Lokales FD 24.06.2025

Bürgermeisterwahl in Poppenhausen – 300 Besucher beim Wahlforum

Poppenhausen (as) – Neue Wohngebiete, Stärkung des Tourismus und Infrastruktur erhalten: Um diese und viele weitere Themen ging es am Montagabend beim FZ-Wahlforum in Poppenhausen. Im Von-Steinrück-Haus hatten sich 300 Gäste versammelt, um sich über die Kandidaten zu informieren. Tobias Farnung (CDU) und Alexandra Ballweg (unabhängig) sprachen über ihre Ziele für die Gemeinde. Die Wahl findet am Sonntag statt.

Von links: Tobias Farnung, Tim Bachmann und Alexandra Ballweg. Foto: Andreas Schellenberg

Moderiert wurde die Debatte von Tim Bachmann. Im Saal des Von-Steinrück-Hauses war kaum ein Platz freigeblieben, auch der amtierende Bürgermeister Manfred Helfrich lauschte den Plänen der Kandidatin beziehungsweise des Kandidaten im Falle eines Wahlsiegs. Interessierte hatten die Möglichkeit, direkt Fragen an die zwei Kandidaten zu stellen. Diese wollten beispielsweise wissen, wie die beiden Personen zu der Schaffung von neuen Wohnbaugebieten stehen. Ballweg betonte: „Ich stehe für einen lebendigen Kern in Poppenhausen.“ Sofern die Notwendigkeit und das Interesse nach mehr Baugebieten existiert, würde sie das Thema nicht ausschließen. Ein konkretes Ziel sei es aber nicht: „Ich will erst nach innen und dann nach außen schauen. Farnung erläuterte, dass er selbst vor zwei Jahren in einen Neubau eingezogen sei. Diese „Chance für Wohnraum“ wolle er nach Möglichkeit auch anderen Familien bieten, äußerte aber keine konkreten Orte. Mit der aktuellen Einwohnerzahl von 2782 Menschen in der Gemeinde zeigten sich beide Kandidaten grundlegend zufrieden.

Bachmann fragte während des Wahlforums die beiden Personen nach ihrer Motivation für das Amt aus. Farnung berichtete von der Anfrage der CDU in Poppenhausen, ob er Bürgermeister werden wolle. Die Arbeit in der Verwaltung sowie den Alltag habe sich der Diplomkaufmann und Journalist gut vorstellen können: „Es wurde mir zugetraut, ich selber traue es mir auch zu.“ Er wolle gerne seinen Beitrag leisten und dabei ein „Bürgermeister für alle“ in Poppenhausen sein. Ballweg, Diplomverwaltungswirtin und derzeit Vorsitzende der Gemeindevertretung, erzählte, dass 70-Stunden-Wochen für sie keine Neuheit wären. „Ich bin in der Rhön verwurzelt. Ich möchte etwas verändern“, erläuterte sie weiter. Ballweg ging außerdem darauf ein, wieso sie als unabhängige Kandidatin angetreten sei: „Ich wollte nicht zu einem Programm befragt werden, dass ich nicht vertrete.“ Politisch wie zwischenmenschlich sei sie immer an einer sachorientierten Lösung bei Konflikten interessiert. Farnung verwies auf sein großes Netzwerk durch die jahrelange Arbeit beim Parzeller Verlag, welches er als Bürgermeister positiv nutzen wolle.

Beim Tourismus waren sich beide Kandidaten vergleichsweise einig, dass in der Gemeinde schon vieles sehr gut laufe. Ballweg lobte etwa die Themenwanderwege und das Schwimmbad: „Hier kann es weitergehen.“ Sinnvoll wäre es, noch weitere gastronomische Angebote zu schaffen, meinte sie. Farnung sprach von einer riesigen Leistung, denn in Poppenhausen würden im Jahr rund 115.000 Menschen übernachten. Er schlug vor, die Gemeinde noch mehr als das „Wanderparadies“ zu bewerben. Keine kommunale Aufgabe sah Farnung beim Ausbau erneuerbarer Energien im Gemeindegebiet. Hier würden die Poppenhausener individuell schon gut aufgestellt sein. Ballweg widersprach: „Da geht noch was.“ Sie hob als positives Beispiel die Energieversorgung in Sieblos hervor. Nun liegt es an den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Poppenhausen, am Sonntag zu entscheiden, wer demnächst die Geschicke im Rathaus lenken soll.

Wahlforum in Poppenhausen. Fotos: Andreas Schellenberg