Lokales FD 09.06.2025

Künstler Michael O.A. Klapper verwandelt Bonifatius-Bild in Song

Eichenzell (pm/gü) – Eine Statue auf dem Bonifatiusplatz in Fulda, ein Heiliger aus dem achten Jahrhundert – und ein moderner Künstler, der es schafft, aus einem scheinbar unbewegten Denkmal ein Kunstwerk zu formen, das bewegt, berührt und nun sogar klingt: Der Eichenzeller Fotokünstler und Bildschöpfer Michael O. A. Klapper hat aus seiner Fotografie des Heiligen Bonifatius ein poetisches Kunstprojekt entwickelt, das nun eine neue Stufe erreicht: Ein Lied – selbst geschrieben und mit Hilfe künstlicher Intelligenz gesungen – entstand aus dem fotografischen Ursprung.

Foto: Michael O. A. Klapper

„Ich wollte herausfinden, was Bonifatius heute bedeuten kann – und was er in der Zukunft sein könnte“, erklärt Klapper. Schon vor einigen Jahren nahm Klapper mit dem Werk beim renommierten Fotowettbewerb „Der Blende“ in Fulda teil und sorgte damals für Aufmerksamkeit. Doch 2025 hat der Künstler dem Bild neues Leben eingehaucht: Aus der fotografischen Darstellung, die Bonifatius nicht als starres Denkmal, sondern als Geher, Träger, Lichtgestalt in Bewegung zeigt, wurde ein Song – eine spirituelle Ballade.

„Bonifatius – Träger des Lichts“, so lautet der Titel des Liedes, das auf eindrucksvolle Weise Poesie, Spiritualität und visuelle Ästhetik miteinander verbindet. Die zugrunde liegende Fotografie zeigt den Heiligen Bonifatius nicht frontal oder heroisch erhöht, sondern als Figur im Rückblick – fast verschwindend im Nebel, leuchtend umgeben von violetten und blauen Lichtflächen. Es ist kein bloßes Abbild, sondern eine Interpretation: Der Bonifatius auf Klappers Bild ist ein Symbol für geistige Bewegung, für das Weitergehen im Glauben und Zweifel, für Licht inmitten von Ungewissheit. Das Besondere: Der Künstler wollte es dabei nicht belassen. „Ich wollte wissen, wie dieser Bonifatius klingen würde“, so Klapper. Also schrieb er einen Songtext – eine lyrische Meditation über Lichtträger, Zweifel, Glaube und Stille. Dann ließ er den Song mithilfe künstlicher Intelligenz vertonen und singen. Das Ergebnis: Eine moderne Ballade, die sich zwischen Chanson, spirituellem Pop und sakraler Klangästhetik bewegt.

Das Projekt zeigt nicht nur ein Kunstwerk, sondern löst einen Impuls aus – einen Impuls zum Hinhören, zum Nachdenken, zum Innehalten. Michael O.A. Klapper bewegt sich mit seinem Werk „Der Patron – Bonifatius“ an der Schnittstelle zwischen klassischer Denkmalfotografie und digitaler Bildkunst. Seine Arbeit ist nicht rein dokumentarisch, sondern transformativ: Sie macht aus einem bekannten Motiv – der Statue des Heiligen Bonifatius auf dem Bonifatiusplatz – ein neues, vielschichtiges Symbol. In der Tradition der Neuen Sakralkunst, die seit dem 20. Jahrhundert versucht, religiöse Inhalte zeitgenössisch zu visualisieren, steht Klapper nicht nur in einem kunsthistorischen Dialog mit dem Realismus barocker Statuenkunst, sondern auch mit digitalen Ästhetiken postmoderner Bildwelten. Die skulpturale Ausgangsform bleibt dabei bewusst erhalten, um die Verbindung zur Geschichte zu sichern, während die digitale Bearbeitung eine Brücke zur Jetztzeit schlägt. So entsteht ein visuelles Narrativ, das zwischen Erinnerungskultur, sakraler Ikonographie und meditativer Gegenwartsästhetik changiert. Das Kunstprojekt ist auf deraugenblick.org im BLOG unter https://deraugenblick.org/blog_bonifatius.html und unter Musik https://deraugenblick.org/musik_fulda_bonifatius.html sowie auf YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=79C03B6gVSA zu finden.