Fußball 31.07.2025

Verbandsliga – Die volle Dröhnung Osthessen – SGJ-Kader zu klein?

Osthessen (pf) – Die Fußball-Verbandsliga Hessen-Nord könnte mittlerweile zumindest in Nordost umbenannt werden: Wie schon im Vorjahr sind acht Mannschaften aus der Region Fulda vertreten – und nicht nur die Derbys, sondern auch die vielen Geschichten drumherum formen eine attraktive Klasse für Mannschaften und Zuschauer. Die Lokalduelle zum Start am Sonntag heißen Flieden gegen Hofbieber (15 Uhr) und Johannesberg gegen Steinbach (17 Uhr).

Hofbieber und Flieden sehen sich nach dem Pokalspiel schon wieder. Foto: Justin Klenner

Geht es für den SV Steinbach direkt wieder hoch? Foto: Pascal Fischer

Meik Voll kennt die Verbandsliga natürlich aus Fliedener und Thalauer Zeiten, mit der SG Johannesberg will er nun erneut positive Schlagzeilen schreiben. Allerdings richtet der Coach den Blick auf den Kader: „Wir sind mit 22 Feldspielern und drei Torhütern in die Gruppenliga-Saison gegangen. Am Ende hatten wir 17 plus zwei – und jetzt starten wir genau damit. Deshalb gucken wir uns bis Ende August weiterhin um“. Mehr als 20 Spielergespräche hatte die SGJ im Sommer zwar geführt, doch sich von einigen bewusst entfernt, wie Voll sagt: „Die meisten sahen nicht den Reiz darin, in der Verbandsliga zu spielen, sondern hatten andere Schwerpunkte oder wollten das als zweiten Job ausüben“.

Bitter war für die Johannesberger, dass die Generalprobe gegen Großenlüder ausgefallen war. Umso härter wird nun der Auftakt am Sonntag (17 Uhr) gegen den SV Steinbach. „Trotz des kleinen Umbruchs ist die Steinbacher Mannschaft gut zusammengestellt und kann neben Wolfhagen um den Aufstieg mitspielen“, meint Voll: „Ein Derby zum Start ist auch nicht schlecht, aber am Ende musst du eh gegen jeden spielen, auch wenn der eine oder andere erst nach ein paar Wochen richtig eingespielt ist“. Seine Spieler wären in den vergangenen Wochen fleißig gewesen, hätten die Einheiten durchgezogen. Doch zu Saisonbeginn brechen Voll noch vier Urlauber weg – bei 17 Feldspielern schon kritisch. „Trotz dieses Defizites haben wir aber eine Mannschaft, die um den Klassenerhalt mitspielen wird und konkurrenzfähig ist“. Johannesberger Anspruch sei es, über dem Strich zu stehen, wenngleich Meik Voll auch auf die Hessenliga schaut – oder schauen muss – und im Hinterkopf hat: „Wenn viele runterkommen, kann das für mehr Absteiger sorgen. Wobei ich es als Unsinn betrachte, wenn du Zwölfter werden musst, um drinzubleiben“.

 

SVS ist heiß wie Frittenfett

Riesige Vorfreude auf die Runde sprudelt dagegen aus dem Mühlengrund: Der SV Steinbach brennt nach dem Abstieg auf erfolgreichen Fußball. „Auf der einen Seite ist die Qualität nach den Abgängen nicht mehr so, wie sie in der Hessenliga war. Das muss man klar sagen. Aber auf der anderen Seite kann ich mich nicht erinnern, wann wir mal so eine Vorbereitung hatten wie jetzt. Wir waren selten unter 16 Mann, alle haben Gas gegeben. Das macht mir richtig Spaß, und die Voraussetzung ist erstmal gegeben“, freut sich Trainer Petr Paliatka über das Engagement seiner Spieler. Ohne Abgänge wie Bagus, Stadler oder Sohnemann Paliatka jr hätte der Trainer die Rolle des Topfavoriten sofort unterschrieben, sagt allerdings nun: „Wir haben keine Übermannschaft, zwar ein paar Spieler mit Hessenliga-Erfahrung, aber viele Neue. Wir müssen jedes Spiel ans Limit gehen, aber die Qualität ist da, und die Breite im Kader mittlerweile auch“. 2018 war der SVS aus der Hessenliga abgestiegen, 2019 ging es direkt wieder hoch. Gewisse Parallelen erkennt Paliatka. „Die Ähnlichkeit ist da, es haben uns Leistungsträger verlassen, viele sind neu“. Mit der Konkurrenz in diesem Jahr will sich der Steinbacher Coach gar nicht so viel beschäftigen, sondern betont, „dass wir mit kleinen Dingen anfangen“. Erfreulich sei dabei, dass Alex Reith nach seiner Knieverletzung die Vorbereitung durchziehen konnte, Akif Kovac ist nach Kreuzbandriss gut dabei, Tom Wiegand ebenfalls fit und auch Nils Hartung war in jedem Training, an das sich Paliatka erinnert. „Diese Dinge sind für mich wichtig“.  Ein „richtig interessantes Duell“ sei das Spiel in Johannesberg dennoch. Doch nicht nur darauf, sondern auf das ganze Auftaktprogramm dürfen sich die SVS-Fans freuen: Johannesberg, Flieden, Soden, Eiterfeld, Eichenzell, Hofbieber und die SGB-U23 hintereinanderweg. „Das ist schon Wahnsinn“, staunt Paliatka: „Das wird richtig schön für alle. Von uns erwarten viele, dass wir Spiele gewinnen. Aber die Jungs sollen ohne Druck spielen und die gute Stimmung aus dem Training mitnehmen“.

 

Weiher-Magie schon am ersten Spieltag?

Wer am Sonntag die volle Dröhnung Verbandsliga bekommen will, besucht vor dem Spiel in Johannesberg um 15 Uhr noch den Fliedener Weiher: Die Buchonia empfängt Aufsteiger SV Hofbieber um Trainer Sebastian Vollmar. Beide Teams trafen sich bereits vor knapp drei Wochen im Kreispokal, alle Karten wurden da aber nicht offengelegt. „Wir sind froh, dass es wieder losgeht. Vorbereitung ist auch für die Spieler immer eine härtere Zeit“, sagt Fliedens Trainer Chrsitian Kreß, der bis auf Louis Larbig nach dessen Platzwunde alle an Bord hat. „Das wird sicher ein ganz anderes Spiel als im Pokal, alleine schon, weil wir mal ein Heimspiel haben“, spielt Kreß auf die Pokal-Duelle in Hofbieber und Eichenzell zuletzt an und gibt als Ziel aus: „Wir wollen den Klassenerhalt so schnell wie möglich eintüten und definitiv nicht so lange zittern wie letztes Jahr. Aber in dieser Liga gibt es keine leichten Spiele, es ist noch ausgeglichener als im Vorjahr, es gibt keine Ausreißer nach oben“. Während Wolfhagen und CSC in den vergangenen Jahren durchmarschierten, sehe Kreß diesmal keine „Übermannschaft“, Topteams wie Wolfhagen und Bad Soden könne er schwer einschätzen, die Aufsteiger erwartet Kreß dafür stark. Allen voran Gegner Hofbieber: „Sie leben von einer starken Kameradschaft und haben mit Kevin Krieger noch einen super Spieler dazubekommen“.

 

Verbandsliga

 

Freitag

18.30 Uhr

Bad Soden – Eichenzell

 

Samstag

15 Uhr

Eiterfeld/Leimbach – Lichtenauer FV (in Eiterfeld)

Calden/Meimbressen – Willingen (in Calden)

 

Sonntag

15 Uhr

Wabern – Barockstadt Fulda-Lehnerz II

Hessen Kassel II – Vellmar

Flieden – Hofbieber

16 Uhr

Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach – Dörnberg (in Hundelshausen)

17 Uhr

Johannesberg – SV Steinbach