Lokales FD 30.06.2025

Gemeinsam für den Rebhuhnschutz – 43 Betriebe machen mit

Fulda (pm/as) – Das Rebhuhn im Blick: Gut 30 Teilnehmende kamen zur Infoveranstaltung über den aktuellen Stand des Rebhuhn-Schutzprojektes. Projektleiterin Lisa Holz vom Fachdienst Natur und Landschaft des Landkreises Fulda begrüßte projektbeteiligte Landwirte sowie am Projekt interessierte Gäste.

Das Rebhuhn (Perdix perdix). Foto: Anna-Lena Bieneck

Gemeinsam für den Rebhuhnschutz: Projektbeteiligte Landwirtinnen und Landwirte waren zur Infoveranstaltung mit Expertinnen und Experten gekommen. Foto: Landkreis Fulda

Seit den 1980er Jahren sind die Bestände der Offenland-Art zurückgegangen – auch im Landkreis Fulda ist das Rebhuhn stark gefährdet. Gleichzeitig ist es aufgrund der geografischen Lage besonders wichtig, dass die Rebhuhn-Bestände im Landkreis Fulda stabil sind. Das ist notwendig, um den genetischen Austausch der verbliebenen Vorkommen in Thüringen, Bayern und Südhessen sicherzustellen.

Wegen der Standorttreue des Vogels, dessen Radius kaum 50 Kilometer weit reicht, können durch die Fuldaer Population die weit auseinanderliegenden, restlichen Bestände in den angrenzenden Bundesländern verbunden werden.

Eine wichtige Rolle kommt dabei der Landwirtschaft zu. Daher beteiligt sich der Landkreis Fulda seit dem Jahr 2021 an dem, vom Land Hessen geförderten Feldflurprojekt „Rebhuhnschutz im Landkreis Fulda“, um dem Artenverlust auf ackerbaulichen genutzten Flächen entgegenzuwirken. Dabei geht es um die Schaffung von Lebensräumen, in denen das Rebhuhn brüten kann, Nahrung für den Nachwuchs findet und ausreichend Deckung hat. Die projektbeteiligten Landwirtinnen und Landwirte schaffen lichte Flächen mit besonderer Struktur, die für mehrere Jahre dem Rebhuhn als Rückzugsraum dienen. Zudem lassen sie einen Teil der Getreideernte stehen, um ein Nahrungsangebot zu schaffen oder säen Kulturen in weiter Reihe statt breitflächig, damit das Rebhuhn neben Deckung auch ausreichend offene Bodenstellen und Insekten findet. „Damit leisten sie einen enormen Beitrag zur Erhaltung und Verbesserung der Biodiversität im Landkreis Fulda“, sagt Lisa Holz. Aktuell sind im Landkreis Fulda 41 Betriebe im Schutzprojekt, sieben davon sind im Jahr 2025 dazugekommen. Derzeit beläuft sich die Rebhuhnschutzfläche im Landkreis Fulda  insgesamt auf 122 Hektar.

Für die Jägerschaft berichteten Thomas Schiffhauer und Marius Ruhl über ihre Erfahrungen aus der Rebhuhnhege und machten deutlich, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen müssten, um das Rebhuhnvorkommen zu retten. Die beteiligten Jäger leisten ihren Einsatz ehrenamtlich in erheblicher Stundenzahl. 

Im Verlauf der Veranstaltung referierte auch Johannes Knab, Biodiversitätsberatung beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. Stefan Stübing, Fachreferent für Avifaunistik, lobte das konstante und überdurchschnittliche Interessen am Rebhuhnschutz – vor allem auch der Landwirte, wie die Resonanz auf die Veranstaltung zeige. Jessica Eifert, beim Landkreis Fulda zuständig für das Rebhuhn-Schutzprojekt, dankte allen für den engagierten Einsatz. „Auch wenn das Anlegen und die Pflege der Rebhuhn-Schutzflächen gefördert werden, so steht bei den beteiligten landwirtschaftlichen Betrieben ein großes Stück Liebe zur Natur und zu den in der Feldflur lebenden Tieren im Vordergrund“, sagte sie.

Andrea Imhäuser, Rebhuhnschutz-Expertin aus Bad Zwesten, Dr. Martina Meeske, Dezernat Schutzgebiete, Artenschutz, biologische Vielfalt, Landschaftspflege beim Regierungspräsidium Kassel und zuständig für das Rebhuhn-Schutzprojekt in Fulda sowie Vertreterinnen der Unteren Naturschutzbehörden von Stadt und Landkreis Fulda standen für Fragen der Teilnehmerrunde zur Verfügung. Interessierte an dem Projekt können sich beim Landkreis Fulda an Jessica Eifert (0661 6006 7940) oder Lisa Holz (0661 6006 7943 wenden).