Fußball 01.06.2025

Hessenliga – Abschiedstor, Auswechslungen, Abpfiff – Legenden gehen

Hünfeld (pf) – Es war der Tag der Abschiede auf der Rhönkampfbahn: Am letzten Spieltag der Fußball-Hessenliga dankte der Hünfelder SV allen voran Kevin Krieger für 27 Jahre Vereinstreue und Benedikt Kaiser, der nochmal die Binde tragen durfte und natürlich im Tor stand. Die Null hielt er nicht – aber Sören Gonnermann auf der anderen Seite traf in seinem letzten Hessenliga-Spiel erst, als Kaiser vom Platz war: Die Legende des SV Adler Weidenhausen sorgte für den 2:2 (2:0)-Endstand nach Hünfelder Zwei-Tore-Führung.

Unter anderem Kevin Krieger und Benedikt Kaiser bekamen ihre wüdrigen Abschiede in Hünfeld. Fotos: Justin Klenner

Kevin Krieger wurde verabschiedet

Die Schulklasse von Benedikt Kaiser grüßte ihren Lehrer.

Neben den „Legenden“ Krieger, den es bekanntlich zum SV Hofbieber in die Heimat zieht, und Kaiser, der nach schwerer Schulterverletzung ein Comeback wie gemalt feierte und ebenso von den Zuschauern bejubelt wurde, wurden auch Amaar Hussain (Plauen) und Maxim Bevz (Borsch) verabschiedet. Ebenso durfte Torhüter Maurice Pappert seine letzten Minuten bestreiten, er wechselt auch nach Hofbieber und kam zehn Minuten vor Ende für Kaiser ins Spiel.

Dass Sören Gonnermann sein letztes Hessenliga-Tor noch erzielen durfte, war fast kitschig, aber dennoch überraschend: Alle hatten sich auf den Schlusspfiff eingestellt, nur die Auswechslung von Krieger stand auf HSV-Seite noch an. Dann ein Pfiff: Elfmeter Weidenhausen. Ob die Adler dabei mit drinsteckten, war nicht übermittelt – doch an diesem Tag konnten es alle glücklicherweise mit Humor nehmen, es ging sportlich um nichts mehr. Gonnermann verwandelte gegen Pappert, bekam seinen Abschied, und kurz darauf reihten sich die Hünfelder Spieler zum Spalier für Kevin Krieger ein. Diese Auswechslungen bildeten das Saison-Ende, angepfiffen wurde gar nicht mehr. Stark von Schiri Tobias Lecke, dem die Partie auch mehr Freude bereitet haben dürfte, als es „Arbeit“ war.

Während Gonnermann mit fast 400 Karriere-Pflichtspieltoren abtrat, konnte der HSV die Saison noch sportlich positiv abschließen – trotz des Remis am Ende. 55 Punkte stehen zu Buche – einer mehr als im Vorjahr. Kaiser hatte bereits im Vorfeld treffend gesagt: Fahrstuhlmannschaft? Das war einmal. Der Hünfelder SV ist fester Bestandteil der Hessenliga, und fußballerisch zeigten das unter anderem Leon Zöll und Maximilian Fröhlich bei den beiden letzten Saisontoren: Zölls Hereingaben gefährlich wie eh und je, Fröhlich abschlussstark.

Noch ein Schmankerl zum Abschied: Kaisers Schulklasse war ebenfalls vor Ort und warne ihn vor: „Ab Montag bist du unsere alleinige Nummer eins“.

Hünfelder SV: Kaiser (80. Pappert); Hussain (77. Zentgraf), Zöll, Dücker, Vogler, Bevz (71. Sawatzky), Uth, Fröhlich, Krieger (90. Häuser), Simon, Gadermann (67. Witte).
Weidenhausen: Wassmann; Hammer, Beng, T. Ullrich (59. Jung), S. Gonnermann (90. Binneberg), Krug, Görs, Immig (72. Gergin), Müller, Weingarten (85. J. Ullrich), Peter (18. Steinmetz).
Schiedsrichter: Tobias Lecke (Bebra)
Tore: 1:0 Maximilian Fröhlich (10.), 2:0 Maximilian Fröhlich (34.), 2:1 Christian Steinmetz (74.), 2:2 Sören Gonnermann (89., Foulelfmeter)
Zuschauer: 500