Die Führung übernahm Hans-Dieter Alt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung gemeinsam mit Bürgermeister Dag Wehner. Für Alt war es ein halbes Heimspiel - vor über 40 Jahren hatte er sein erstes politisches Mandat im Ortsbeirat Edelzell. Teilweise mit Bedauern blickte Alt auf die Entwicklung vom dörflichen Charakter zu einem Ort mit „eher städtischer Prägung“, in dem gerade die Neubürger ihre Freizeit in der Stadt verbringen. Das bis weit in die achtziger Jahre beliebte Dorffest „Tag der Gemeinde“ sei früher „eine Riesenattraktion“ gewesen, findet aber schon lange nicht mehr statt und auch im Bürgerhaus sei früher mehr los gewesen.
Bürgermeister Dag Wehner erläuterte „den Kindergarten modernster Prägung“, in dem alles gemacht wurde, was gewünscht worden war: „Eine tolle Einrichtung, wie wir sehen werden.“ Gebaut ist sie für fünf Gruppen, wobei eine weitere Gruppe mit vorgesehen ist. Gebaut ist die Kita als Massivholzkonstruktion mit einem Technikraum in Keller, einer Lüftungsanlage und einer Wärmepumpe als Heizung und einer PV-Anlage auf dem Dach. Ein ursprünglich als Ortsvorsteherbüro angedachter Raum wird jetzt ein Jugendraum mit eigenem Eingang. Dort in unmittelbarer Nachbarschaft wird auch der Jugend-Bauwagen von der ehemaligen Festwiese umziehen.
Wie schwierig es ist, den Kindergartenbedarf zu planen, machte Wehner an einigen Zahlen deutlich: „Im letzten Bedarfsplan gingen wir noch von 23 neuen Gruppen in Fulda aus. Damals wurden im Durchschnitt 650 Kinder im Jahr geboren. 2023 waren es dann 120 Kinder weniger. Das sind sechs Gruppen und die Zahlen stagnieren seitdem weit unter 650. Das ist eine Entwicklung, die uns erlaubt, weiteren Neubau in Frage zu stellen.“ In Edelzell wird mit fünf Gruppen gestartet - noch vor der offiziellen Eröffnung am 24. Oktober. Ganz fertig wird er aber auch dann noch nicht sein – die Außenanlagen sollen nach dem Abriss des jetzigen Kindergartens auf dessen Fläche entstehen. Zur Anmerkung einer Besucherin, im Gebäude Räumlichkeiten für eine Seniorenbegegnung zu schaffen, entgegnete Wehner, dass doch genau dazu das Bürgerhaus da sei. Thomas Hering (MdL) konnte dem Gedanken grundsätzlich etwas abgewinnen, so durch räumliche Nähe vielleicht Begegnungen über Generationen hinweg zu haben. Momentan können die Kindergartenkinder auf einem Teil der ehemaligen Festwiese spielen. Hans-Dieter Alt könnte sich vorstellen, dort einen Mehrgenerationenplatz als Ortsmittelpunkt von Edelzell zu schaffen: „Wir sind hier, um Ideen aufzunehmen.“
Auch die Feuerwehr Edelzell ist im Wandel. Seitdem die Einsätze vom Stützpunkt Fulda-Ost in Kohlhaus starten, wird das alte Feuerwehrhaus nur noch für Vereinsaktivitäten genutzt. Von Seiten der Feuerwehr war der Wunsch zu hören, dass es dazu erhalten bleiben soll - trotz vorhandener Vereinsräume in Kohlhaus - auch weil es zu Fuß erreichbar ist.
