Vor dem Anpfiff war es zunächst eine Lotterie, was das Wetter anging: Der Himmel öffnete über Osthessen seine Schleusen und sorgte so für einen etwas verspäteten Anpfiff. Anschließend hielt das Wetter aber zu großen Teilen – und wer sich aufgrund dessen gegen einen Besuch des Lütterer Sportgeländes entschieden hatte, verpasste was. Denn: Was die beiden Teams im Hinspiel der ersten Halbfinalpartie den rund 1400 Zuschauern boten, war von Spannung und Dramatik her kaum zu überbieten.
Zwei Mal führten die Gäste aus Dittlofrod bereits mit drei Toren Vorsprung, die personell arg gebeutelte TSG steckte jedoch zu keiner Zeit auf – und so entwickelte sich ein Spiel mit offenen Visieren, es ging hin und her: Als Jonas Strube beispielsweise nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff das 3:0 für die Elf von Jürgen Pomnitz erzielte, hätten wohl nur noch die allerwenigsten auf die Gastgeber gesetzt. „Doch wir haben uns charakterstark gezeigt, und das zwei Mal“, lobte TSG-Trainer Rolf Gollin sein Team. Mario Schlott brachte die Gäste mit einem Flachschuss aus der Distanz wieder heran, erneut Baumgart machte aber grün-weiße Hoffnungen mit dem 1:4 aus Lütterer Sicht wieder zunichte – vermeintlich.
Der Nord-Kreisoberligist zeigte sich effektiv, während die TSG die Spielanteile weitgehend auf ihrer Seite hatte, damit aber insbesondere im ersten Durchgang wenig anzufangen wusste. Das änderte sich in Halbzeit zwei: Kevin Muth stellte nach einer Flanke per Kopf auf 2:4, spätestens jetzt waren die Hausherren wieder voll da – Dittlofrod verteidigte jedoch diszipliniert. Kurz vor dem Schlusspfiff erhöhte Gollins Mannschaft nochmal den Druck und belohnte sich schließlich noch mit dem 3:4. Die Niederlage steht zwar so trotzdem unter dem Strich, für das Rückspiel ist aber alles wieder offen – das weiß auch Gollin: „Wir sind jederzeit in der Lage, dort zu gewinnen. Es wird kein Taktieren oder irgendetwas geben.“ Sein Gegenüber Jürgen Pomnitz hätte den Auswärtssieg vorher natürlich unterschrieben, trauerte der deutlichen Führung aber dennoch etwas hinterher: „Natürlich ist es schade. Aber die Jungs haben gearbeitet, gekämpft, waren fokussiert und haben alles reingeschmissen. Jetzt freuen wir uns aufs Rückspiel.“
TSG Lütter: Groß; M. Müller, Dechant, Höhl, Grösch (61. Münkel), Drüschler (90+1. V. Müller), Müllers, Schramm, Schertell, Schlott, Kreiß (48. Muth).
Dittlofrod/K.: Hohmann; Lange, Hofmann, Baumgart (74. Hornung), Pabst, Witzel, Biel, Befort (90+1. Befort), Käsmann (40. Pachowski), Strube (78. Mohr), Dzinic.
Schiedsrichter: Samir Yousofzai (Großauheim)
Tore: 0:1 Leonhard Käsmann (6.), 0:2 Levin Baumgart (36., Foulelfmeter), 0:3 Jonas Strube (46.), 1:3 Mario Schlott (53.), 1:4 Levin Baumgart (58.), 2:4 Kevin Muth (64.), 3:4 Florian Schertell (86.)
Zuschauer: 1400.
