Fußball 11.06.2025

KOL Nord-Relegation – Blau-Weiß souverän: Großentaft steigt auf

Großentaft (pf) – Die Ausgangslage bot wenig Raum für eine Sensation – und die Spvgg Großentaft ließ dann zuhause auch nichts anbrennen: Mit einem 3:0 (0:0)-Sieg gegen die SG Werratal schafften die Blau-Weißen den Aufstieg in die Fußball-Kreisoberliga Nord. Aber: Werratal war eine Halbzeit lang überlegen, während beim Gastgeber die Nervosität anklopfte.

Foto: Justin Klenner

Fotos: Justin Klenner

Die Rückkehr ist perfekt: 2009 verabschiedete sich BW Großentaft, damals als Tabellenletzter mit fünf Punkten in einer ganzen Saison, aus der Kreisoberliga Nord. Zwischenzeitlich ging es runter in die B-Klasse, aber schnell wieder hoch – und nun spielt „Doft“ wieder in der KOL.

„Wir waren sehr nervös in der ersten Halbzeit, es ging ja auch um was. In der zweiten Halbzeit haben wir dann besser zugestellt und auch verdient die Tore gemacht“, lachte BW-Spielertrainer Patrick Lesser, der vor der Saison mit vielen höherklassig erfahrenen Jungs aus dem Raum Fulda gekommen war, um den Aufstieg zu realisieren. Praforst war in der A-Liga zu stark für die Blau-Weißen, die nun über den Umweg Relegation jubeln durften. „Ich denke, da kommen zwei ebenbürtige Aufsteiger in die KOL,“ so Lesser, der bemerkte: „Der Verein stand mit Leidenschaft die ganze Saison dahinter, wir haben uns das verdient. Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Es war nicht das klassische Endspiel heute, für den Gegner war die Ausgangslage sehr schwer, aber sie haben das gut gemacht“.

Lessers Lob an die SGW galt dem Auftritt in Hälfte eins, als Gäste-Trainer Uwe Stückrath „sehr angetan“ von seiner Mannschaft war: Es war der Hersfeld-Rotenburger A-Ligist, der das bessere Team war und Mitte der ersten Halbzeit wohl einen Elfmeter hätte bekommen müssen. Ärgerlich für Stückrath: Der Linienrichter habe beste Sicht gehabt. „Kriegen und machen wir den Elfer, läuft es vielleicht in eine andere Richtung“, so der Trainer. Werratal hatte einige gute Möglichkeiten, war dann beim Stand von 0:0 aber darauf bedacht, erstmal schadlos aus der Kabine zu kommen. Das gelang nicht, Parwes Adel dribbelte sich stark durch und brachte Großentaft in Front. „Dann müssen wir noch zwei Leute verletzt rausnehmen und kriegen noch einen Doppelschlag – danach war die Show vorbei“, bedauerte Stückrath, der dem Gegner fair gratulierte, aber davon sprach, dass der Sieg etwas zu hoch ausfiel: Zweimal traf Werratal noch Aluminium. „Wir versuchen, nächstes Jahr wieder anzugreifen“, so der SGW-Trainer, nach einem teils hitzig geführten Spiel, in dem so manches Foul unnötig aufgebauscht wurde.

Dass in der Dreier-Relegation BW Großentaft als bestes Team den Aufstieg verdient hatte, daran zweifelte wohl aber niemand. „Jetzt lassen wir es erstmal hier krachen und in den nächsten Tagen schauen wir mal, was sich die Mannschaft noch einfallen lässt“, sagte Lesser: „Es ist auch für mich als Trainer der erste Aufstieg, das ist ein cooles Gefühl. Viele Jungs waren heute mit dabei“, freute sich der Trainer über die persönliche Unterstützung – unter anderem natürlich von Papa Henry.

Großentaft: Güclü; Krieg, Vlk, Mar. Michel, Max. Michel, Jaksch, Wiegand, Lesser, Adel, Walt, Schmelz (Schwab, Bontal, Lock).

Werratal: Löhn; Thornagel, Bläsing, Leder, Göbel, Puscasu, Litz, Deringer, Aliyev, Henze, J. Erbe (Ruch, N. Erbe, Engler).

Schiedsrichter: Tobias Titze (FV Steinau)

Tore: 1:0 Parwes Adel (49.), 2:0 Marcel Michel (64.), 3:0 Mark Jaksch (66.)

Zuschauer: 650