„Von der Paarung her hätte es sicherlich nicht besser laufen können“, weiß daher auch Kevin Schüler, Trainer von Johannesberg/Borussia II, der den Gegner persönlich jedoch nur vom Papier her kennt: „Ich weiß wenig über Buchonia, außer dass sie es im Grunde genommen seit Jahren versuchen, eine Liga höher zu spielen. Aber wenn ein Verein in der B-Liga schon Geld in die Hand nimmt, richtet man da im Regelfall wenig aus“, erläutert Schüler und lobt den Gegner für seine Arbeit: „Dafür gebührt ihnen wirklich Respekt. Sie setzen auf einheimische Leute und Freunde.“ Die Favoritenrolle schiebt Schüler darüber hinaus auch erstmal der Buchonia zu – obwohl sein Team „von oben“ kommt.
Warum? „Zum einen, weil es eine erste Mannschaft ist und sie, wie schon gesagt, ein eingeschworener Haufen sind. Zum anderen haben sie ein paar Spieler dabei, die auch schon höherklassig gespielt haben. Und zu guter Letzt strotzen wir aktuell gerade nicht so vor Selbstvertrauen.“ Damit spielt Schüler auf einige Resultate seines Teams aus dem Saisonendspurt an, beispielsweise die herben Niederlagen gegen Topteams wie Germania Fulda (0:9) oder Niesig (0:10). „Natürlich wollen wir trotzdem gewinnen. Generell ist es das Ziel, im Hinspiel am Donnerstag erstmal was mitzunehmen – also nicht zu verlieren. Das Rückspiel dann zuhause zu haben ist aus meiner Sicht ein Vorteil.“
Auf Seiten von Buchonia Fulda ist die Gefühlslage eine andere, schließlich zeigte die Elf von Daniel Frenzel in einer starken B-Liga konstant starke Leistung – auch wenn am Ende „nur“ Platz drei stand, Frenzels Team aber von der kommenden Spielgemeinschaft Hosenfeld II/Giesel I profitierte: Die eigentlich zweitplatzierte Reserve von Hosenfeld schließt sich mit der SG Giesel zusammen und übernimmt das Startrecht des A-Ligisten – und steigt somit quasi automatisch in die A-Liga auf, ohne an der Relegation teilnehmen zu müssen. „Aber wir haben es uns nach einem guten Jahr auch verdient: Wir waren dieses Jahr stärker und sind nur Dritter geworden.“ Bekanntlich scheiterte Frenzels Team, der damals gerade von Uwe Rümmler übernommen hatte, bereits im Vorjahr in der Relegation an der Reserve des FV Horas. „Wir wollen auf jeden Fall daheim etwas mitnehmen“, sagt Frenzel über das anstehende Hinspiel: „Es ist klar, dass wir hoch wollen. Den Grundstein dafür wollen wir im Heimspiel legen.“
Ein Trumpf von Schülers Team gegenüber den Buchonen könnte möglicherweise das verfügbare Personal sein: Immerhin könnte der Trainer auch Akteure einsetzen, die in den jeweiligen ersten Mannschaften, Johannesberg in der Gruppenliga und Borussia Fulda in der KOL, wenig zum Einsatz kamen. „Aber die Spieler aus dem Kader der Zweiten haben es sich auch einfach verdient, die Saison in diesen beiden Spielen jetzt nochmal herumzureißen“, betont Schüler, lässt sich allerdings ein Hintertürchen offen: „Die eine oder andere Überraschung im Kader könnte es vielleicht geben.“ Doch auch die Mannschaft von Daniel Frenzel ist personell gut aufgestellt: „Natürlich fehlt immer mal einer, aber alle Leistungsträger sind mit dabei.“
