Begonnen hatte der Tag mit einem kostenlosen Trainerworkshop mit DFB-Direktor Hannes Wolf. Im Audimax der Obersbergschule erfolgte am Samstagvormittag der theoretische Teil. Nach dem Mittag ging es dann auf dem grünen Rasen weiter. Die gut 200 Trainer und Trainerinnen, die das Angebot nutzten, machten sich fleißig Notizen, während der U20-Nationaltrainer mit den Fuldarer Regionalauswahlspielerinnen der U12 und U14 eine Trainingseinheit durchzog. „Alles geht, keiner steht“, so eröffnete er die Einheit. Was besonders auffiel, jede Übung war zeitlich getaktet, was die Mädels ständig in Bewegung hielt. Eine Fragerunde bildete den Abschluss. „Die Arbeit, die ihr leistet ist sehr kostbar“, mit diesen Worten entließ der Auswahltrainer die Teilnehmer.
Ehe es dann um die Pokalehre ging, standen zunächst die Meisterehrungen der hessischen Mädchen- und Frauenspielklassen auf dem Programm. Hannes Wolf, Frank Illing, Vorsitzender des Verbandsausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung beim Hessischen Fußball-Verband, Kreisfußballwart Rainer Schmidt, der Ehrenamtsbeauftragte des HFV, Thomas Becker, und die stellvertretende Vorsitzende für Frauen- und Mädchenfußball, Anett Moscher, überreichten fast 50 Meisterurkunden an die einzelnen Klassensieger von den Mädchen bis zur Frauen-Hessenliga. Höhepunkt aus heimischer Sicht war die Übergabe der Urkunde an den Gruppenligameister und Verbandsligaaufsteiger FSG Raßdorf/Bosserode.
Danach wurde dann endlich Fußball gespielt. Für die Marburger begann die Partie zunächst nicht programmgemäß, da man die Trikots vergessen hatte. Noah Seitz, der für die Organisation auf dem Stadiongelände verantwortlich zeichnete, besorgte auf dem kurzen Dienstweg die Trikots von der SG Festspielstadt/SpVgg. Hersfeld/Asbach, die zumindest in Gelb farblich zum Originaltrikot der Blau-Gelben passten, dass die Mannschaft dann nach dem Seitenwechsel trug. Der Underdog begann mutig und setzte den OFC in den ersten Minuten unter Druck. Mit zunehmender Spieldauer übernahm aber der Favorit das Zepter, doch weder Maike Weber, noch Leonie Gosch konnten die Marburger Keeperin Vanessa Erbes überwinden. Auf der Gegenseite verpasste Kyra Czerwinski die, wenn auch dann überraschende Führung, nach einem Alleingang, da ihr Schuss knapp am linken Pfosten vorbei ging. In der Folge erhöhte der OFC dann den Druck, wobei ein Schuss von Weber von der Unterkante der Latte ins Feld zurück sprang. Ein Treffer wäre für Weber, die ihr letztes Pflichtspiel bestritt, der Höhepunkt zum Abschluss einer einzigartigen Karriere gewesen. Kurz darauf visierte Franziska Riepl den rechten Außenpfosten an und die anschließende Kopfballeinlage von Natasa Petrov war nicht von Erfolg gekrönt. Nach einer Trinkpause dann doch noch die Führung für die Offenbacher. Riegl passte scharf nach innen, wo Aline Czaplicki goldrichtig stand und den verdienten Pausenstand herstellte.
In der Halbzeit wurde das Publikum von der Freestylerin Maja unterhalten. Als Highlight des Frauenfußballs in Hessen bezeichnete HFV-Präsidentin Prof. Dr. Silke Sinning im Interview mit der Radioreporterin des Hessischen Rundfunks, Martina Knief, das Pokalfinale. Sie freute sich über das gute Spiel, das beide Teams bisher geboten hatten und sprach die Hoffnung aus, dass es den Marburgerinnen doch noch gelingen könnte, das Blatt zu wenden. Es blieb aber dabei, die Offenbacherinnen dominierten auch im zweiten Spielabschnitt, auch wenn es nur noch zu einem zweiten Treffer durch Natasa Petrov reichte. Mit dem erneuten Titelgewinn zieht der OFC in den DFB-Pokal ein und darf auf klangvolle Gegner, wie Bayern München, Wolfsburg oder Frankfurt auf dem heimischen Bieberer Berg hoffen. Bei der Siegerehrung durch Silke Sinning, Landrat Torsten Warnecke und Bad Hersfelds Bürgermeisterin Anke Hofmann gab es dann nur strahlende Gesichter. Natürlich durfte auch die obligatorische Stracke vom Landrat für die beiden Trainer nicht fehlen.
