Sie erinnerte an die Anfänge im Jahr 2010, als die Diagnose ihres Sohnes und die Begegnung mit einer weiteren betroffenen Mutter zur Gründung der Selbsthilfegruppe führten. „Heute stehen wir hier mit vielen Erinnerungen im Gepäck, ganz viel gewachsenem Zusammenhalt und einer Menge Menschen, die mit uns diesen Weg gegangen sind“, sagte Ossenkopp-Wetzig.
Grußworte folgten von Frederik Schmitt, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Fulda, sowie dem Landtagsabgeordneten Thomas Hering, die die ehrenamtliche Arbeit und die Bedeutung solcher Netzwerke für betroffene Familien hervorhoben.
Ein Verein mit Wirkung
In ihrer Rückschau erinnerte Ossenkopp-Wetzig an viele Meilensteine, darunter die Gründung der ersten Herzsportgruppe für Kinder mit angeborenem Herzfehler in Hessen, zahlreiche Spendenaktionen, Förderpartnerschaften mit dem Verein Eitra Dynamit Eiterfeld und der Besatzung des Minenjagdboots Fulda. Auch der enge Kontakt zu medizinischen Partnern wie den örtlichen Kinderkardiologen, dem Klinikum Fulda sowie der Frühförderung wurde hervorgehoben.
Ein Slam, der unter die Haut ging
Statt einer klassischen Einführung in die Podiumsdiskussion präsentierte Dr. Ossenkopp-Wetzig ihren eigenen Poetry Slam – ein poetischer Blick auf das Leben mit einem herzkranken Kind. Mit Zeilen wie „Das Herz schlägt – aber nicht im Takt“ und „Wir sind Superhelden – nur ohne Umhang“ rührte sie viele Gäste zu Tränen und sprach den Familien aus dem Herzen.
Podiumsdiskussion mit Expertinnen und Experten
Unter der Moderation von HR-Journalist Hermann Diel widmete sich eine prominent besetzte Podiumsrunde dem Thema: „Versorgung von herzkranken Kindern im Landkreis Fulda und in Deutschland“. Teilnehmer waren Kinderkardiologe Prof. Dr. Jannos Siaplaouras, Dr. Johannes Weber vom Beirat des Klinikums Fulda, Susanne Schulte-Hoffmann von der Frühförderung und Dr. Carola Ossenkopp-Wetzig als betroffene Mutter.
Die Diskussion beleuchtete strukturelle Herausforderungen, mangelnde Übergangsangebote für Jugendliche, Lücken in der Versorgung, aber auch gute Ansätze in Fulda. Alle Beteiligten waren sich einig: Es braucht gute Netzwerke, mehr interdisziplinäre Angebote und eine stärkere politische Unterstützung.
Ein Abend voller Herz
Der Abend klang bei Fingerfood, Musik und vielen persönlichen Gesprächen aus. Dr. Ossenkopp-Wetzig dankte zum Schluss dem Organisationsteam, den zahlreichen Unterstützern und allen Gästen: „Wir leben nicht für den Herzfehler, sondern mit dem Herzfehler – und mit ganz viel Hoffnung.“ Die Gäste stießen an: auf die Herzkinder Fulda, auf die nächsten 15 Jahre – und auf das Leben.
