Nach einer kurzen Begrüßung durch IHK-Präsident Dr. Christian Gebhardt, lauschten Vertreter aus Wirtschaft und Politik gespannt, was die beiden Redner in ihren Impulsvorträgen zu erzählen hatten. Ulrich Ueckerseifer, Wirtschaftsjournalist und Washington-Korrespondent, fasste auf charmante und direkte Weise die Konsequenzen von Donald Trumps Handeln für die derzeitige weltwirtschaftliche Lage zusammen und erklärte auch, warum der Präsident der USA so viele Zölle erhebt. „Deutschland hatte nach der Wiedervereinigung eine ausgeglichene Handelsbilanz“, erläuterte er: „Also etwa die gleiche Menge Export wie Import.“ In den vergangenen Jahrzehnten habe sich diese immer mehr zu Ungunsten der Vereinigten Staaten entwickelt, was Trump „immer wütender werden hat lassen“, betonte er und lachte: „Je größer das Defizit, desto schlechter seine Laune.“ Weiter klärte er über die Historie, die politische und wirtschaftliche Lage in den USA und deren Auswirkungen auf die gegenwärtige Situation sowie über die Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen zur EU und Deutschland auf.
Paul Meyer, US-Handelspolitik-Experte der Deutschen Industrie- und Handelskammer, gab den Gästen Einblicke in Statistiken der DIHK und zeigte damit die Instabilität und Unsicherheit in der internationalen Wirtschaft auf. Aber er führte auch Lösungen für die Herausforderungen der kommenden Zeit an. So sprach er sich beispielsweise für die Erhaltung und den Ausbau von Freihandelsabkommen, bei gleichzeitiger Investition in den Wirtschaftsstandort Europa und Deutschland aus. „Als EU stehen wir oft vor der Wahl zwischen USA und China“, fügte er an und appellierte: „Wir müssen investieren, damit wir als guter ‚Middle Ground‘ dastehen können.“
Nach den Reden traten die drei regionalen Unternehmensvertreter Julia Uth (Uth GmbH), Hans-Joachim Finger (Hubtex Maschinenbau GmbH & Co. KG) und Torsten Müller (Sartorius AG) gemeinsam auf der Bühne in den Diskurs und lieferten dem Publikum Impressionen aus ihrer eigenen beruflichen Erfahrung mit dem amerikanischen Markt. Als mittelständische Unternehmensleiter berichteten sie von plötzlichen Importproblemen, unsicherer personeller Zukunft und Herausforderungen durch Instabilität in der Wirtschaft. „Um es mal ganz deutlich zu sagen: ‚Uns brennt zur Zeit der Kittel‘“, stellte Finger heraus: „Wir wissen teilweise wirklich nicht, wie es weiter gehen soll.“ Dennoch blieben die drei Redner optimistisch. „Die USA wird für uns ein Schlüsselmarkt bleiben“, sagte Uth: „Wir müssen schauen, wie es weitergeht.“ Nach dem offiziellen Teil bestand die Möglichkeit zum Netzwerken im Foyer des Marmorsaals, die alle Teilnehmer rege wahrnahmen.
