Marie Weber (W16) stellte sich den Bedingungen im 100-Meter-Hürdenlauf. Bei starkem Gegenwind von -2,3 Metern pro Sekunde sprintete sie in beachtlichen 17,25 Sekunden ins Ziel und sicherte sich den zweiten Platz in der WJU18. Nur hauchdünn verpasste Weber ihre persönliche Bestleistung von 17,22 Sekunden, was unter diesen Windbedingungen eine starke Leistung unterstreicht. Auch im Kugelstoßen (3 Kilogramm) präsentierte sich die Hünfelder Athletin in guter Form. Mit 9,36 Metern stieß sie das Gerät auf den ersten Platz in der WJU18. Nach einer Pause im Kugelstoßen arbeitet Weber nun gezielt daran, wieder an ihre Bestleistung von 9,95 Metern heranzukommen – ein Ziel, das die Sportlerin vom HSV mit ihrem heutigen Ergebnis fest im Blick hat.
Auch Amelie Witzel (W15) stellte sich den Herausforderungen des Tages im Hochsprung. Hier hatte der Veranstalter die Altersklassen W12 bis W15 zusammengelegt, was für lange Wartezeiten sorgte, bevor Witzel überhaupt in ihren Wettkampf einsteigen konnte. Unterbrechungen durch immer wieder einsetzenden Regen sowie eine durchnässte Bahn und Matte schufen alles andere als ideale Bedingungen. Unter diesen widrigen Umständen beendete Witzel ihren Wettkampf bei 1,50 Metern. Auch wenn sie damit deutlich hinter ihrer persönlichen Bestleistung von 1,63 Metern zurückblieb, zeigte die Atheltin unter den Umständen eine solide Leistung und bewies, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen ihre Konzentration bewahren kann.
Im Speerwurf waren Lilli Roth (W16) und Max Beckmann (M13) am Start, wo beide trotz rutschiger Anlaufbahnen ihr Können unter Beweis stellten. Roth, die ihr Training derzeit auf die Verbesserung ihrer Speerwurftechnik fokussiert, zeigte, dass die Anpassungen fruchten. Obwohl die rutschige Anlaufbahn den Anlauf erschwerte, gelangen ihr zwei Würfe über 29 Meter. Mit 29,54 Metern belegte Roth einen starken zweiten Platz hinter Maja Trittel, der Führenden der hessischen Bestenliste. Roth bewies jedoch, dass sie trotz Rückschlägen in früheren Wettkämpfen wieder an die 30-Meter-Marke heranreicht und ihre Technik auch unter schwierigen Bedingungen umsetzen kann.
Max Beckmann (M13) nutzte kurzfristig die Gelegenheit, im Speerwurf (400 Gramm) seiner Altersklasse anzutreten, da diese Disziplin im Landkreis selten angeboten wird. Auch Beckmann kämpfte mit der rutschigen Anlaufbahn, was ihn zwang, seinen Stemmschritt von der Ferse auf den Vorderfuß zu verlagern – eine eher unkonventionelle Anpassung. Während die ersten fünf Versuche eine Streubreite von 22 bis 30 Metern aufwiesen, gab Beckmann im letzten Wurf noch einmal alles und feierte einen grandiosen Erfolg: Mit 35,02 Metern warf er nicht nur eine neue persönliche Bestleistung, sondern setzte sich damit auch wieder an die Spitze der hessischen Bestenliste. Darüber hinaus verbesserte er den bisherigen Rekord in der ewigen Bestenliste des Hünfelder SV von 1997 (34,28 Meter) – eine herausragende Leistung für den jungen Athleten.
Für die Athleten war es insgesamt ein rundum gelungener Tag. Abteilungsleiter Rainer Hahn kommentierte die Leistungen der Hünfelder Talente mit Stolz: „Einen Tag nach unserem eigenen Sportfest, dem dritten Sparkassen-Grand-Prix, morgens um 9 Uhr schon wieder mit unseren Athleten beim nächsten Wettkampf zu sein, unterstreicht sowohl den Leistungswillen unserer Athleten als auch die Bereitschaft der Trainer, ihren Athleten diese wichtigen Wettkampfmöglichkeiten zu bieten. Die Ergebnisse passen zum aktuellen Trainingsstand der Athleten und machen viel Hoffnung, dass bald neue Bestleistungen aufgestellt werden.“ Stefan Beckmann, Trainer und Speerwurf-Coach, ergänzte: „Lilli und Max haben gezeigt, dass sie mit den besonderen Wettkampfbedingungen im Speerwurf prima umgehen konnten und haben schnell ihre Anläufe an die Bahnbedingungen angepasst. Die Stabilität der Wurfweite bei Lilli zeigt, dass wir im Training auf dem richtigen Weg sind. Die neue Bestleistung von Max rundet die sehr guten Ergebnisse des Wettkampfes ab.“
Mit diesen vielversprechenden Eindrücken im Gepäck blickt die Leichtathletik-Abteilung des Hünfelder SV motiviert auf die weitere Saison. Der gezeigte Einsatz und die positive Entwicklung stimmen die Verantwortlichen des HSV optimistisch, dass die Athleten mit weiterhin großem Engagement ihren Weg gehen.
