Fußball 05.06.2025

Gruppenliga-Relegation – „Schönste Zeit des Jahres“ – Finalorte stehen

Osthessen (oz) – Ein neutraler Fußballfan könnte sich mehr kaum wünschen, und auch die vier Vereine dürfen sich alle noch sportliche Hoffnungen machen: Die Relegations-Rückspiele zur Gruppenliga Fulda steigen am Donnerstag (19 Uhr) parallel in Dittlofrod und Thalau: Die SGDK empfängt die TSG Lütter mit dem 4:3-Vorteil aus dem Hinspiel. Thalau will gegen FT Fulda mit der Wucht des Wittiggrunds einen 0:1-Rückstand egalisieren.

Klassenleiter Klaus Bodusch (links) beobachtete das Geschehen in Lütter. Fotos: Pascal Fischer

Der FSV Thalau war nach Fulda gepilgert, nun stemmt der Verein wieder ein großes Relegations-Spiel im Wittiggrund. Foto: Christine Görlich

Die SG Dittlofrod/Körnbach hatte in Lütter zahlreiche Fans dabei.

Gruppenliga-Klassenleiter Klaus Bodusch hat in seiner ersten Saison als Liga-Chef sicher nichts zu meckern: Jeweils 1300 bis 1400 Zuschauer bei den Hinspielen, die aufgrund der örtlichen Nähe zeitlich auseinander gelegt wurden. „Ich hatte vorsichtshalber die Vereine gefragt, aber die Zeiten haben dann gepasst. Das hat alles sehr gut geklappt“, sagt er zufrieden. Bodusch selbst schaute sich das erste Spiel in Lütter an, musste abends wieder beruflich weiter, und wird nun am Donnerstag in Thalau sein. „Wir hatten tolle Spiele mit tollen Fans“, so sein Zwischenfazit nach den Hinspielen: „Was Dittlofrod beispielsweise in Lütter mitgebracht hat, war schon super“. Und auch für ihn zeige sich: „Man sagt nicht umsonst, es die schönste Zeit des Jahres. Es wäre schade, wenn wir solche Relegationen nicht hätten“.

Bodusch, der mit Kreisfußballwart Beck in Lütter sieben Treffer sah, hatte auch vorab die möglichen Endspielorte für den Pfingstmontag festgelegt: Abhängig ist dieser vom Ausgang des Rückspiels in Dittlofrod: Sollte die SGDK es schaffen, egal ob dann gegen Thalau oder FT, wird das Endspiel in Hünfeld steigen. Sollte Lütter sich qualifizieren, hat Pilgerzell den Zuschlag bekommen. „Sie hatten sich als allererstes beworben“, sagt Bodusch. Ob Andreasweg oder Rhönkampfbahn – es wird mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit noch um alles gehen. Denn zwei Aufsteiger gäbe es nur, wenn Hofbieber in die Verbandsliga hochgeht und Neuhof auf sein Startrecht in der Gruppenliga verzichten würde. „Stand jetzt gibt es in diese Richtung nichts“, so der Klassenleiter.

 

Thalauer Orga-Erfahrung – Erst Relegation, dann Sportfest, dann Finale?

Der Thalauer Wittiggrund erlebt derweil sein drittes riesiges Relegationsspiel: 2018 war Grebenstein zu Gast, 2017 zuvor der SV Kaufungen. Legendäre Spiele waren es, allerdings sportlich wenig erfolgreich. Knapp 3000 Zuschauer verzeichnete das verrückte Dorf damals. Ob es diesmal auch so groß wird? Das Parallelspiel in Hofbieber, hofft Paul Weichlein aus dem Orga-Team, würde wegen Sandershausen nicht ganz so viele Zuschauer wegnehmen. Der FSV ist seit Wochen in Planung für das Sporfest zum 75-jährigen Jubiläum über Pfingsten, auch das Festzelt wurde schon mal zwei Tage früher aufgebaut. „Wir haben vor einer Woche schon rundherum alles klar Schiff gemacht, weil das in so kurzer Zeit gar nicht möglich gewesen wäre. Dadurch, dass wir zwei Relegationen schon hatten, sehen wir uns gut gerüstet für 1000 plus x“ – eine zurückhaltende Aussage von Weichlein, war der FSV doch schon bei FT mit zwei Bussen angereist: „Es wird wieder das ganze Dorf auf den Beinen sein, und uns spielt in die Karten, dass Lütter das Auswärtsspiel hat“. Mehrere Verkaufs- und Grillstellen wird es um den Platz herum geben, Parkplätze auf den Feldern rundherum werden eingerichtet, dann kann die Gaudi losgehen: Donnerstagabend Relegation, Freitag bis Montag Sportfest mit Fußball-Dart-Turnier, einem Traditionsspiel des VfL Bochum, Aftershow-Partys, Juniorenspielen, Gottesdienst und mehr. Am Montag allerdings würde der FSV Thalau dann wohl gerne das Einlagespiel der ersten Mannschaft verlegen, ob nach Hünfeld oder Pilgerzell: „Wenn wir die Segel streichen müssten, kommt Schmalnau/Hettenhausen zu uns“, schmunzelt Weichlein – der A-Liga-Meister wurde als „Notnagel“ gewonnen. Sportlich attraktiver wäre für den FSV aber ein Relegations-Finale – dafür muss ein 0:1 gegen FT Fulda umgebogen werden.

 

Größtes Spiel für die SGDK

Auch in Dittlofrod laufen die Planungen auf Hochtouren – die Relegations-Teilnahme der SGDK stand seit Mitte Mai fest, allerdings wurde auch hier zwischenzeitlich gezittert, dass die Spiele verlegt werden müssen. Das war mit dem Bronnzeller Abstieg aus der Verbandsliga schließlich hinfällig, und so war der 5. Juni schon vorab in allen Kalendern eingetragen. Die Stimmung der Fans in Lütter war prächtig, rund 200 Anhänger peitschten das junge Team zum Sieg, obwohl beide Dörfer zusammen weniger als 500 Einwohner haben. Stolz sei der Verein daher, hat nun aber das größte Spiel zu stemmen, das jemals in Dittlofrod stattfand. 30 Helfer werden im Einsatz sein, mehrfach besetzt sind zwei Eingänge und Kassen, sowie drei Verpflegungsstationen. Die bisherigen Rekorde von 500 Zuschauern bei Kreispokal-Spielen gegen Hünfeld oder Steinbach, beim KOL-Topspiel gegen Niederaula oder beim Gemeindepokal-Heimsieg vor wenigen Jahren dürften locker purzeln, diesmal hat sich auch die TSG Lütter mit vielen Fans angekündigt, auch aus der Marktgemeinde Eiterfeld und dem Kreis Hersfeld rechnet die SGDK mit zahlreichen neutralen Zuschauern und Vereinen. „Wir freuen uns jetzt, gerade nach dem Hinspiel, einfach nur riesig auf diese Kulisse und dieses einmalige Erlebnis, nicht nur für den Verein, sondern auch für die Menschen aus dem Dorf“, so der stellvertretende Vorstandssprecher Pascal Fischer: „Es ist organisatorisch eine Riesen-Herausforderung, seit Wochen sind viele Menschen im Vorstand und aus dem Vereinsumfeld unermüdlich im Einsatz. Auch wenn es nur im Hintergrund ist: Ohne sie wäre es nicht möglich“.