Fußball 25.06.2025

A-Liga Schlüchtern – Flieden II entscheidet Nervenschlacht für sich

Flieden (jah) – In einem absoluten Krimi hat sich die Reserve des SV Buchonia Flieden in der A-Liga Schlüchtern zum Meister gekrönt: Bis zum Schluss kämpfte die Mannschaft von Dennis Leinweber mit der SG Distelrasen, dem SV Niederzell und der SG Oberkalbach um den Titel, mit der SGO war die Buchonia nach dem letzten Spieltag sogar punktgleich – und der direkte Vergleich ausgeglichen.

Foto: Christine Görlich

Aufgrund des besseren Torverhältnisses stieg Leinwebers Team direkt auf, Oberkalbach musste in die Relegation und scheiterte dort in einem Herzschlagfinale an der SG Löschenrod. Dem Trainer fiel es folglich auch nicht schwer, einen entsprechenden Schlüsselmoment der abgelaufenen Spielzeit herauszuheben: „Im Rückspiel in Oberkalbach haben wir mit 0:3 zurückgelegen, machen dann aber in der Schlussphase noch das eine, vielleicht entscheidende Tor“, erinnerte sich Leinweber. Das Hinspiel in Flieden gewannen die Buchonen mit 5:3, durch den späten Anschlusstreffer von Sebastian Leitschuh im Rückspiel am Geisberg endete der direkte Vergleich Unentschieden. „Sonst hätte Oberkalbach am Ende vielleicht ganz oben gestanden“, wusste Leinweber. So gelang es Flieden, drei Spieltage vor Rundenende noch vorbeizuziehen. Distelrasen, Niederzell und Oberkalbach nahmen sich teilweise gegenseitig die Punkte weg, Leinwebers Mannschaft gewann die letzten sechs Saisonspiele allesamt und konnte am Ende den Aufstieg feiern – nach einem standesgemäßen 6:0 am letzten Spieltag gegen Marjoß/Mernes. „Ich habe mich da dann kurz vor Mitternacht ausgeklinkt“, schmunzelte Leinweber: „Aber die Spieler haben natürlich noch länger gefeiert, die Erste kam da auch noch dazu.“ Eine gemeinsame Abschlussfahrt, um die Meisterschaft zu feiern, habe es ob der Umstände nicht gegeben. „Das war alles so eng, bis zum Schluss wusste ja quasi niemand, wer am Ende oben steht. Das wäre in der Kürze der Zeit kaum realisierbar gewesen“, erklärte der Trainer.

Nichts desto trotz ist Leinweber extrem stolz auf sein Team: „Der Wille der Mannschaft war überragend. Wir hatten einen kleinen Kader, trotz vorheriger Zusage haben uns im Sommer vor der Saison noch drei oder vier Spieler verlassen. Dazu hatte auch die erste Mannschaft immer wieder mit Ausfällen zu kämpfen, sodass immer mal wieder ein paar Spieler hochgezogen wurden.“ Nach der deutlichen 1:4-Niederlage im Rückspiel in Niederzell sei sein Team aber nochmal enger zusammengerückt. „Danach waren auch wieder mehr Spieler mit dabei. Man hat den Jungs angemerkt, dass keiner mehr Bock auf Relegation hat“ – nach dem Abstieg in die A-Liga über die Relegation 2023 scheiterte die Fliedener Reserve im letzten Jahr erneut in den Aufstiegsspielen. „Man hat gesehen, dass wir dann viel konzentrierter waren. Nach der Niederlage in Niederzell kam so ein „Jetzt erst Recht-Gefühl“ auf.“ Die gesamte Mannschaft habe im Anschluss an einem Strang gezogen, den einen Unterschiedsspieler habe es nicht gegeben, wie Leinweber betonte. Die Last sei viel mehr auf viele Schultern verteilt worden. „Vielleicht wurden wir dadurch auch ein Stück weit unberechenbarer.“ Bei Oberkalbach beispielsweise waren Spielertrainer Dzejlan Salkovic und Tim Emrulla für die Hälfte aller Tore verantwortlich, Niederzell stellte in Johannes Egner den Toptorjäger der Liga (27 Tore) – bester Fliedener Torschütze hingegen war Dario Hilgenberg mit 13 Treffern, dafür trafen gleich vier Spieler der Buchonia mindestens zehn Mal. „Wir haben das wirklich gut gemacht“, lobte Leinweber abschließend. Der Trainer führte Flieden II zurück in die Kreisoberliga, rückt nun aber als Co-Trainer von Christian Kreß in die Verbandsliga-Mannschaft auf. „Christian kam im Winter schon mal auf mich zu, ich wollte aber unbedingt die Runde noch zu Ende spielen“, erklärte der scheidende Trainer, dessen Amt nun der ehemaligen Distelrasen-Coach Philipp Mötzung übernimmt.