„Das tut gut für das Selbstvertrauen und für die Sicherheit“, lobte der Barockstadt Trainer Daniyel Cimen sein Team. Gegen den höherklassigen FC Schweinfurt zeigten die Fuldaer vor allem Mentalität und Effizienz. Gleichzeitig ordnete Cimen den Sieg realistisch ein: „Am Ende können wir uns dafür noch keine Punkte kaufen.“ Die Partie begann jedoch mit einem frühen Schock: Bereits in der zwölften Minute traf Jakob Tranziska für Schweinfurt. Doch die Gastgeber fanden schnell zurück ins Spiel und glichen nach einem Konter aus. Nick Berger setzte sich stark durch und legte quer auf Tim Korzuschek, der sicher einschob. Fortan agierte die SGB auf Augenhöhe und hielt in einem intensiven und körperbetonten Duell bestens mit. Kurz vor der Pause sorgte eine strittige Szene für Gesprächsstoff, als Tranziska im Strafraum nach einem leichten Kontakt von Pietro Besso zu Boden ging und Elfmeter forderte. Schiedsrichter Niclas Höfer ließ jedoch weiterlaufen – sehr zum Ärger von Schweinfurts Trainer Victor Kleinherz, der von einer „klaren Fehlentscheidung“ sprach, während Höfer erklärte: „Für mich ist das zu wenig, er sucht den Kontakt.“
Nach der Pause drehte Barockstadt die Partie spektakulär. Leon Pomnitz erzielte in der 65. Minute mit einem traumhaftem Außenristschuss in den Winkel das 2:1. Wenig später unterlief dem Schweinfurter Pius Krätschmer ein unglückliches Eigentor, als er einen weiten Freistoß von SGB-Keeper Justin Duda per Kopf ins eigene Netz verlängerte. Schweinfurt erhöhte zwar den Druck und erspielte sich mehrere Großchancen, scheiterte aber am starken Duda, der ein herausragendes Spiel machte und sogar einen Foulelfmeter parierte. Kurz vor Schluss schwächte sich die SGB selbst, als Korzuschek nach wiederholtem unsportlichem Verhalten Gelb-Rot sah. Doch auch in Überzahl konnte Schweinfurt das Spiel nicht mehr drehen und es endete mit einem 3:1.
Trotz des Sieges sieht Cimen noch Luft nach oben: „Manchmal hat uns der Mut am Ball gefehlt. Defensiv war es über weite Phasen sehr ordentlich, jetzt geht es um die Feinheiten.“ Insgesamt stimmten jedoch Einstellung und Intensität und die Vorfreude auf die neue Saison sei riesig. Bei den Gästen herrschte dagegen Frust und Enttäuschung. Fünf Testspiele, vier Niederlagen und ein Torverhältnis von 3:12 sprechen Bände. „Es ist nicht die Anzahl der Gegentore, sondern wie wir sie kassieren“, haderte Kleinhenz, der zudem die „vielen liegengelassenen Torchancen“ kritisierte. Zu allem Überfluss verletzten sich Joshua Enders, der sich einen Cut am Auge zuzog, und Lauris Bausenwein, der den Rest des Spiels mit dick bandagiertem Knie verfolgte – eine Diagnose steht noch aus. Positiv bewertete der Coach immerhin die Vielzahl der herausgespielten Chancen auf schwierigem Untergrund: „Auf so einem stumpfen Platz so viele Möglichkeiten herauszuspielen, ist auch eine Qualität.“
Abseits des Platzes bot die SG Barockstadt ihren Fans ein gelungenes Rahmenprogramm mit Hüpfburg, Kinderschminken, Kuchenbuffet und Kaltgetränken. Vor Anpfiff waren die Spieler des Regionalliga-Teams dem Publikum vorgestellt worden – im Sommer waren einige neue Gesichter dazu gekommen. Die neu gegründete Frauenmannschaft wurde dann in der Pause vorgestellt. Nun richtet sich der Blick auf den kommenden Sonntag, wenn die Regionalliga für die SGB mit dem Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers startet.
Barockstadt: Duda; Iljazi, Besso, Pomnitz, Reinhard (77. Stadler), Korzuschek, Dittmann (77. Siebert), Frey, Schmitt (62. Hillmann), Köhler (62. Ivankovic), Berger (77. Göbel).
Schweinfurt: Stahl; Angleberger, Zeller, Dellinger, Tranziska, Trslic, Bausenwein (18. Doktorczyk), Krätschmer, Geis, Endres (53. Obiogumu), Müller.
Schiedsrichter: Niclas Höfer (Hünfeld)
Tore: 0:1 Jakob Tranziska (11.), 1:1 Tim Korzuschek (16.), 2:1 Leon Pomnitz (63.), 3:1 Pius Krätschmer (69., Eigentor)
Zuschauer: 750.
Gelb-Rote Karte: Tim Korzuschek (Barockstadt, 86.)
Verschossener Foulelfmeter: Manuel Wintzheimer (Schweinfurt, 83.) – Justin Duda hält.
