Sonja Koch, Angestellte bei der Gärtnerei Hartmann in Fulda, berichtet von vielen gemeldeten Fällen in der Region. „Dieses Jahr ist es sehr extrem. Wir hatten viele Anrufe deswegen“, erklärt sie und rät zum frühen Eingreifen bei einem entstandenen Befall. „Wenn man sieht, dass Raupen drin sind, muss man sofort etwas machen“, alarmiert sie: „Wenn der Befall schon länger besteht, hilft es nur noch stark zurückzuschneiden. Da kann es sein, dass der jeweilige Buchsbaum aber sehr lange braucht, um sich zu erholen.“ Am besten sei es jedoch, bereits im Voraus etwas gegen die Tiere zu unternehmen. „Es gibt Mittel, die vor dem Befall schützen. Man kann die sehr gut spritzen“, betont sie.
Auch die Pressestelle der Stadt Fulda berichtet von zahlreichen Anrufen besorgter Bürgerinnen und Bürger. Bei den städtischen Anlagen setze die Stadt auf einen ganz anderen Plan, um gegen die Buchsbaumzünsler vorzugehen: vollständiger Verzicht. „Während die Stadt Fulda in der Vergangenheit bei Neuanpflanzungen noch auf solche Buxus-Arten beziehungsweise -sorten gesetzt hatte, die zur damaligen Zeit als „zünslertolerant“ galten, wird heute bei der Neuanlage mit Anpflanzungen niedriger Einfassungshecken oder gestaltender Formgehölze auf die Verwendung von Buchsbäumen komplett verzichtet“, so die Pressestelle. Alternativ würden Taxus (Eibe) oder Euonymus (Spindelstrauch) in verschiedenen Arten und Sorten gepflanzt.
Anders sehe es hingegen bei wertvollen Formgehölzen aus, räumt Pressesprecher Johannes Heller allerdings ein. Als Beispiel nennt er den Theatergarten, deren Flora über Jahrzehnte hinweg gewachsen und aufwendig gestaltet worden seien. Dort werde eine Bekämpfung regelmäßig durchgeführt. „Auf die Zünsler-Behandlung bei freiwachsenden Buchsbäumen in Parkanlagen wird hingegen verzichtet“, stellt er klar.
