Insgesamt blickt das Heiligenhäuschen an diesem Ort auf fast 500 Jahre Geschichte zurück. Der im Dreißigjährigen Krieg errichtete Vorgängerbau aus Fachwerk wurde 1978 abgerissen, weil er seit Jahren ohne Funktion immer weiter verfiel und Ziel von Vandalismus wurde. Die im selben Jahr errichtete Ersatzkapelle, der ehemalige Altarraum der 1975 abgerissenen Filialkirche Sankt Odilia aus Obernüst, stand dann über zwei Jahrzehnte als Rohbau ohne Innenausstattung weiter ohne Funktion neben der Straße. Im Jahr 2000 wurde dann mit Gerhard Krug als „treibender Kraft“, wie der heutige Vereinsvorsitzende Martin Herber es ausdrückte, der Förderverein gegründet. Schon im September 2001 war der Innenraum würdig mit einem Altar, der wieder aufgefundenen Siebenschläferplastik aus der alten Kapelle und einer Strahlenmadonna, fertiggestellt und wurde am 2, September von Ludwig Schick eingeweiht. Der Gründungsvorsitzende Gerhard Krug leitete den Verein in unermüdlicher Arbeit insgesamt 19 Jahre lang, bevor er altersbedingt den Vorsitz aufgab. Die von ihm etablierten festen Termine, eine Wallfahrt zur Kapelle am Hagelfeiertag, ein Sonntagsgottesdienst am „Siebenschläfertag“, jeweils mit anschließender Verköstigung, sowie ein Kindergottesdienst nach den Sommerferien werden auch unter seinem Nachfolger Martin Herber fortgeführt.
Erzbischof Schick ging in seiner Predigt sowohl auf seine Verbindung zum Weyherser Pfarrer Markus Schmitt, beide hatten Kaplanstellen in Neuhof, als auch auf sein goldenes Priesterjubiläum in dieser Woche ein: „50 Jahre Priester, es waren erfüllte Jahre, mehr als die Hälfte davon in Fulda.“ Wie er sagte, erinnerte er sich noch gut an die Segnung er Kapelle vor fast 25 Jahre. Damals war das Thema seiner Predigt „Lasst uns die Heiligkeit wieder entdecken“. Und so freute es ihn heute, dass es weiter Heiligenhäuschen heißt, trotz des Vereinsnamens „Siebenschläferkapelle Weyhers/Ebersberg“. Zu dem Thema heilig sagte er: „Normale Christenmenschen sollten eigentlich heilig sein. Bewahrt das Heiligenhäuschen – werdet Menschen, die heilig sind. Wenn ihr das werdet, spürt ihr auch, was euch im Leben geschenkt wurde.“ Vor 25 Jahren war auch Gerhard Möller, damals Erster Kreisbeigeordneter, bei der Einweihung dabei. Dieses mal war ihm das aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, er ließ aber über Schick ausrichten: „Hoffentlich können wir auch das 50.te feiern.“ Auch wenn Erzbischof Ludwig Schick das für unwahrscheinlich hielt für sich, wünschte er dem Verein doch, dass nicht nur das fünfzigjährige Jubiläum, sondern auch das nach 75, 100 und 150 Jahren gefeiert werden wird.
Vorsitzender Matin Herber dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern, welche die Kapelle und da Umfeld pflegen, die Festlichkeiten rund um die Gottesdienste organisieren und in den 25 Jahren den Verein am Laufen hielten. Besonders erwähnte er dabei auch den Musikverein und Pfarrer Schmitt, der seit nunmehr 15 Jahre als Nachfolger von Pfarrer Jörg Stefan Schütz die Gottesdienste, bei meist gutem Wetter, feiert. Für Ludwig Schick gab es für die Heimreise einen Korb mit Rhöner Spezialitäten.
Eine ganz besondere Nähe zur Kapelle hat Regens Dirk Gärtner, der neben der Priesterausbildung momentan auch als Dozent für Moraltheologie in Regensburg tätig ist. Aufgewachsen in Weyhers wohnten seine Großeltern im Weiler Rödersbach. Die Kapelle lag quasi auf halber Strecke auf dem kurzen Weg: „Die Kapelle lag so nah am Hof meiner Großeltern, das man sagen kann, es ist fast schon der Hinterhof. Wir waren oft dort und habe dort viel Zeit verbracht, damals auch noch in der Landwirtschaft mitgeholfen. Sicherlich war die dort gelebte Frömmigkeit auch einer der Gründe, weshalb ich Priester wurde.“
