Lokales FD 04.07.2025

Zur Verkehrsberuhigung: Ortsdurchfahrt Welkers soll schmaler werden

Eichenzell (sk) – Mit großer Mehrheit beschloss die Gemeindevertretung Eichenzell, dass Planungen forciert werden sollen, die Ortsdurchfahrt durch Welkers für den Durchgangsverkehr verkehrsberuhigten, wenn Hessen Mobil die dortige Landesstrasse saniert.

Foto: Stefan Krug.

Wie Bürgermeister Johannes Rothmund darlegte, bestehen seit Jahren Bestrebungen der Gemeinde, dass die in den sechziger Jahren asphaltierte Ortsdurchfahrt saniert werden soll. Nach der Sanierung der Rhönhof-Kreuzung sowie dem geplanten Neubau der Autobahnbrücke sei es im „vordringlichen Bedarf“ von Hessen Mobil, auch die Ortsdurchfahrt zu erneuern. Während die Fahrbahn mit Landesmitteln bezahlt wird, liegt die Zuständigkeit für Geh- und Radwege bei der Gemeinde. Von der Gemeindevertretung wünschte der Bürgermeister einen Beschluss, ob zur Errichtung eines förderfähigen kombinieten Geh- und Radweges die Fahrbahnbreite im Ort auf 6,50 Meter verschmälert werden soll. Weiter sollte die Vertretung einen Grundsatzbeschluss fassen, ob aus Richtung Eichenzell kommend am Ortseingang eine Mittelinsel errichtet werden soll zur Ortseingangsberuhigung, an deren Kosten müsste sich die Gemeinde nach heutigem Kenntnisstand mit 150.000 bis 200.000 Euro beteiligen. Jeweils mit großer Mehrheit stimmte die Gemeindevertretung zu, diese Vorhaben zu planen, in der Diskussion vorher gab es aber auch einige kritische Stimmen.

Martin Schulta (Bürgerliste) äußerte Verständnis für den Wunsch der Anwohner, das „Leben an der vielbefahrenen Straße lebenswerter zu machen“. Kritisch sah er jedoch den Rückbau auf 6,50 Meter Straßenbreite: „Wir werden dort auch in Zukunft Lkw und landwirtschaftliche Fahrzeuge haben. Aufgrund deren Breite – bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis zu drei Metern – werden diese bei einer Begegnung jedes Mal bremsen und beschleunigen. Damit wird es mehr Lärm geben, wie bei einem gleichmäßig langsam fließenden Verkehr.“ Dem stimmte sein Fraktionskollege Oliver Kümmel zu, der die Verringerung der Breite einen Fehler nannte.

Nachdem Bürgermeister Rothmund darauf hingewiesen hatte, dass es nur mit der geringen Straßenbreite möglich werde, eine Förderung für den kombinierten Geh- und Radweg zu erhalten – dieser muss eine Mindestbreite haben – und es eine einmalige Chance sei, dass die Kosten bis auf einen relativ kleinen Anteil vom Land bezahlt oder gefördert werden, welche so in den nächsten 30 Jahren nicht wieder kommen werde, stellte Joachim Weber diese Praxis grundsätzlich in Frage: „Was wir hier haben: Es geht um Fördermittel und wir machen etwas, was am Ende Müll ist. Diese Fördermittelgeilheit ist schlecht.“ Sein Ansinnen wurde dann nur von wenigen Anwesenden geteilt. Die Mehrheit folgte der Argumentation des Bürgermeisters und von Markus Hasenau (CDU), der auch auf das einstimmige Votum des Welkerser Ortsbeirats verwiesen hatte: „Die schmalere Straße und die Verkehrsinsel werden große Wirkung zeigen zur Geschwindigkeitsreduzierung. Alles wird uns jetzt 300.000 Euro kosten, wenn wir es später machen, mindestens das Doppelte.“ Durch den Beschluss kann nun mit den Planungen begonnen werden und schon im kommenden Jahr sollen erste Gelder zur Verfügung gestellt werden.

Gemeindevertretersitzung in Eichenzell. Fotos: Stefan Krug.