Zuständig für das Projekt ist die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges). Pressesprecherin Pia Verheyen bestätigt, dass im Zuge der Abbrucharbeiten im Baubereich bestimmter Bauteile des Brückenbauwerks lokal eingrenzbar asbesthaltige Faserplatten gefunden worden seien. Direkt nach dem Auffinden sei eine Probe genommen und Asbest festgestellt worden, führt sie weiter aus: „Dieser Asbest ist in Form kleiner Dichtungsplatten mit dem Beton gebunden und wird so nicht freigesetzt. Die Abbrucharbeiten in den beschriebenen Bereichen wurden zunächst unterbrochen und schließlich entsprechend der aufgetretenen Bauteilfunde angepasst.“ Da sowohl die Deges als auch die Bau- und Abbruchfirmen für den Umgang mit Asbest sowie den Vorgehensweisen für den sicheren Abbruch mit dem Material vertraut sind, konnten kurzfristig Maßnahmen ergriffen werden: „Dies sieht vor, dass die asbesthaltigen Faserplatten im größeren Abstand im Beton zunächst von oben ausgeschnitten sowie ordnungsgemäß und schadlos im Sinne der bestehenden abfallrechtlichen Anforderungen entsorgt werden. Eine schädliche Freisetzung von Asbestfasern in die Umwelt wird dabei vermieden.“
Aktuell sollen die ersten Entsorgungsmaßnahmen durchgeführt werden, erläutert Verheyen: „Dafür wird im südlichen Baustellenbereich eine Containeranlage eingerichtet, die als Schleuse zur Reinigung von Arbeitskleidung und -gerätschaften zum Einsatz kommt.“ Die asbesthaltigen Teile würden in diesem Baustellenbereich in großen, dafür vorgesehenen Säcken für den Abtransport sicher verpackt. Hierbei kämen staubbindende Maßnahmen zum Einsatz, die eine Freisetzung und Verteilung von Fasern verhindern: „Das Material wird von hier unmittelbar zu einer dafür zugelassenen Deponie abtransportiert. Sämtliche Arbeitsschritte sind mit den zuständigen Behörden im Regierungspräsidium Kassel abgestimmt und sind von dort genehmigt worden.“
Die Pressesprecherin versichert, dass für Mitarbeitende Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Umwelt keine Gefahr bestand oder besteht. In den gesichert nicht von Asbest betroffenen Bereichen seien die Arbeiten wie geplant fortgeführt worden: „Die Gründungsarbeiten für das neue südliche Widerlager der Brücke werden ausgeführt. Außerdem wird im nördlichen Bereich außerhalb der Ortslage eine Brecheranlage für die Zerkleinerung von Abbruchmaterial errichtet, welches keine Asbestbestandteile enthält.“ Zusätzlich stelle die Deges derzeit Baustraßen und Schutzgerüste für die kommenden Arbeiten her. Der Abbruch der östlichen Brückenhälfte werde voraussichtlich bis in den Herbst hinein andauern, so Verheyen: „Der Bau der neuen Brückenhälfte schließt sich unmittelbar daran an. Sobald diese fertiggestellt sein wird, kann der Autobahnverkehr darauf verlegt werden und der Rück- und Neubau der westlichen Brückenhälfte beginnen.“ Die Gesamtfertigstellung des Bauprojekts sei für 2029 vorgesehen: „Der Fund der asbesthaltigen Bauteile, welche nicht in den Bestandsunterlagen der Brücke aufgeführt waren und aufgrund ihrer Lage nicht vor Baubeginn erkannt werden konnten, wird voraussichtlich zu einer Verzögerung von einigen Wochen führen.“
