Fußball 06.06.2025

Gruppenliga-Relegation – Pachowski wird zum Held – Lütter steigt ab

Dittlofrod (jah) – Die SG Dittlofrod/Körnbach steht im Finale der Relegation zur Fußball-Gruppenliga: Gegen die TSG Lütter setzte sich die Elf von Jürgen Pomnitz verdient mit 2:1 (0:1) durch und spielt damit am Montagnachmittag (15 Uhr) gegen den FSV Thalau um den Aufstieg. Ausschlaggebend waren eine starke zweite Halbzeit der Gastgeber – und mit Kevin Pachowski ein Spieler, der normalerweise gar nicht von Anfang an auf dem Platz gestanden hätte.

Foto: Christine Görlich.

Es sind Geschichten, die nur der Fußball schreibt: Im Hinspiel musste SGDK-Leistungsträger Leonhard Käsmann angeschlagen ausgewechselt werden. Nun sollte Käßmann wieder von Beginn an ran, senkte jedoch beim Aufwärmen den Daumen – und mit Kevin Pachowski beorderte Trainer Jürgen Pomnitz den Spieler in die Startelf, der die Hausherren letztendlich ins Finale um den Aufstieg schießen sollte. Kurz nach Wiederanpfiff glich Pachowski zunächst aus, die TSG Lütter war mit dem Kopf noch in der Kabine: Nach einem perfekt getimten Steilpass blieb er vor Marius Arnold eiskalt. Es war der Auftakt einer starken Dittlofroder Halbzeit, die SGDK hatte im Anschluss reihenweise Chancen, um die Partie vorzeitig zu entscheiden. Allen voran Levin Baumgart – aber auch Pachowski selbst – vergaben jedoch teilweise 100-prozentige Möglichkeiten. So blieben die Gäste am Leben. Gollins Team drückte in der Schlussphase auf den Siegtreffer, ein weiterer Lütterer Treffer hätte die Verlängerung bedeutet. Die TSG warf alles nach vorn, Dittlofrods Schlussmann Cedric Hohmann reagierte tief in der Nachspielzeit unter anderem glänzend und bewahrte seine Farben vor zusätzlichen 30 Spielminuten. In der letzten Minute leistete sich Lütter dann einen folgenschweren Ballverlust, Pachowski lief mutterseelenallein auf Arnold zu und schoss die Gastgeber ins Glück.

Im ersten Durchgang sahen die 1500 Zuschauer – beide Fanlager sorgten für eine überragende Stimmung, Lütter hatte sogar einen Fanmarsch durch Dittlofrod organisiert – ein relativ ausgeglichenes Spiel. Beiden Teams war anzumerken, um was es ging. Lütter hatte leichte Feldvorteile, der Führungstreffer durch Florian Münkel per Abstauber (17.) war zumindest nicht unverdient. „Wir wussten, dass Lütter kommen musste. In der zweiten Halbzeit müssen wir dann meiner Meinung nach früher das 2:1 machen, aber wir haben gekämpft bis zum Schluss“, war SGDK-Trainer Jürgen Pomnitz nach dem Finaleinzug erleichtert. Rolf Gollin auf der anderen Seite war die Enttäuschung anzumerken: „Ich denke, es wäre heute mehr drin gewesen. Aber Fußball ist ein Ergebnissport und wir haben die Chancen, die wir hatten, nicht genutzt.“ Der Lütterer Trainer richtete den Blick trotz des Abstieges bereits wieder nach vorne: „Wir haben so viele Verletzte. Ich glaube, wenn alle fit sind und mit den Neuzugängen für die kommende Saison, dass diese Mannschaft nichts in der Kreisoberliga verloren hat. Heute regnet es eben, aber ich bin mir sicher, dass in der nächsten Saison wieder die Sonne scheinen wird.“ Seinem Team könne der Trainer nur ein Kompliment aussprechen: „Wir waren trotz den ganzen Ausfällen mehr als konkurrenzfähig. Die Spieler haben maximale Leidenschaft gezeigt, maximales Engagement. Natürlich ist es dann irgendwann eine Qualitätsfrage, irgendwann kannst du das nicht mehr kompensieren, wenn so viele Leistungsträger ausfallen.“

Dittlofrod/K.: Hohmann; Lange, Hofmann, Baumgart, Pabst, Witzel, Biel, Befort, Pachwoski, Strube, Dzinic

TSG Lütter: Arnold; Müller, Dechant, Münkel, Kremer, Höhl, Drüschler (64. Kreis), Fischer, Schramm, Schertell, Grösch.

Schiedsrichter: Andreas Böck (Bellings)

Tore: 0:1 Florian Münkel (17.), 1:1 Kevin Pachowski (47.), 2:1 Kevin Pachowski (90+6.)

Zuschauer: 1500