Spannende Einblicke in viele Betriebe und eine gute Berufsorientierung: Für ihre Teilnahme am Programm des Berufsorientierungsprojekts Netzwerk Schulen wurden 121 junge Menschen aus elf verschiedenen Haupt- und Realschulen am Dienstag mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Viele waren in den Fürstensaal im Stadtschloss gekommen, um sich dort die Urkunde abzuholen. Die Vertreter des Vereins Netzwerk Schulen lobten die Jugendlichen und berichteten davon, wie wertvoll eine Ausbildung sei. Die Teilnehmer hatten sich freiwillig neben dem Schulunterricht auf die Berufswahl vorbereitet.
Für einige der begabtesten Schülerinnen und Schüler verlieh das Bildungsunternehmen Dr. Jordan während der Veranstaltung zusätzlich sieben Stipendien. Für Monika Jordan war das „eine alljährlich schöne Aufgabe“. Bisher seien in den 25 Jahren weit über 200 Stipendien vergeben worden, wofür das Bildungsunternehmen Jordan bisher über eine halbe Million Euro zur Verfügung stellte. Sie lobte die Stipendiaten: „Sie haben sich ganz besonders eingebracht und das Beste aus ihrer Zeit im Netzwerk gemacht.“
Für den Kreisausschuss lobte Mechthild Klee, die selbst vor einigen Jahren als Mutter bei einer Zertifikatsverleihung saß, das Projekt als „Zusammenschluss aller Schulen, der im Landkreis gut gelingt“. Die Schüler hätten nicht nur für sich, sondern für alle und das Leben gelernt. Vom Magistrat der Stadt war Stefan Grauel gekommen: „Ich bin hier um Danke zu sagen. Die Bildungsregion Fulda zeichnet sich durch kurze Wege aus und heute stehen die Haupt- und Realschulen im Fokus.“ Die Schüler seien durch das Netzwerk gut auf die Ausbildung vorbereitet worden: „Auch für die Unternehmen hat es große Vorteile. Sie können sich in Zeiten des Fachkräftemangels Auszubildende sichern. Das Netzwerk bietet den Jugendlichen eine Perspektive für die Zukunft und das Leben.“
Hubert Reith würdigte das Projekt auch mit einem Rückblick auf seinen eigenen Berufsweg. In der damaligen Zeit des Mangels an Ausbildungsplätzen gab es in seinem Wunschberuf Bankkaufmann auf zehn Stellen 500 Bewerber. So machte er zuerst eine Ausbildung, die ihm nicht lag. Erst über den Umweg Tennislehrer fand er dann zu dem Beruf des Lehrers. Vieles ging damals nur über „Vitamin B“ schilderte er: „Anhand meiner Vita kann man sehen, welche Folgen es hat, orientierungslos ins Berufsleben zu starten.“ Erst zehn Jahre nach seinem Abitur habe er seinen Beruf und auch Berufung, gefunden. Der zweite Vorsitzende des Vereins, Karl-Heinz Brand, lobte das Netzwerk Schulen als Möglichkeit, das Arbeitsleben mit seinen Chancen und auch Anforderungen schon vor der Ausbildung kennen zu lernen. Zukünftig solle der Schwerpunkt noch mehr in Richtung betriebliches Wissen gesetzt werden: „Das Zertifikat bedeutet für Ausbildungsbetriebe, hier kommen Menschen, die mehr tun als andere.“ Für die Schüler sei es dabei sicher oft hilfreicher als früher das von Reith genannte „Vitamin B“.
Projektleiter Michael Bien erläuterte den Anwesenden, was die Schülerinnen und Schülerinnen mit ihrer Teilnahme geleistet hätten. Sie hätten freiwillig Zeit investiert und ihre persönlichen Kompetenzen gestärkt. Über Praktika in den Ferien gab es für die jungen Menschen Gelegenheit, neue Eindrücke zu sammeln. Besucht wurden unter anderem Unternehmen wie Jumo, tegut…, Edag, die Filzfabrik Fulda sowie spannende Arbeitsorte wie das Rosenbad in Fulda. Zusätzlich sei den Mädchen und Jungen beigebracht worden, wie sie sich auf Vorstellungsgespräche vorbereiten können und worauf beim Ausbildungsvertrag zu achten sei. Bien machte deutlich, dass ein Zertifikat für die erfolgreiche Projektteilnahme bei den Firmen in der Region sehr gut ankomme. Er bedankte sich abschließend noch bei allen Dozentinnen und Dozenten, welche die Teilnehmenden während des Jahres begleitet haben.
