Fußball 18.06.2025

Kreisoberliga Süd – Nach Derbypleite mit unglaublicher Serie zum Titel

Vogelsberg (jah) – Die FSG Vogelsberg krönte sich nach einer herausragenden Rückrunde in der Fußball-Kreisoberliga Süd verdient zum Meister und machte nach langen Jahren des Wartens den Aufstieg in die Gruppenliga perfekt. Im Anschluss ließ es die Mannschaft von Kevin Steudter und Fabian Lehmann unter anderem auf Mallorca krachen.

Die große Party nach dem Gewinn der Meisterschaft startete noch auf dem Platz. Archivfoto: Natalia Lindt.

Während in den Kreisoberliga-Staffeln Mitte und Nord die Meister frühzeitig feststanden, entwickelte sich im Süden ein Dreikampf um den Titel: Der FSV Thalau, die SG Rückers und eben die FSG Vogelsberg hatten sich oben abgesetzt, den längsten Atem aus dem Trio hatte letztendlich die Elf von Kevin Steudter – im wahrsten Sinne des Wortes. In die Rückrunde noch mit sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer Thalau gestartet, legte die Spielgemeinschaft aus Lanzenhain, Herbstein und Engelrod einen super Lauf hin: 17 Siege, keine einzige Niederlage, nur acht Gegentore, insgesamt sogar 21 ungeschlagene Spiele in Folge. Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache. „Es war aber trotzdem spannend bis zum letzten Tag“, gab Steudter zu: „Thalau und Rückers haben ja praktisch auch immer gepunktet.“ An Spieltag 20 eroberte Steudters Team erstmals seit Saisonbeginn wieder die Tabellenführung und sollte diese bis zum letzten Spieltag nicht mehr abgeben. Mit einem 3:0-Auswärtssieg bei der Spvgg. Hosenfeld war die Meisterschaft am letzten Spieltag endgültig in trockenen Tüchern, die Feierlichkeiten konnten Beginnen – zunächst noch auf dem Platz in Hosenfeld, später dann bei einem eigens für die FSG vorbereiteten Empfang in Herbstein. „Am nächsten Tag waren wir dann zum Frühschoppen bei einem Spieler, wo dann auch kurzerhand der Mallorca-Trip gebucht wurde“, schwelgte Steudter in Erinnerungen. Für drei Tage verschlug es das Team auf die Baleareninsel, zuvor wurde noch eine gemeinsame Planwagenfahrt unternommen. „Wir haben das auf jeden Fall gebührend gefeiert“, schmunzelte der Trainer: „Generell hat die Meisterschaft und auch der Aufstieg einen sehr hohen Stellenwert für uns. Außer der SG Freiensteinau gibt es hier in der Region nicht die Masse an Vereinen, die höher spielt. Wir wissen das sehr gut einzuordnen.“

Was hat aber letztendlich den Ausschlag gegeben, dass Vogelsberg Thalau und Rückers hinter sich lassen konnte? „Einerseits natürlich die mannschaftliche Geschlossenheit“, klärte Steudter auf: „Wenn mal einer ausgefallen ist, ist eben ein anderer in die Bresche gesprungen. Wir haben alle füreinander gekämpft.“ Dazu sei die taktische Ausrichtung gekommen, wo beim Verein ein Umdenken stattgefunden habe: „Wir haben es verstanden, die Defensive zu stabilisieren. Das war in der Vergangenheit nicht so, dieses Mal haben wir auch viele Spiele knapp gewonnen. Außerdem war uns immer klar, dass wir nichts zu verlieren haben, auch während wir unseren fantastischen Lauf hatten.“

Ein entscheidender Wendepunkt für den weiteren Verlauf der Saison war laut dem Trainer ausgerechnet die 2:3-Heimniederlage im Derby gegen die SG Lauter – bereits im September 2024. „Ich will nicht sagen, dass das ein Tiefpunkt war. Aber wir haben früh 2:0 geführt und schenken das dann noch so her, das hat uns schon nochmal wachgerüttelt“, erklärte Steudter. Das folgende Remis gegen Bellings/Hohenzell sei dann bereits ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, „auch wenn da viele davon gesprochen haben, nur Unentschieden gegen Bellings gespielt zu haben. Danach waren wir auf Kurs und haben den Lauf gestartet“ – der die FSG letztendlich bis zur Meisterschaft geführt hat und ganz nebenbei dafür sorgte, dass der ehemalige Barockstadt-Kapitän Patrick Schaaf nun zu einem künftigen Gruppenligisten wechselt. Wie viele Spieler der langjährige Mittelfeldstratege der Fuldaer aber für seinen Heimatverein machen wird, weiß auch Steudter noch nicht: „Wir stehen natürlich in Kontakt, aber letztendlich entscheidet das Patrick komplett selbst. Er wird natürlich das ein oder andere Spiel machen, wir tun aber gut daran, ohne ihn zu planen. Wenn er dann da ist, wird er eine absolute Bereicherung sein. Wenn er aber noch ständig auf dem Platz stehen wollen würde, hätte er auch einfach noch in Fulda bleiben können“, so der FSG-Coach realistisch: „Er bestimmt wie oft und wir akzeptieren und respektieren das.“