Lokales FD 24.07.2025

SPD-Kreistagsfraktion in der JVA – Sommertour geestartet

Hünfeld (pm/gü) – Mit einem Besuch der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hünfeld hat die SPD-Kreistagsfraktion Fulda ihre diesjährige Sommertour 2025 eröffnet. Die moderne Einrichtung gilt als eines der fortschrittlichsten Gefängnisse Hessens und stand beim Auftakt der Tour exemplarisch für zentrale Fragen der Strafvollzugspolitik und gesellschaftlichen Integration.

Von links: Uwe Heinicke, MdL Tanja Hartdegen, Natascha Kossick, Julius Vogel, Monika Oertel, Rolf Banik, Andreas Jörges, Mario Wagner, Gerhard Müller, Michael Busold. Foto: SPD

Empfangen wurde die Delegation – unter anderem begleitet von der SPD-Landtagsabgeordneten Tanja Hartdegen sowie dem Hünfelder SPD-Fraktionsvorsitzenden Uwe Heinicke – vom Leitenden Regierungsdirektor Michael Vogt. In einem informativen Gespräch gewährten Vogt und viele weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassende Einblicke in die Organisation, Besonderheiten und Herausforderungen der JVA. Ein ausführlicher Rundgang führte die Fraktionsmitglieder durch zentrale Bereiche der Anstalt: Besichtigt wurden unter anderem ein Zellentrakt, der ärztliche Dienst, die Werkstätten, die Sporthalle sowie die Anstaltskirche. Dabei wurde deutlich, wie stark die JVA Hünfeld auf Übersichtlichkeit, Sicherheit und effiziente Abläufe setzt.

Die JVA wurde 2006 nach intensiven öffentlichen Diskussionen eröffnet und bietet Platz für 502 männliche Strafgefangene mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren. Heute ist sie fester Bestandteil der Stadt. Uwe Heinicke betonte: „Was einst mit großen Vorbehalten begann, gehört heute zur gelebten Normalität in Hünfeld.“ Ein zentrales Thema des Besuchs war die Resozialisierung: Die Fraktion zeigte sich besonders beeindruckt vom hohen Stellenwert, den Bildung und Arbeit innerhalb des Vollzugs einnehmen. Mit IHK-zertifizierten Ausbildungsangeboten, einem breiten Beschäftigungsspektrum und gezielten Fördermaßnahmen wird den Gefangenen eine echte Chance auf Wiedereingliederung geboten.

Offen angesprochen wurde zudem der kritische Zustand der ambulanten psychologischen und psychiatrischen Versorgung außerhalb der Gefängnismauern. Eine Mitarbeiterin des psychologischen Dienstes berichtete eindrucksvoll, wie ehemalige Häftlinge nach der Entlassung mangels ausreichender externer Unterstützung oft wieder in problematische Verhaltensmuster zurückfallen. Der Mangel an ambulanten Therapieplätzen führe dabei nicht nur im Justizvollzug, sondern auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen zunehmend zu schwerwiegenden Problemen. Die SPD-Kreistagsfraktion sicherte zu, diese Thematik weiter politisch zu begleiten und auf Verbesserungen hinzuwirken.

Fraktionsvorsitzender Michael Busold zeigte sich am Ende des Besuchs beeindruckt: „Die JVA Hünfeld steht für einen modernen, humanen und strukturierten Strafvollzug. Besonders hervorzuheben ist das starke Engagement der Mitarbeitenden vor Ort – viele sind aus der Region, arbeiten mit Überzeugung und leben Teamgeist.“

Mit dem Besuch in Hünfeld startete die SPD-Kreistagsfraktion in eine Reihe weiterer Termine im Rahmen ihrer Sommertour 2025. Ziel der Tour ist es erneut, im direkten Austausch mit Einrichtungen, Institutionen, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Fulda aktuelle Anliegen aufzugreifen und Impulse für die politische Arbeit mitzunehmen.