Im Wegstecken der Enttäuschung nach dem verpassten Aufstieg hatte die SG Bad Soden bereits Erfahrung, doch der Umbruch in diesem Sommer fiel größer denn je aus: „Es sind acht Stammspieler gegangen, die gehörige Spielanteile hatten. Das ist eine sehr große Fluktuation“, meint Trainer Lars Schmidt, der in der Vorbereitung entsprechend die Aufgabe hatte, sich ein Bild der neuen Mannschaft zu machen – und es den Neuen so einfach wie möglich zu machen. Das Hessenpokal-Spiel gegen Bad Homburg (0:1) zeigte dem Coach zumindest die Erkenntnis, „dass wir eine ordentliche und eine nicht so gute Halbzeit hatten. Das gilt es jetzt, auszuweiten, weil wir insgesamt zu wenige Torchancen kreiert haben. Wir wollen uns so aufstellen, dass die Torgefahr erhöht wird, ohne dass hinten drastisch etwas passiert“.
Die Marschroute ist also klar an der Bornwiese: Erfolg soll sich wieder einstellen, wenngleich das mit viel neuem Personal eine große Aufgabe ist. „Ich denke, dass wir registriert haben, was machbar ist und wie wir es angehen müssen. Wir wissen, was den Jungs liegt, und was nicht so“. Um wieder vorne mitzuspielen, hoffe der Trainer auf einen guten Start, um die richtige Richtung frühzeitig einzuschlagen. Allerdings merkt Schmidt auch an: „Die Jungs kennen sich noch nicht so lange. Ich kann noch nicht sagen, dass wir sicher im Favoritenkreis dabei sind, aber ich traue es uns zu, dass wir wieder dorthin kommen“. Dafür nennt der Sodener Trainer den SV Steinbach, der sich trotz Abgängen „straffen“ werde, und allen voran Wolfhagen: „Sie haben im Endeffekt ihren Kader fast behalten plus von Hessen Kassel II Spieler dazubekommen. Da wird kein Qualitätseinbruch sein“. Aber: Torjäger Rolf Sattorov ist aus Wolfhagen zum OSC Vellmar gewechselt, der seinerseits ebenfalls einen Umbruch hatte. „Wahrscheinlich wird es auch wieder eine Überraschungsmannschaft geben“, schließt Schmidt, der nach den 7:1- und 10:1-Heimsiegen in den vergangenen Spielzeiten gegen Eichenzell am Freitag ein anderes Spiel erwartet: „Da einen Vergleich zu ziehen, wäre unangebracht“. Jaroslav Kymlicka wird mit einem Faserriss ausfallen, fraglich sind noch Keeper Ferdi Myumyunov (Zeh) und Till Hilchenbach (Knie). Auf die Zugänge Keanu Banh, Arda Alipek und David Costa Sabate können sich die Fans dagegen wohl freuen, die anderen Neuen seien „auf einem guten Weg, aber körperlich teilweise noch hintendran“.
Britannia fördert Gemeinschaftsgefühl
Der FC Eichenzell blickt derweil gespannt auf die neue Runde: Große Freude hatte nach dem 0:3 im Pokal gegen Flieden nicht geherrscht, ein Testspiel wurde danach nicht mehr absolviert, stattdessen legte die Britannia Wert auf Gemeinschaft: „Wir hatten am vergangenen Wochenende nochmal einen Einstand, haben viele neue Spieler dabei. Das hilft, näher zusammenzurücken“, sagt Trainer Romeo Andrijasevic. Seine Mannschaft startete im Vorjahr mit vier Siegen in Serie, bevor es fast nur noch Abstiegskampf hieß. Damals hatte der FCB am ersten Spieltag spielfrei – diesmal ist es noch unglücklicher: Nach dem Duell in Bad Soden muss die Britannia direkt eine Woche zuschauen. „Danach haben wir Hofbieber in der Euphorie-Welle und noch Steinbach“, weiß Andrijasevic um den knüppelharten Auftakt. Doch weder das, noch die 1:10-Pleite in Bad Soden vor wenigen Monaten sollen jetzt eine Rolle spielen: „Keiner weiß so genau, wo er steht. Wir sind uns natürlich der Schwere der Aufgabe bewusst, aber Bad Soden hat seine Mannschaft auch gut durchgemischt. Da wird ein Großteil neuer Gesichter in der Startelf stehen, bei uns aber auch“.
Der Eichenzeller Trainer ist kein Freund davon, über Ausfälle zu reden – eine schlagkräftige Truppe soll in Soden trotzdem auf dem Platz stehen und für einen erfolgreichen Auftakt in eine Saison sorgen, die weniger sorgenvoll sein soll. „Aber bevor wir uns darüber Gedanken machen, warten wir die ersten zehn Spiele mal ab. Viele haben durchgemischt, es sind neue Vereine dabei. Oft hängen die Voraussetzungen davon ab, wie stark die anderen sind“, sagt Andrijasevic.
Verbandsliga
Freitag
18.30 Uhr
Bad Soden – Eichenzell
Samstag
15 Uhr
Eiterfeld/Leimbach – Lichtenauer FV (in Eiterfeld)
Calden/Meimbressen – Willingen (in Calden)
Sonntag
15 Uhr
Wabern – Barockstadt Fulda-Lehnerz II
Hessen Kassel II – Vellmar
Flieden – Hofbieber
16 Uhr
Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach – Dörnberg (in Hundelshausen)
17 Uhr
Johannesberg – SV Steinbach
