Fußball 01.06.2025

Gruppenliga-Relegation – Thalauer Fluch? – Heißer Tanz gegen Turner

Fulda/Thalau (pf) – Fußballfans kommen in dieser Relegation zur Gruppenliga voll auf ihre Kosten: Mit FT Fulda und dem FSV Thalau treffen am Sonntag um 18 Uhr im Hinspiel zwei Kreisoberliga-Schwergewichte in Fulda aufeinander.

Gute Erinnerungen hat der FSV Thalau: Auf dem Weg ins Kreispokalfinale 2024 räumte der FSV im vergangenen Jahr FT Fulda im Halbfinale aus dem Weg. Das Spiel ging damals ins Elfmeterschießen. Archivfoto: Christine Görlich

Bei den Turnern ist die Vorfreude riesengroß, der sportliche Leiter „Totty“ Eberle erinnert sich zurück: „Wir haben vor vielen Jahren mal eine Relegation mit der Reserve gespielt, sonst kann ich mich an keine erinnern“. Nun steigt das Hinspiel zur besten Zeit, sonntagsabends, kein weiteres Spiel parallel weit und breit – und auch das Wetter soll mitspielen. „Wir werden die Platte so schön wie möglich putzen“, bringt Eberle alle Fans auf den Geschmack, „und wollen natürlich das Maximum für uns rausholen“.

Die Turnerschaft wird für das Relegations-Hinspiel alles bestens vorbereiten, eine WhatsApp-Gruppe von 18 Personen befinde sich seit einigen Tagen in engem Austausch, so Eberle: „Wir rechnen natürlich mit mehr Andrang als sonst, werden auf jeden Fall einen zweiten Einlass machen und die Verpflegung entsprechend organisieren, sodass wir alles etwas entzerren können“. Einem Fußballfest sollte also nichts im Weg stehen, wobei FT am Spieltag dutzende Helfer an den Kassen, Verkaufsständen oder als Ordner im Einsatz haben wird. Ein kleines „Special“ soll es zudem in der Halbzeitpause geben, und nach dem Abpfiff eine „Lange Nacht“ zum Feiern. „Da lassen wir alles auf uns zukommen“, freut sich Eberle, der die Aufgabe sportlich einschätzt: „Thalau ist natürlich ein richtiges Kaliber. Aber wir freuen uns, weil sie auch immer Stimmung mit sich bringen und ein Relegations-erfahrener Verein sind.“

Der FSV Thalau freut sich ebenso auf die Relegation, wenngleich bis zuletzt noch die Meisterschaft in der KOL Süd drin war. Doch Trainer Uwe Bleuel schickte gleich nach Spielende am letzten Spieltag Glückwünsche an die FSG Vogelsberg: „Ich habe ihren beiden Trainern gratuliert, sie haben das richtig gut gemacht. Wir haben es ihnen nicht leicht gemacht, aber wer am Ende oben steht, hat es auch verdient“, sagt Bleuel. Der FSV war immer drangeblieben, muss nun aber mit 105 geschossenen Toren und nur einer einzigen Niederlage in 30 Spielen also mit einer eigentlich meisterlichen Bilanz in die Relegation. „In den vergangenen Jahren waren die Süd-Teams dort nicht unbedingt erfolgreich“, hat Bleuel recherchiert. Huttengrund und Hosenfeld verpassten jeweils den Aufstieg, und auch der FSV erwartet keinen Spaziergang: „FT Fulda hat wirklich eine sehr gute Runde gespielt, hat eine stabile Defensive und mit Julian Rohde einen erfahrenen Trainer. Auch die Verletzung von Kvaca hat das Team sehr gut weggesteckt. Der Schwere dieser Aufgabe müssen wir uns bewusst sein und sind das auch“, betont der Thalauer Coach.

Ziel der Gäste sei es, für das Rückspiel im Wittiggrund noch „alle Möglichkeiten“ zu haben, denn im Zweifel könne das Heim-Publikum auch noch mithelfen, einen Rückstand zu drehen. „Wir müssen einfach die Spannung halten“, so Bleuel, der in der Vergangenheit gekramt hat: 2017 und 2018 erlebte der FSV zwar tolle Aufstiegsspiele, scheiterte aber jeweils am Sprung in die Verbandsliga. Von einem Fluch will der Trainer nicht unbedingt sprechen, „aber die Erfahrungen in den Relegationen waren sportlich nicht die besten“. Dieses Mal soll sich das ändern. Wichtig wäre ein Einsatz von 30-Tore-Mann Dominik Piechutta, der zuletzt aussetzte. Yannick Hohmann war muskulär gegen Löschenrod leicht angeschlagen, dazu steht noch ein kleines Fragezeichen im Tor – Wasserka stand für angeschlagenen Bektesi am letzten Spieltag zwischen den Pfosten. „Das eine oder andere Wehwehchen beseitigen wir hoffentlich noch“, so Bleuel, der sich aber vor allem auch über die Rückkehr von Timo Müglich freute: Er traf gegen Löschenrod zum 5:2-Endstand nach monatelanger Kreuzband-Pause. Ein längerer Einsatz in der Relegation ist wohl noch nicht möglich, die „schöne Geschichte“ soll den FSV dennoch etwas beflügeln.