Die frühere Ampel-Regierung hatte entsprechende Vorgaben für einen nötigen Hitzeaktionsplan gemacht, um mögliche Tote in vulnerablen Gruppen zu verhindern. Wie der Ausschussvorsitzende Michael Ruppel mitteilte, werde in Fulda das Thema bearbeitet, „weil wir uns selbst die Aufgabe im Rahmen unseres Klimaanpassungskonzepts gegeben haben“. Stadtbaurat Daniel Schreiner fasste die Aufgabe kurz zusammen: „Es geht darum, was zu tun ist, wenn eine gewisse Hitze erreicht ist und vom Deutschen Wetterdienst eine Warnstufe ausgerufen wird. Was passiert dann?“ Dabei gehe es um Klimaanpassung zu einem Zeitpunkt, wo Klimaschutz mit dem Ziel eine weitere Erwärmung zu verhindern schon zu spät sei.
Sophia Beyer erläuterte, dass es dabei um Maßnahmen geht, welche die Stadt umsetzen kann und womit vulnerable Gruppen erreicht werden. In vielen Punkten des vorgestellten Plans ging es deshalb um Infomaterial und Anregungen für Schulen, Kitas, (Sport)vereine oder auch Besucher der Stadt. Zukünftig solle es Hitzepläne in der Bauleitplanung geben und für städtische Gebäude eine „klimabezogene Ertüchtigung“. Kritik an dem Plan gab es von Volker Büchel (Grüne): „Konkrete Maßnahmen vermisse ich in dem Plan.“ Es würde sich nur um Ankündigungen, Infomaterial und Kommunikation handeln. Von der Deutschen Umwelthilfe gebe es einen Index zum Klimaschutz in den Städten, welcher andere hessische Kommunen im Vergleich zu Fulda besser bewerten würde: „Da könnte man mal fragen.“
Anders sahen es Mitglieder der CDU. Hans-Dieter Alt appellierte an die Eigeninitiative: „Wenn man in den Süden schaut, wo es sehr viel wärmer ist, geht man mittags nicht raus. Ich bin auch er Meinung, wir müssen in Schulen und Kindergärten Schattenplätze schaffen – dort müssen die Kinder sein. Aber alle anderen Aktivitäten sind freiwillig.“ Dem stimmte Peter Bleuel zu: „Hitze ist ein Teil vom Wetter des ganzen Jahres. Wir reden von heißen Tagen im Sommer, das sind aber im Jahresverlauf eher wenige. Im Frühjahr freuen wir uns über warme Tage. Während der Hitze ist Eigeninitiative gefragt.“
Gegenüber dem Wertstoffhof bei Maberzell sollen auf einer Fläche von 16,4 Hektar 11 Hektar Photovoltaik-Anlagen als Agri-PV installiert werden. Michael Ruppel nannte es ein Projekt, wie „es zumindest in Osthessen erstmalig realisiert wird“. Geplant ist dabei eine Anlage mit zehn Megawatt Leistung, unter der eine Beerenobstplantage betrieben werden soll. Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, dazu einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan in die Wege zu leiten.
Vor Beginn der Sitzung hatten die Ausschussmitglieder in einem Rundgang einen der Stadtbezirke besichtigt, in dem sich momentan richtig viel tut. Lillith Stukenberg, Abteilungsleiterin in der Städtebauförderung, und Christian Völkel, Quartiersmanager im Fuldaer Nordend, hatten dabei von den vielfältigen Änderungen rund um den Gallasiniring berichtet. Dazu zählen beispielsweise die Adresse Gallasiniring 8-10, wo neben einer bereits eingezogenen Arztpraxis auch 21 Wohnungen mit sozial geförderten Mieten entstehen. Weitere Projekte seien der Sportplatz sowie die Erweiterung des Kindergartens und der geplanten neuen Schule. Für die heutige Cuno-Rabe-Schule hofft Stuckenberg, dass es dort gelingt, das Gebäude für die Ausbildung am Klinikum zu nutzen. Schon weitestgehend erneuert sind das ehemalige VHS-Gebäude und das ehemalige Landwirtschaftsamt, in dem sich heute unter anderem Mütterzentrum, Familienzentrum und Stadtteiltreff befinden.
