Ying Han mit Weltklasseleistung ins Achtelfinale
Mit einer beeindruckenden Vorstellung hat sich Ying Han bei der Grand-Smash-Premiere in den Vereinigten Staaten in das Achtelfinale gespielt. Die dreimalige Europe-Top-16-Gewinnerin feierte mit 11:9, 11:7 und 11:9 einen bemerkenswerten 3:0-Sieg über eine Konkurrentin aus China. In dem hochklassigen Duell mit der 20 Jahre alten Xu Yi machte die Deutsche im ersten Durchgang einen 1:6- und 4:8-Rückstand wett und stellte mit der wichtigen 1:0-Führung die Weichen zum Sieg.
Die 42-jährige Ausnahme-Abwehrspielerin freute sich über ihre starke Leistung: „Ich bin super zufrieden. Das war kein einfacher Sieg – ich musste sehr gut spielen, um meine Gegnerin zu bezwingen. Nachdem ich den ersten Satz noch nach Rückstand gewonnen habe, wurde ich immer sicherer in meinem Spiel. Nach dem klar gewonnenen zweiten Satz konnte ich im dritten noch einmal einen 6:9-Rückstand drehen. Ich habe heute wirklich gut gespielt und bin sehr zufrieden, auch wenn die Bedingungen in der Halle nicht optimal sind – aber das ist ja für alle die gleiche Ausgangsposition.“
Im Achtelfinale wartet nun mit der Weltranglistenachten Mima Ito ein für Ying Han besonders dicker Brocken. Achtmal stand sie der Japanerin gegenüber, nur einmal – im Jahr 2016 – gelang der beim polnischen Spitzenklub Tarnobrzeg unter Vertrag stehenden Wahl-Düsseldorferin ein Erfolg. Ein Rezept hat sich das Defensivass schon überlegt: „Gegen Ito habe ich nichts zu verlieren. Ich muss versuchen, gegen sie risikoreicher als normal zu spielen. Dann schauen wir mal, was passiert.“
Dimitrij Ovtcharov ausgeschieden: Enttäuscht, aber auch happy
Nach fast zweimonatiger Verletzungspause wegen eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule musste der erst seit gut einer Woche wieder im Training befindliche Dimitrij Ovtcharov heute dem Südkoreaner An Jaehyun zu einem 3:1-Erfolg gratulieren. Ovtcharov wehrte sich gegen den ehemaligen WM-Dritten nach Kräften und erspielte sich beim 11:9, 6:11, 9:11 und 7:11 durchaus Chancen für eine Resultatsverbesserung. Allein, am Ende fehlte neben dem notwendigen Quäntchen Glück vor allem in den längeren Ballwechseln derzeit noch das Timing und die Ovtcharov gewöhnlicherweise auszeichnende Sicherheit, um den Südkoreaner über alle Sätze hinweg in Bedrängnis zu bringen.
Der World-Cup-Gewinner von 2017 und zweimalige Olympiadritte hatte nach der langen Pause die Reise in die USA zwar ohne große Erwartungen angetreten, ärgerte sich aber dennoch über sein Ausscheiden: „Ich bin trotz der Umstände enttäuscht, dass ich verloren habe. Denn wenn ich an den Tisch gehe, will ich mein Bestes geben und auch gewinnen. Wenn man so viel Trainingsrückstand hat, ist es aber bei den Bedingungen hier im Zelt noch einmal schwerer für mich. Schade, nach dem 1:1-Zwischenstand habe ich den dritten Satz mit 6:4 geführt und hatte drei Bälle liegen, die ich eigentlich machen sollte. Da war eine Chance da, in diesem Satz wegzuziehen. Ein ähnlicher leichter Fehler unterlief mir dann auch bei 9:10. Im vierten Satz wurde es am Ende auch noch einmal eng.“
Den positivsten Aspekt bei seinem frühen Comeback betonte Ovtcharov jedoch auch: „Ich bin einfach happy, dass ich nach meiner Operation Anfang Juni schon wieder spielen kann und schmerzfrei bin. Das hätte ich vor einigen Wochen noch nicht für möglich gehalten. Jetzt gilt es, viel und hart zu trainieren in den nächsten Wochen und die Form wieder aufzubauen, denn im Moment fehlt mir in allen Schlägen noch die alte Sicherheit.“
Doppel Duda/Qiu bezwingt zum zweiten Mal die Weltranglistensechsten
Dem gestrigen Einzug in das Achtelfinale des Einzel-Wettbewerbs ließen Dang Qiu und Benedikt Duda heute einen starken Auftritt im Doppel folgen. Die sechsfachen Deutschen Meister besiegten in der zweiten Runde zum zweiten Mal binnen weniger Wochen die in der Doppel-Weltrangliste an Position sechs notierte Kombination Tomokazu Harimoto/Sora Matsushima.
Zweimal gingen die Deutschen gegen die Japaner nach Sätzen in Führung, mussten am Ende aber dennoch über die volle Distanz. Im fünften und entscheidenden Satz kamen Duda/Qiu nach einem komfortablen 10:3-Vorsprung durch fünf Punktgewinne ihrer Gegner aber noch einmal in Bedrängnis, bevor der 11:9-Erfolg unter Dach und Fach war. Im Match um den Vorstoß in die Medaillenränge treffen die Deutschen nun am Donnerstag auf die Europameister Alexis und Felix Lebrun (Frankreich).
Auch im Einzel gehen der Bergneustädter und der Düsseldorfer am Donnerstag wieder an den Tisch. Der EM-Zweite Duda trifft dort auf den Weltranglistensiebten Felix Lebrun (Frankreich), Ex-Europameister Qiu auf die Nummer neun, Darko Jorgic (Slowenien). Die DTTB-Asse nehmen aktuell die Plätze 12 und 13 im internationalen Ranking ein.
Trotz 0:3 - Beeindruckender Auftritt der WM-Viertelfinalistinnen
Es war ein Auftritt, der Respekt verdient. Sabine Winter und Yun Wan lieferten sich im Achtelfinale des Doppel-Wettbewerbs ein hochklassiges Duell mit den favorisierten Chinesinnen Wang Yidi und Kuai Man. Die WM-Viertefinalistinnen brachten die Weltranglisten-Vierte und -Fünfte mit ihrem klugen Spiel immer wieder stark in Bedrängnis.
Beim 9:11, 9:11 und 10:12 leisteten die Deutschen den Stars aus dem Reich der Mitte in allen drei Sätzen heftige Gegenwehr auf Augenhöhe. Schon bei der WM hatten Winter/Wan mit ihrem Sieg über Chinas Medaillenaspirantinnen Cheng Xingtong und Qian Tianyi für Furore gesorgt. Mit dem Auftritt in Las Vegas stellte das Duo trotz der Niederlage seine Klasse und sein Potential erneut unter Beweis.
