Aus der Sowjetunion wurden nun die bisherigen sowjetischen Teilrepubliken zu souveränen Einzelstaaten – darunter Russland, die Ukraine, Kasachstan sowie 12 weitere ehemalige Sowjetrepubliken.
Dr. Ignaz Lozo, aufgewachsen in Köln, ist promovierter Osteuropa-Historiker. Er war TV-Korrespondent in Moskau und ist Autor zahlreicher ZDF-Dokumentationen zur Sowjetunion und zur Deutschen Einheit. 2021 erschien seine Gorbatschow-Biografie – die erste weltweit, die von einem Historiker verfasst wurde (2. Auflage 2024: „Gorbatschow -Der Weltveränderer“). Dr. Lozo wurde 2021 von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz ausgezeichnet als einer von 75 Absolventen und Absolventinnen der Nachkriegsgeschichte, die Herausragendes geleistet haben.
Für Anmeldungen zum Akademieabend kontaktieren Interessierte die Veranstalter bitte per E-Mail katholische.akademie@bistum-fulda.de
Veranstaltungsort: Katholische Akademie im Bonifatiushaus Fulda, Neuenberger Str. 3-5, 36041 Fulda
