Lokales FD 19.06.2025

„Moskau 1985“ – Akademieabend über Gorbatschows Reformen

Fulda (pm/as) – Mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umbau) leitet Michail Gorbatschow als kommunistischer Staatschef der Sowjetunion umfassende Reformen ein, die nicht nur sein Land grundlegend verändern, sondern auch die Konfrontation zwischen Moskau und dem Westen beenden. Die Katholische Akademie lädt in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung am Dienstag um 19 Uhr zu einer Ringvorlesung ein.

Das Wettrüsten hat durch Gorbatschows Reformen ein Ende, zahlreiche Abrüstungsabkommen werden geschlossen. Die osteuropäischen Staaten, die bis dahin alle unter dem Diktat Moskaus standen, entlässt er in die Freiheit. Gorbatschow ermöglicht 1989/1990 auch die Wiedervereinigung Deutschlands. Er war es, der den Bürgern der DDR die Angst genommen hatte, dass ihre Freiheitsbestrebungen mit Gewalt verhindert würden.

Innenpolitisch führt seine Politik zur Meinungs- und Pressefreiheit. Das Machtmonopol der Kommunistischen Partei hebt er auf, ebnet den Weg für freie Wahlen. Ferner schafft er die Planwirtschaft ab, versucht das Rechtsstaatsprinzip durchzusetzen. Seine 1985 begonnenen und weltverändernden Reformen scheitern aber teilweise im eigenen Land. Gegen die Auflösung der Sowjetunion stemmte er sich bis 1991 vergeblich und musste als Präsident zurücktreten. Aus der  Sowjetunion  wurden  nun  die  bisherigen  sowjetischen  Teilrepubliken  zu  souveränen Einzelstaaten  –  darunter  Russland,  die  Ukraine,  Kasachstan sowie 12 weitere ehemalige Sowjetrepubliken.

Dr.  Ignaz  Lozo,  aufgewachsen  in  Köln,  ist  promovierter  Osteuropa-Historiker.  Er  war  TV-Korrespondent in Moskau und ist Autor zahlreicher ZDF-Dokumentationen zur Sowjetunion und zur Deutschen Einheit. 2021 erschien seine Gorbatschow-Biografie – die erste weltweit, die von einem Historiker verfasst wurde (2. Auflage 2024: „Gorbatschow -Der Weltveränderer“). Dr. Lozo wurde 2021 von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz ausgezeichnet als einer von 75  Absolventen  und  Absolventinnen  der  Nachkriegsgeschichte,  die  Herausragendes  geleistet haben.

Für Anmeldungen zum Akademieabend kontaktieren Interessierte die Veranstalter bitte per E-Mail katholische.akademie@bistum-fulda.de

Veranstaltungsort: Katholische Akademie im Bonifatiushaus Fulda, Neuenberger Str. 3-5, 36041 Fulda