Erste Einblicke der Ausstellung konnten bei einem Presstermin gewonnen werden. Zum ersten Mal präsentierte das Schloss Fasanerie Kunststücke aus dem Raum China und Japan, sodass eine sehr beeindruckende Wirkung erzeugt wird. „Wir haben die Stücke nach ihre Bedeutung ausgewählt, denn viele der Stücke erzählen eine eigne Geschichte“, erklärte Museumsdirektor Dr. Markus Miller. Aufgrund vieler Exporte aus China und Japan sei ein Großteil der Exponate nach Europa und schließlich ans Schloss Fasanerie gelangt. Erste Absatzmärkte bildeten sich im islamischen Raum sowie in Europa bereits im 15. Jahrhundert, da Porzellan zu dieser Zeit nur in China hergestellt werden konnte. Die Ausstellung thematisierte auch den früheren Handel zwischen China und Japan, die gezielt für den europäischen Markt produzierten. Fachwissenschaftliche Unterstützung erhielt das Team von Schloss Fasanerie durch zwei Spezialistinnen: Dr. Monika Kopplin aus Münster, Expertin für asiatische und europäische Lackkunstwerke, befasste sich mit diesem Sammlungsteil und Annette Mertens aus Rathenow im Havelland kümmerte sich um die Porzellanobjekte.
Jeder Raum in der Sammlung ist mithilfe von Farbsymbolik auf die passenden Exponate angepasst, sodass der Raum mit den Kunstschätzen eine ganz eigene Wirkung erlangt. Eine gelbe Farbsymbolik repräsentierte Kunststücke des chinesischen Kaisers. Spitzenstück aus dem kaiserlichen Umfeld ist eine frühe chinesische blau-weiß bemalte Schale. Auf den ersten Blick eher unscheinbar ist die Schale eines der wertvollsten Exponate der Ausstellung, denn sie wurde für den kaiserlichen Palast angefertigt. Besucher können Kunststücke, die für den Export als auch für den heimischen Verkauf dienten, bestaunen. „Porzellan war damals so begehrt, aufgrund seiner Hygiene, Praktikabilität und der isolierenden Wirkung“, so der Museumsdirektor. So wurden Motive mit deutschen Wappen oder Formen für den europäischen Bedarf kreiert. Des Weiteren erzählt die Ausstellung die Geschichte der japanischen Produktion, die sich gestalterisch sehr von der chinesischen Gestaltung unterscheidet.
Die genaue Geschichte und wie sich die unterschiedlichen Gestaltungen entwickelten, werden in den Ausstellungsstücken gezeigt. Doch nicht nur Porzellanstücke waren in der damaligen Zeit eine rare Exportware, sondern auch Lackstücke oder mit Lack überzogenes Porzellan waren wahre Exportgüter auf dem europäischen Markt. Die einzelnen Stücke waren immer auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet, sodass besondere Farben oder Tier-Metaphorik die Unterschiede zwischen der chinesischen und japanischen Produktion zeigt. Zudem werden herausragende Beispiele ostasiatischer Schnitzkunst aus Nashorn und Elfenbein gezeigt, die in China im 17. und frühen 18. Jahrhundert gefertigt wurde.
Die Ausstellung ostasiatischer Kunst ist ein tiefer Einblick in die Geschichte, was in der Raumgestaltung der einzelnen Räume verwirklicht wurde. So sind die Exportgüter in Holzvitrinen gefasst, um die besondere Geschichte besser zu verdeutlichen. Bis Oktober können Besucher die Ausstellung im historischen Badehaus bestaunen die Geschichte der Exponate erfahren.
Öffnungszeiten Ausstellung
im historischen Badehaus von Schloss Fasanerie 28. Juni bis 5. Oktober 2025
Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr
Eintritt: 6,50 Euro / 5,50 Euro (ermäßigt*) / 3,50 Euro (Schüler)
Öffentliche Führung: sonntags um 15 Uhr
Preis: 9,50 Euro / 8 Euro (ermäßigt*) / 4,50 Euro (Schüler)
„Zwischen Bambus und Bläschen“: Exklusive Abendführung mit Sektempfang: Do., 10. Juli, Do., 7.
August, Do., 28. August, 18.30 Uhr, Preis: 22 Euro
