Prof. Dr. Daniela Ammer von der Hochschule Fulda begrüßte die Gäste im Grünen neben dem ehemaligen Schafstall der Wiesenmühle. Sie erklärte, dass der Abend dazu diene, „mit spannenden Gästen ins Gespräch zu kommen“. Eingeladen worden waren Prof. Dr. Ingo Uhlig von der Universität Halle-Wittenberg, Experte für Energienarrative, Ingeborg Peine, Vertreterin des Bund Kreisverbands Fulda, Philipp Hütsch, Landwirt und Fachschulleiter aus Petersberg, Prof. Dr. Stefan Weidmann, Sozialraumforscher an der Hochschule Fulda, Felix Döppner vom Bündnis für Klima und Nachhaltigkeit Fulda sowie Klaus Schleicher von der Energiegenossenschaft Eichenzell. Die Journalistin Pia Uffelmann aus Leipzig moderierte die Diskussion.
„Energiegewinnung prägt unsere Welt“, stellte Uffelmann in ihrer Einleitung fest. Sie befragte nacheinander die einzelnen Gäste zu ihrer Wahrnehmung des aktuellen Diskurses und der Begriffe, die dabei häufig das Narrativ prägen würden. „Die Energiewende ist ein dezentrales Unternehmen“, erläuterte Prof. Dr. Uhlig in der Diskussion. Es gehe darum, mit den Menschen zu sprechen und sie auf die vielen Chancen hinzuweisen, die ein solches Unterfangen mit sich bringe. Neben der technischen brauche es auch eine kulturelle Transformation, machte er deutlich. Verschiedene Erzählungsmethoden könnten dabei Projekte stärken oder ausbremsen. Der Experte hob hervor, wie wichtig die Akzeptanz in der Bevölkerung für einen Erfolg von erneuerbaren Energien sei.
Peine merkte an, dass im Beispiel von Windrädern gewisse Umweltschäden unvermeidbar seien. In Deutschland würden beispielsweise laut Schätzungen im Jahr rund 200.000 Vögel durch Windräder verletzt und getötet werden. Dies sei schlimm, so die Vertreterin des Bund Kreisverbands Fulda. Im Vergleich zu den rund 100 bis 110 Millionen Vögeln, die jährlich in Deutschland durch Glasfassaden verletzt und getötet werden, sei diese Zahl aber sehr gering. Hier gebe es deutlich mehr Potenziale zum Vogelschutz. Peine machte deutlich, dass auch Photovoltaik ausgebaut werden müsse: „Es gibt so viele versiegelte Flächen, die wir nutzen können“, meinte sie mit Blick etwa auf Parkplätze und ergänzte: „Wir müssen uns an neue Landschaften gewöhnen.“ Über die gute Kombination aus Landwirtschaft und Solarstrom-Erzeugung berichtete Hütsch, der bei seinem Hof ein Agri-PV-Projekt umgesetzt hat. Dort befinden sich neben der Photovoltaik auf den Feldern auch Büsche für den Anbau von schwarzen Johannisbeeren.
Die Gäste hatten während der Veranstaltung Gelegenheit, immer wieder Anmerkungen zu machen und sich am Gespräch zu beteiligen. Im Anschluss bestand noch die Gelegenheit zum allgemeinen Austausch. Die Wandelbar Talks sind eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Hochschule Fulda / dem Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung und der Volkshochschule der Stadt Fulda. Der Termin fand dieses Mal in Kooperation mit dem Umweltzentrum Fulda statt und wurde von hr Info präsentiert.
