Lokales FD 25.06.2025

Almendorfer kommen mit Flagge und gewinnen Nachbarschaftspreis

Fulda (fp) – Das Netzwerk antonius: gemeinsam Mensch hat am Dienstagabend das erste Mal den Nachbarschaftspreis vergeben. Beworben hatten sich insgesamt 40 Nachbarschaften aus dem Landkreis Fulda. Nach einem wochenlangen Auswahlverfahren mit Jury und Online-Abstimmung wurden nun die sechs Finalisten geehrt. Den ersten Platz belegte die Nachbarschaft im Sandweg im Petersberger Ortsteil Almendorf, die sogar eine eigene Flagge mitbrachte.

Foto: Felix Pillat

Gemeinschaft, Zusammenhalt, Offenheit, Hilfsbereitschaft, Solidarität – diese und viele andere Werte zeichnen eine gute Nachbarschaft aus. Alle sechs Finalisten des Nachbarschaftspreises 2025 vertreten diese Werte, doch eine habe auf jeden Fall herausgestochen, betonte Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann, die auch in der Jury mitgewirkt hatte, in ihrer langen Laudatio. Bewusst steigerte sie die Spannung, bevor sie dann die Entscheidung verkündete: „Der Gewinner des Nachbarschaftspreises 2025 ist der Sandweg in Almendorf.“ Tränen der Freude kullerten den Mitgliedern der Gewinnernachbarschaft über die Wangen und langsam bewegten sie sich durch die Menge im antonius Café, um den Preis von Schirmherr Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld entgegenzunehmen. Auf die Frage, was sie denn mit den 2000 Euro, mit denen der Preis dotiert ist, anstellen wollten, lautete die Antwort prompt: „Wir machen erstmal ein großes Fest und dann machen wir ein Sandweg-Buch mit allen Bildern aus der Straße.“

Sebastian Bönisch, Geschäftsführer von antonius: gemeinsam Mensch, begrüßte gemeinsam mit Christian Strunz, Jurymitglied und Bewohner von antonius, die Gäste. „87 Prozent der Menschen in Deutschland geben an, einen Verlust des Gemeinschaftsgefühls zu erleben“, erklärte Bönisch in seiner Rede. Deshalb habe antonius den Nachbarschaftspreis ins Leben gerufen, um solidarische Nachbarschaften zu ehren. „Gemeinschaft entsteht durch Offenheit, Hilfsbereitschaft und Miteinander“, führte er aus und lobte, dass diese Werte, von allen geehrten Nachbarschaften verkörpert würden.

OB Wingenfeld lobte den Preis als eine „fantastische Idee“ und stellte heraus: „In einer Zeit, in der sich die Menschen immer mehr um sich selbst kümmern, finde ich es toll, dass heute Nachbarschaften für ihre Gemeinschaft ausgezeichnet werden.“ Der jeweils zweite und dritte Platz ging an die Petersberger Liegnitzstaße und an die Straße „Im Fischfeld“ in Fulda. Diese beiden Nachbarschaften wurden jeweils mit einem Pokal sowie einem Preisgeld von je 1000 Euro bedacht. Den vierten, fünften und sechsten Platz belegten die Nachbarschaften Maulkuppenstraße (Poppenhausen), Tränkhof (Poppenhausen) und „Rund ums Pfarrhaus“ (Rommerz). Alle drei erhielten jeweils einen mit Leckereien gefüllten Rucksack, der von der Region Fulda gespendet wurde.

Nach dem offiziellen Teil konnten alle Beteiligten im antonius Café feiern und den Abend ausklingen lassen. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Mike Ryan, der auf einer Akustikgitarre stimmungsvolle Songs spielte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Stephanie Mosler, die – begleitet von kleinen Kurzfilmen – die jeweiligen Nachbarschaften nacheinander persönlich vorstellte. Für Unterhaltung zwischendurch hatte auch das Improtheater mit Shaggy Schwarz gesorgt, bei dem es natürlich um da Thema Nachbarschaft ging.