Lokales FD 12.06.2025

„Karlchen“-Macher beenden Zusammenarbeit – „Wie bei einer Ehe“

Fulda (fp/pf) – Paul Pawlowski-Rothenbücher und Felix Wessling gehen getrennte Wege: Die beiden Fuldaer Gastronomen, die unter anderem für das Konzept des „Karlchen vom Dach“ auf dem Kerber-Gebäude verantwortlich waren, schlagen künftig unterschiedliche Richtungen ein. Die gaben die beiden in einem Pressegespräch im Dachbiergarten bekannt. Für die Kunden bleibe aber vorerst alles beim Alten.

Foto: Felix Pillat

Felix Wessling (links) und Paul Pawlowski-Rothenbücher gehen beruflich getrennte Wege. Foto: Felix Pillat

Nach zehn Jahren der gemeinsamen Zusammenarbeit ist Schluss. Zu dieser Entscheidung waren die beiden Fuldaer Gastronomen schon im März gekommen. Ihre Zusammenarbeit im „Karlchen vom Dach“ und der „heimat.“ endet zum 30. Juni, so Pawlowski-Rothenbücher: „Es ist wie bei einer Ehe. Wir haben uns einfach auseinandergelebt.“ Künftig wird Pawlowski-Rothenbücher das „Karlchen“ leiten und Wessling die Führung in der „heimat.“ übernehmen.

Für die Kunden und die beiden Teams der Gaststätten ändere sich aber vorerst nichts Gravierendes, räumte Wessling ein: „Das ‚Karlchen‘ steht gut da, die ‚heimat.‘ steht gut da momentan. Warum sollten wir etwas ändern?“ Lediglich hinter den Kulissen komme viel Arbeit auf die beiden Unternehmer zu. Denn derzeit führen die beiden noch eine gemeinsame Gesellschaft bei Recht (GbR), nach der Trennung werden daraus zwei Firmen, die natürlich auch eigene rechtliche, finanzielle und administrative Prozesse verlangen. „Es ist wirklich wie bei einer Ehe. Wir müssen jetzt schauen, wem gehört was, wer kriegt was“, beschrieb der „heimat.“-Chef weiter: „Das fängt bei unserem gemeinsamen Büro und den Finanzen an und geht runter bis zum gemeinsamen Spotify-Account. Da sind Sachen dabei, da denkst du nicht dran, aber das ist alles wichtig und muss geregelt werden.“

Als Grund für die Trennung gaben die beiden unter anderem „unterschiedliche Interessen in der Unternehmensführung“ an. „Wir befinden uns derzeit in ganz unterschiedlichen Abschnitten unseres Lebens und wollen völlig verschiedene Dinge“, erklärte Pawlowski-Rothenbücher. Im Vorfeld zur Entscheidung hatten sie sogar einen Mediator als neutralen Coach eingestellt, um ihre Situation zu bewerten und teilweise zu schlichten, auch wenn sie sich „kaum gestritten hätten“, wie sie betonten.

„Der Ausgang dieser Mediation war völlig offen, uns war aber beiden klar, wir wollten etwas verändern“, erklärte Pawlowski-Rothenbücher weiter. Währenddessen sei schnell klar geworden, dass es nicht mehr weitergehen könne, so Wessling. Mit der Entscheidung seien die beiden, wenn auch etwas wehmütig, nicht unzufrieden. „Uns geht es gut damit, sonst hätten wir es nicht gemacht“, lachte Pawlowski-Rothenbücher und Wessling fügte hinzu: „Wir haben uns auch in vielen Bereichen behindert. Wir hoffen, dass wir jetzt effektiver und konzeptioneller arbeiten können.“ Sie wollten aber beruflich „Freunde bleiben“ griffen sie die Scheidungsallegorie auf. „Wir sind ja nicht aus der Welt“, bestärkte Pawlowski-Rothenbücher: „Es ist auch nicht so, dass ich nie wieder einen Fuß in die ‚heimat.‘ setzen werde, oder Felix einen Fuß hier hoch. Das sind immer noch klasse Läden und wir stehen da dahinter.“