Mit zwei Punkten Vorsprung auf Germania Fulda ging die Elf von Mario Lins in den letzten Spieltag, die Germanen mussten, neben einem eigenen Sieg, auf Schützenhilfe vom Türkischen SV hoffen. Die eigenen Hausaufgaben erledigte der Tabellenzweite beim 9:0 bei Johannesberg/Borussia Fulda II bravourös, die Unterstützung im Parallelspiel blieb jedoch aus – und das mehr als deutlich: Haimbach ließ rein gar nichts mehr anbrennen, mit 6:0 schoss Lins‘ Mannschaft den Türkischen SV ab und die Feierlichkeiten konnten beginnen. „Das ging schon beim Türkischen SV los. Wir hatten ja einige Fans mit dabei und haben uns auch selbst das ein oder andere Kaltgetränk genehmigt“, erinnerte sich Trainer Mario Lins zurück und schmunzelte: „Das Bier dort war aber tatsächlich recht zügig leer.“ Deswegen brach der komplette Tross in Richtung Haimbacher Sportlerheim auf, wo weitergefeiert wurde. Etwa 200 Fans warteten dort bereits auf das Team – und ganz im Stile eines Bundesligisten präsentierte sich Lins mit seiner Mannschaft auf dem Balkon des Haimbacher Sporthauses, um gemeinsam mit dem eigenen Anhang zu jubeln. „Das war schon geil“, gestand auch Lins: „Anschließend haben wir bis in die Morgenstunden zusammen gefeiert.“ Viel Zeit zum Schlafen blieb dem Trainer jedoch nicht – bereits um 11 Uhr am nächsten Morgen war ein Tisch in der Windmühle in der Fuldaer Altstadt reserviert. „Das ging dann auch nochmal zwölf Stunden, die Hartgesottenen sind dann nochmal weiter durch die Altstadt gezogen“, berichtete Lins und fügte an, dass die Feierlichkeiten damit noch lange nicht beendet waren: „Sonntags waren wir dann noch gemeinsam in Mittelrode beim Fest des Musikvereins, am Montag haben wir uns das Relegationsspiel zwischen Bimbach und Germania Fulda angeschaut.“ Nach einer kurzen Regenerationsphase stand dann noch die Abschlussfahrt an, anders als viele andere Mannschaften zog es den HSV jedoch nicht an den Ballermann nach Mallorca, sondern für drei Tage nach Budapest. „Das haben wir ganz bewusst gemacht, das ist mal etwas anderes. Man kann tagsüber viel unternehmen und auch das Nachtleben mit Bars und Clubs in der Stadt ist super“, erklärte Lins. Auch in der Hauptstadt Ungarns sei der Titel nochmal ausgiebig gefeiert worden. „Ich glaube, wir haben gezeigt, dass wir nicht nur auf dem Platz eine hervorragende Leistung bringen können“, so Lins augenzwinkernd.
Das sei laut dem Trainer auch genau das, was sein Team ausgezeichnet habe: „Wir haben ein hervorragendes Mannschaftsgefüge und waren immer mit Spaß bei der Sache. Die Jungs haben von Anfang an super mitgezogen.“ Dazu sei die Basis des Erfolgs eine herausragende Vorbereitung gewesen, wie Lins erklärte: „Wir waren drei Tage im Trainingslager in Unterfranken, da war fast jeder mit dabei. Unter anderem haben wir da auch die FSG Vogelsberg geschlagen. Die Vorbereitung hätte eigentlich nicht besser laufen können.“ Als der Kader vor der Saison dann weitgehend stand, unter anderem wurde Unterschiedsspieler Marc Wettels aus Eichenzell zurückgeholt, habe sich Lins mit dem Verein und seinen Spielern zusammengesetzt. „Wir haben besprochen, was unser Ziel sein soll. Und mit diesem Kader war eigentlich sofort klar: Wir wollen ganz oben mitspielen und im Idealfall hoch, aber komplett ohne Druck, den Aufstieg unbedingt realisieren zu müssen. Vielleicht hat das auch so ein bisschen den Ausschlag gegeben.“
Lins selbst hat den Verein nach dem Aufstieg im Sommer verlassen, hätte sich seinen Abschied aus Haimbach aber kaum besser vorstellen können. „Ich hätte auch mega Bock, mit der Mannschaft in der Kreisoberliga zu spielen. Aber meine Akkus sind leer, die letzte Zeit war schon enorm kräftezehrend.“ Der Trainer will nun erstmal pausieren, der Fokus soll auf Familie, Freunden und dem Job liegen: „Ich bin jetzt eigentlich seit 30 Jahren ununterbrochen jedes Wochenende am Sportplatz, erst als Spieler, seit 13 Jahren als Trainer. Die Familie hat darunter gelitten. Deswegen ist jetzt der richtige Zeitpunkt.“ Für den Meistertrainer hat im Sommer Adrian Giemza übernommen, der langjährige Trainer von Großenlüder II soll nun dafür sorgen, dass Lins‘ Vermächtnis auch in der Kreisoberliga fortbesteht.
