Die Bundesrepublik Deutschland befand sich mitten im Kalten Krieg, geprägt von der Konfrontation zwischen den westlichen Demokratien und dem kommunistischen Ostblock. Die damalige Bundesregierung unter Kanzler Ludwig Erhard setzte weiterhin auf eine enge Bindung an die westlichen Alliierten, insbesondere die USA, und verfolgte eine Politik der Stärke gegenüber der DDR und der Sowjetunion.
Als Franz Becker im Januar 1965 in den Verband der Reservisten eintrat und Mitglied der RK Fulda Land wurde, war er einer der Mitinitiatoren des traditionsreichen Wettkampfs Schießtag Osthessen. Bereits zwei Jahre später führte er eine Mannschaft beim 1. Dreiländerwettkampf in Bad Karlshafen zum 3. Platz. Von diesem ersten Erfolg angespornt, war er später in zahlreichen Wettkämpfen erfolgreich als Schütze und Organisator. Das führte dazu, dass er kurz vor dem Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks sogar die Bundes-Wettkampfmannschaft im Bereich Schießen ausbilden durfte. Dafür absolvierte er zuvor zahlreiche Lehrgänge, die ihn weiter qualifizierten.
Unter vielen anderen zum Schießlehrer für Infanterie- und Panzerabwehrwaffen, zum Scharfschützen und Scharfschützenausbilder sowie zum Ausbilder für Panzervernichtungstrupps. Seine Expertise brachte er auch in die Reservistenarbeit vor Ort ein. Seine Vielzahl an Interessen und Begabungen zeigt sich schon daran, dass er in den 80er und 90er Jahren gleichzeitig Pressebeauftragter des Kreises als auch Beauftragter für Schießwettkämpfe bei der noch heute extrem erfolgreichen RK Marbach war.
Franz Becker hat seine Arbeit für die Reserve in ganz Europa herumkommen lassen. Wettkämpfe in Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Dänemark, Österreich, Polen und Frankreich zieren seine Reservistenlaufbahn.
Seine Auszeichnungen durch befreundete Streitkräfte ist klangvoll:
Ehrenmitgliedschaft in der 64th Armor Schweinfurt (Order of Elefant)
Kavallerie Sporen des 4 Sqd des 11th ACR Fulda
Good contact Medaille des V. Corps US Army
Ehrenkreuz Bronze der Wiener Offiziersgesellschaft
Ehrenkreuz in Silber der Unteroffiziersgesellschaft Wien
Neben seinen Stärken bei der Förderung der militärischen Fähigkeiten seiner Kameraden hat Franz Becker seinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn als Beisitzer im Landesschiedsgerichts des Reservistenverbandes eingebracht.
Später engagierte er sich für die lebenserfahrenen Kameraden im Alter über 60, für die sich oftmals die Interessengebiete verändern und mit zunehmendem Alter weniger die sportliche Herausforderung oder das Schießen, sondern mehr sicherheitspolitische Bildung und die Kameradschaftspflege im Vordergrund stehen.
Rechnet man seine Dienstzeit bei der Bundeswehr hinzu, erreichen seine Leistungen die komplette Lebensspanne eines deutschen Mannes ab dem Erwachsenenalter. Derartig vielseitiges Engagement und Treue zum Reservistenverband und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unserer Verfassung ist schwer zu finden.
Dabei ist Franz Becker immer auch für seine stark vertretene Meinung bekannt gewesen und keinem Konflikt aus dem Weg gegangen. Ein Urgestein mit vielfältigen Talenten, das um das Gewicht seiner Meinung wusste und Durchsetzungsfähigkeit mit kameradschaftlichem Umgang verbinden konnte.
Seine Ehrung ist hochverdient und eine besondere Freude für Stabsunteroffizier d. R. Sven Fey, Kreisvorsitzender der Kreisgruppe Osthessen im Reservistenverband und Vorsitzender der Reservistenkameradschaft (RK) Burghaun, der Kamerad Becker mittlerweile seit über 15 Jahren angehört. Stabsunteroffizier d. R. Sven Fey und Hauptmann d. R. Thomas Niedenthal, Mitglied des Vorstands der RK Burghaun, überreichten Franz Becker die „Hohe Ehrung“ und wünschten ihm weiterhin viel Gesundheit und Tatkraft.
