Lokales MKK 18.07.2025

Schlüchtern und Steinau beim Kleinstadt-Kongress in Wittenberge

Schlüchtern/Wittenberge (pm/sim) – Im brandenburgischen Wittenberge fand vor wenigen Tagen der erste bundesweite Kleinstadt-Kongress statt. Mit dabei waren auch Vertreter aus Schlüchtern und Steinau. Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeitende sowie Engagierte aus Politik, Verbänden und Wissenschaft tauschten sich über erfolgreiche Ansätze zu zentralen Fragen der Stadtentwicklung aus.

Delegationen aus Schlüchtern und Steinau nahmen an dem Kleinstadt-Kongress in Wittenberge teil. Fotos: Stadt Schlüchtern

Bürgermeister Matthias Möller (rechts) referierte in Wittenberge über den Weg des ehemaligen Langer-Kaufhauses zu einer vielfältigen „Neuen Mitte“.

Die Gastgeberstadt Wittenberge präsentierte sich dabei gemeinsam mit zahlreichen örtlichen Akteuren und Projekten. Nicht zu übersehen waren die auffälligen „K“s in der Innenstadt, die auf das Kongressmotto „Kleinstadt gestalten“ verwiesen, sowie die rund 350 Teilnehmenden, die zwischen den insgesamt 14 Veranstaltungsorten pendelten. Über 100 Kleinstädte aus dem gesamten Bundesgebiet waren der Einladung der Kleinstadt-Akademie gefolgt, um sich über zukunftsfähige und lebenswerte Stadtentwicklung auszutauschen. Zu den prominenten Gästen zählten unter anderem Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke sowie Vertreter verschiedener Ministerien des Landes Brandenburg.

Delegationen aus Schlüchtern und Steinau waren auch vor Ort. Schlüchtern wurde durch eine Delegation unter Leitung von Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) und Erstem Stadtrat Reinhold Baier (CDU) vertreten. Aus der Nachbarstadt Steinau war Bürgermeister Christian Zimmermann (parteilos) mit einer Gruppe um Hauptamtsleiter Horst Schmidt und Bauamtsleiter Holger Stoppel angereist. Matthias Möller nahm nicht nur als Teilnehmer, sondern auch als Referent am Kongress teil. Bei einer Podiumsrunde im Alten Lokschuppen Wittenberge sprach er zum Thema „Umgang mit Problemimmobilien – Entwicklung eines leerstehenden Kaufhauses“. Er schilderte den Weg vom Erwerb des brachliegenden Langer-Areals über den Abriss bis zur Entwicklung eines neuen lebendigen Quartiers. Dort entsteht heute ein vielfältiger Nutzungsmix aus Wohnraum, Handelsflächen, einem Boardinghotel mit Tiefgarage und einem einzigartigen Kulturzentrum mit Kita, Bücherei, Kino, Erlebniswelt, Büros und Veranstaltungssaal. Schlüchtern zeige, dass durch innovative Konzepte und Bürgerbeteiligung aus einem ehemaligen Kaufhaus eine neue lebendige Stadtmitte entstehen könne, so Möller.

Wittenberge selbst stellte verschiedene Projekte und Vorhaben vor, die bereits realisiert wurden oder sich in der Umsetzung befinden. Zahlreiche Einrichtungen und Initiativen öffneten ihre Türen für die Kongressteilnehmenden. Ein besonderes Highlight war die Elbsommer Lounge – eine offene Abendveranstaltung, zu der die Kleinstadt-Akademie gemeinsam mit der Landesgartenschau Wittenberge 2027 eingeladen hatte. Bei sommerlichem Wetter, entspannter Musik und guter Verpflegung wurde intensiv genetzwerkt und gemeinsam gefeiert. Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann hob hervor, wie wichtig der Austausch zwischen Kleinstädten sei: „Um sich als Kleinstadt attraktiv entwickeln zu können, ist es unerlässlich, über den Tellerrand zu schauen, um zu erfahren, wie andere Kommunen mit bestimmten Herausforderungen umgehen.“ Auch Siw Foge, Leiterin der Kleinstadt-Akademie, zeigte sich mit dem Kongress hochzufrieden: „Kleinstädte werden mit stetig wachsenden Aufgaben konfrontiert und müssen diese mit einer vergleichsweise kleinen Verwaltung meistern. Die überwältigend positive Resonanz auf den Kongress zeigt, wie groß der Bedarf an solchen Formaten zum kollegialen Austausch ist. Auch die Delegationen aus dem Bergwinkel zogen ein positives Fazit. „Es war ein toller Eindruck, wie sich Wittenberge präsentiert hat und was die Stadt alles für die Veranstaltung organisiert hat. Mein Respekt und Glückwunsch an die Organisatoren“, sagte Bürgermeister Möller. Der Kleinstadt-Kongress hat gezeigt: Der Austausch zwischen kleinen Städten ist nicht nur notwendig – er ist inspirierend und zukunftsweisend.