Lokales FD 27.06.2025

Bedarf steigt stetig: Helios baut Gefäßmedizin in Hünfeld aus

Hünfeld (fp/pm) – Die Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld baut ihr Angebot im Bereich Gefäßmedizin weiter aus. In der ehemaligen Gynäkologie-Station im zweiten Stock des Krankenhauses wird künftig ein breites Angebot an Gefäßchirurgie sowie Physiotherapie für die Patienten aufgebaut. Ein einstelliger Millionenbetrag werde in die Hand genommen, um diesen Bereich nicht nur strukturell zu erweitern, sondern auch mit der neuesten Technik auszustatten.

Das Team der neuen gefäßchirurgischen Abteilung. Von links: Ilona Helm, Sebastian Mock, Dr. Nils Ehresmann, Dipl. med. Ullrich Melzer, Shota Svandize, Bogdan Mircea. Foto: Felix Pillat

Helios investiert in die modernste Technik, wie beispielsweise in diese Angiographie-Anlage der neusten Generation. Foto: Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld GmbH

Bis Anfang kommenden Jahres soll der Umbau abgeschlossen sein, stellte Sebastian Mock, Klinikgeschäftsführer Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Aussicht: „Derzeit befinden wir uns noch in der Planungsphase.“ Die Ausschreibungen für Umbaufirmen sowie die neuen Geräte liefen derzeit, erklärte er weiter. Im Bereich Gefäßmedizin sei der Behandlungsbedarf in den vergangenen Jahren stark gestiegen, fügte er an. Die Umbaumaßnahmen seien notwendig, um diese Entwicklung aufzugreifen und damit die umfangreiche Versorgungssicherheit für die Region aufrecht zu erhalten, so Mock: „In den kommenden zehn Jahren sehen wir einen Anstieg des Bedarfs um weitere neun Prozent. Es ist klar, dass die Gefäßchirurgie eine tragende Säule unseres Hauses sein wird.“

Um dieses Unterfangen entsprechend durchzusetzen, werden keine Kosten gescheut: Denn neben der neusten Technik, sei das Krankenhaus auch personell am Rande des Non-Plus-Ultra aufgestellt. Ein Team von vier renommierten gefäßchirurgischen Fachärzten mit ausgezeichneter Expertise, Ärzten in Weiterbildung, einer Gefäßassistentin, speziell ausgebildeten Physiotherapeuten und fachkundigen Pflegekräften werde sich künftig um Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Venen und Arterien kümmern. „Mit diesen gezielten personellen Erweiterungen und der Anschaffung modernster Technik baut Helios diesen wichtigen Versorgungsbereich am Standort weiter aus“, so Mock.

Das ärztliche Team der Hünfelder Gefäßchirurgie besteht künftig aus Chefarzt Bogdan Mircea (Facharzt Chirurgie und Gefäßchirurgie, Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin, Endovaskulärer Chirurg, Endovaskulärer Spezialist), den Leitenden Oberärzten Dr. Nils Ehresmann (Facharzt Chirurgie und Gefäßchirurgie) und Shota Svanidze (Zertifizierter Gefäßchirurg, Zusatzbezeichnung Endovaskulärer Chirurg) sowie dem Leitenden Arzt Dipl. med. Ullrich Melzer (Facharzt Chirurgie, Gefäßchirurgie, Lymphologe (DGL)). Das Team wird von einer physiotherapeutischen Abteilung unter der Leitung von Ilona Helm unterstützt.

Von der Wichtigkeit der Umstellung und Erweiterung war auch Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok überzeugt. „Es ist klar, unser Haus hier ist systemrelevant und unser Haus hier ist wichtig für die Bürgerinnen und Bürger“, betonte er. Rund 13.000 Menschen würden jedes Jahr in der Helios St. Elisabeth Klinik in Hünfeld behandelt. „Das ist etwas, was uns als Stadt Hünfeld wichtig ist, dass das Klinikum hier langfristig erhalten bleibt“, stellte er heraus und ergänzte mit Blick auf das geplante Umbauprojekt: „Wir gehen das aus voller Überzeugung mit.“

 

Leistungsspektrum der Hünfelder Gefäßchirurgie gliedert sich in zwei Bereiche:

1. Interventionelle und arterielle Gefäßchirurgie

Die interventionelle Gefäßchirurgie ist ein Teilbereich der Gefäßmedizin, der sich auf minimal-invasive, kathetergestützte Verfahren zur Behandlung von Gefäßerkrankungen konzentriert. Statt großer Schnitte werden dabei über kleine Einstiche Drähte, Ballons und Stents in die Gefäße eingeführt, um Engstellen zu weiten, Verschlüsse zu beheben oder krankhafte Erweiterungen zu behandeln. In diesen Bereich fällt auch die Behandlung der pAVK (Schaufensterkrankheit) zur Verbesserung der Durchblutung bei verengten oder verschlossenen Beinarterien sowie so genannte Bypassoperationen zur Umleitung des Blutflusses bei stark verengten oder verschlossenen Arterien. Hierbei kommen häufig Hybridverfahren zum Einsatz, das heißt offene OP-Verfahren werden mit Kathetertechnik kombiniert.

 

2. Venöse Gefäßchirurgie und Lymphzentrum

Dieser Bereich befasst sich mit Erkrankungen der Venen. Dazu gehören unter anderem Krampfadern (Varizen). Neben der operativen Entfernung oder Verödung erkrankter Venen kommen auch moderne Verfahren wie Laser oder Radiofrequenz zum Einsatz. Ebenso gehört die Behandlung von Thrombosen, Venenentzündungen und Ulcus Cruris (offenen Beinen) zum Spektrum. Lip- und Lymphödeme sind ebenfalls Erkrankung, die hier versorgt werden. Es handelt sich hierbei um Schwellungen (meist an Armen und Beinen), die entstehen, wenn Lymphflüssigkeit nicht richtig abfließen kann. Die sogenannte komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) ist die bewährte Methode, um diese Schwellungen zu behandeln und Beschwerden zu lindern. Es ist eine kombinierte Behandlung aus manueller Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Bewegungstherapie und Hautpflege. Hier arbeiten Ärzte und speziell ausgebildete Physiotherapeutinnen Hand in Hand.

Alle vier Gefäßchirurgen des Teams haben selbstverständlich eine umfassende Expertise in dem großen Leistungsspektrum der Gefäßchirurgie. Dennoch gibt es Schwerpunkte: Bei Svanidze liegt dieser im Bereich der interventionellen und arteriellen Gefäßchirurgie, bei Dr. Ehresmann und Dipl. med. Melzer in der venösen Gefäßchirurgie und im Lymphzentrum. In individueller Abstimmung mit dem/n Patient:innen und je nach Schwere der Erkrankung sind sowohl ambulante als auch stationäre Behandlungsmöglichkeiten gegeben.

 

Investitionen in modernste Medizintechnik

Gleichzeitig investiert Helios in modernste Medizintechnik: In der Hünfelder Klinik entsteht eine komplett neue gefäßmedizinische Funktionsabteilung mit einer Angiographie-Anlage der neuesten Generation. Sie bildet das technische Herzstück der Gefäßchirurgie und ermöglicht hochpräzise Eingriffe mit minimalinvasiven Verfahren. Durch die Kombination aus hochqualifiziertem Fachpersonal und innovativer Technik wird PatientInnen eine Gefäßmedizin auf höchstem Niveau geboten.

Pressekonferenz zum Umbau in der Helios Klinik. Fotos: Felix Pillat