Duda trotz Fehlstart mit Siegchance
Die Hoffnungen auf den Einzug in das Viertelfinale haben sich für Benedikt Duda nicht erfüllt. Bei seiner denkbar knappen Fünfsatzniederlage gegen den Franzosen Felix Lebrun fehlte dem Bergneustädter im Spielerparadies Las Vegas am Ende auch das notwendige Quäntchen Glück. Der Europameisterschaftszweite ließ im Duell der Dauerrivalen gegen den Weltranglistensiebten eine 5:2-Führung im Entscheidungssatz ungenutzt. Allerdings: Allzu sehr grämen muss sich die Nummer zwölf der Welt nicht. Denn Duda unterliefen in der Schlussphase keine wirklich einfachen Fehler. Vielmehr war es der Franzose, der das Spiel mit plötzlich fehlerlosem Spiel durch acht Punkte in Folge erneut an sich riss und sich am Ende mit 11:8 im fünften Satz nicht unverdient behauptete.
„Ich habe ein gutes Turnier gespielt“
Zuvor hatte Lebrun nach einem 0:8-Fehlstart des Deutschen und dem mit 11:9 gewonnenen zweiten Durchgang im dritten Satz beim Stand von 10:8 zwei Matchbälle ausgelassen. Dudas sehenswerte Aufholjagd wurde am Ende jedoch nicht belohnt: „Es war irgendwie ein verrücktes Match. Von sechs Spielen gegeneinander ist nur das erste nicht über fünf Sätze gegangen. Ich denke, wir fangen beim nächsten Mal besser direkt im Entscheidungssatz an.“ Duda war mit seiner Leistung beim Grand Smash nicht unzufrieden: „Ich habe ein gutes Turnier gespielt. Klar ist es bitter, dass ich nach zwei abgewehrten Matchbällen im dritten im fünften Satz meine Führung nicht halten konnte. Aber es ist ja nicht so, dass ich leichte Fehler gemacht hätte. Er hat dann einfach viele gute Ballwechsel gewonnen und hat generell eben einfach sehr viel Qualität.“
Hass-Nachrichten auf Dudas Instagram-Account
Traurig machten den 31-jährigen Familienvater hingegen beleidigende, hasserfüllte Kommentare und Nachrichten, die zum wiederholten Male auf seinem Instagram-Account eingingen – auch nach dem Lebrun-Spiel: „Wenn mir Menschen, die meinen, Wetten tätigen zu müssen und dann falsch gelegen haben, aufgrund eines unerwünschten Ergebnisses eine Krebserkrankung und ähnlich Schlimmes herbeiwünschen, dann ist die Grenze ganz weit überschritten. Leider passiert das immer wieder – und mittlerweile hängt mir das zum Hals heraus.“
Dang Qiu: „Insgesamt zufrieden, aber heute war es eine bittere Niederlage“
In der internationalen Bilanz zwischen Dang Qiu und Darko Jorgic übernahm in Las Vegas der für den Champions-League-Sieger Saarbrücken spielende Slowene mit 3:2 die Führung. Der dreimalige Europe-Top-16-Sieger setzte sich in einer hart umkämpften Fünfsatz-Partie gegen den Düsseldorfer durch. Qiu entschied den zweiten Durchgang deutlich für sich, in den drei anderen Sätzen musste er seinem Kontrahenten knapp den Vortritt lassen. Den mit 11:13 verlorenen dritten Durchgang sah Dang Qiu in der Nachbetrachtung als vorentscheidend an: „Das ist eine bittere Niederlage, sie tut weh. Der dritte Satz war heute der Schlüssel für Jorgics Sieg. Wenn ich diesen gewinne, dann sieht das Spiel vielleicht anders aus.“
Qiu hadert mit eigenem Spielrhythmus
Dang Qiu fand im Duell der Nummern 13 und 9 der Welt jedoch nicht in gewohntem Umfang zu seinem aggressiven Rhythmus: „Darko ist zum einen in sehr guter Form und hat in den knappen Situationen die guten Entscheidungen getroffen. Zum anderen hat er für die schnellen, den Effet stark annehmenden Tische hier in Las Vegas genau das passende Spiel. Er hat mich immer mit viel Spin und sehr aggressiv angespielt, sodass mir selbst wenig Möglichkeiten blieben, ihn unter Druck zu setzen.“ Nach den Erfolgen über Cho Daeseong (Südkorea) und den formstarken Kroaten Tomislav Pucar zog der zweimalige Deutsche Meister ein positives Fazit des Trips nach Las Vegas: „Auch wenn die heutige Niederlage schmerzt: Unter dem Strich war es ein gutes Turnier für mich. Ich habe zwei sehr starke Gegner in den beiden ersten Runden bezwungen.“
Ying Han wehrt sich gegen Mima Ito nach Kräften
Abwehrass Ying Han verkaufte im neunten Aufeinandertreffen mit Mima Ito ihre Haut teuer, konnte jedoch die achte Niederlage gegen die vorzüglich gegen defensive Systeme agierende Japanerin nicht verhindern. Vor allem in den beiden ersten, mit 12:14 und 9:11 nur hauchdünn verlorenen Sätzen vermochte die Europe-Top-16-Siegerin bei ihrer Flucht nach vorn, die Weltranglistenachte immer wieder erfolgreich auch mit Angriffsaktionen in Bedrängnis zu bringen. „Ich hatte mir vorgenommen, sie häufiger zu attackieren. Nur mit Defensive habe ich gegen sie keine Chance - gegen Abwehr macht sie so gute wie keinen Fehler.“ Ying Han darf trotz des Ausscheidens mit der Reise in die USA sehr zufrieden sein: Nach dem Auftaktsieg gegen die Hongkong-Chinesin NG Wing Lam katapultierte sich die Nummer 39 des Rankings gestern mit einem bemerkenswerten 3:0-Erfolg über die Chinesin Xu Yi in das Achtelfinale.
Doppel Duda/Qiu scheitert knapp an den Europameistern
Vor dem Aufeinandertreffen im Einzel hatten sich Benedikt Duda und Felix Lebrun bereits im Viertelfinale der Doppelkonkurrenz gegenübergestanden – der Bergneustädter an der Seite des Düsseldorfers Dang Qiu, der Franzose im Duo mit seinem Bruder Alexis. Das Vorhaben der Deutschen, den amtierenden Europameistern ein Bein zu stellen, misslang aber auch in diesem Wettbewerb knapp. Mit Ausnahme des deutlich von den Lebruns gewonnenen ersten Durchgangs entwickelte sich ein hochklassiges Doppel-Duell auf Augenhöhe, in dem die drei Folgesätze jeweils nur mit zwei Punkten Unterschied endeten. Die Deutschen, die gestern bereits Japans Weltklasse-Duo Tomokazu Harimoto/Sora Matsushima aus dem Titelrennen geworfen hatten, vermochten allerdings nur den dritten Durchgang mit 11:9 für sich zu entscheiden.
