„Wir wollen den Kindern einen Werkzeugkoffer mit Werten für die Zukunft mit auf den Weg geben“, brachte es Jasemin Fettan, Business Development Managerin der Team Musiala Foundation, auf den Punkt. Denn: „Werte sind eine universelle Sprache, die auch Jamal Musiala auf seinem Weg entscheidend geprägt haben“, betonte Fettan. Der heutige Star des FC Bayern München begleitete seine Mutter Carolin Musiala, CEO der Stiftung, im Alter von sieben Jahren nach England – ohne jegliche Vorkenntnisse der englischen Sprache. Stattdessen bediente sich Musiala der Sprache des Fußballs und eben den Werten, die seine Stiftung nun weitervermitteln will: Im Fokus stehen dabei Dankbarkeit, Respekt, Selbstfürsorge, Verantwortung und Empathie. Doch wie können diese zentralen und teilweise komplexen Bausteine den Kindern verständlich beigebracht werden? Hier kommt das „Entdeckerbuch“ der Stiftung ins Spiel. Das Konzept ist denkbar einfach: Auf visueller und interaktiver Ebene sollen den Kindern genau die Werte vermittelt werden, die in der Gesellschaft heutzutage immer öfter verloren gehen. „Die Kinder sollen sich in Situationen hineinversetzen, die im Entdeckerbuch dargestellt werden. Am Beispiel der Empathie lässt sich das gut darstellen: Dort wird ein Elfmeterschießen eines Finals beschrieben und die Kinder sollen sich in die Gefühlslagen der Beteiligten hineinversetzen: Was empfindet der Schütze in diesem Moment, was der Torhüter und was der Schiedsrichter?“, erläuterte Fettan.
In der Praxis lassen sich die Inhalte des Konzepts der Team Musiala Foundation einfach implementieren: Das Programm umfasst insgesamt drei Jahre, im ersten Jahr werden die Grundlagen der Wertevermittlung angesprochen, im zweiten Jahr sollen diese Inhalte nochmal vertieft werden. Im dritten Jahr liegt der Fokus auf dem Wachstumsdenken der einzelnen Kinder, aber auch des gesamten Teams. Einmal wöchentlich, im Rahmen des normalen Vereinstrainings, sollen die Werte den Spielern in 15- bis 20-minütigen Einheiten nähergebracht werden. „Wenn man diese Werte verinnerlicht und lebt, öffnen sich automatisch Türen“, betonte Fettan: „Selbst wenn man in einem fremden Land ist und vielleicht die Sprache nicht spricht“ – wie einst Jamal Musiala in England, der ein Musterbeispiel der Verkörperung dieser Wertephilosophie ist.
Die SG Barockstadt, bei dessen Vorgängerverein TSV Lehnerz Musiala damals im Alter von drei Jahren seine schillernde Karriere begann, fungiert passenderweise als Kooperationspartner und Pilotprojekt der Stiftung. In den Nachwuchsmannschaften der SGB soll das Konzept zukünftig Einzug erhalten. „Nach der langen Entwicklung freuen wir uns sehr, dass es jetzt endlich losgehen kann“, so Fettan abschließend.
