Die Pressestelle der Stadt Fulda bestätigt auf Nachfrage eine Gegenkundgebung zum CSD am Samstag in der Stadt Fulda. Hierfür hätte der Anmelder bei der Zahl der erwarteten Teilnehmer zur Gegendemo 50 Personen angeben. Beim CSD werde mit einer Teilnehmerzahl von 1000 bis 1500 Personen gerechnet. Die Pressestelle führt weiter aus, dass sie mit den Anmeldern beider Versammlungen im Gespräch stehe, um die Durchführbarkeit nach dem Versammlungsrecht zu gewährleisten.
Der Trägerverein des CSD in Fulda erklärt zur Situation in einer Pressemitteilung:
‚In den letzten Tagen hat uns die Nachricht erreicht, dass die Jungen Nationalisten unter dem Motto „Familie, Heimat und Nation statt CSD“ eine Gegendemonstration zu unserem diesjährigen CSD veranstalten wollen. Diese Ankündigung zeigt deutlich, wie stark queeres Leben weiterhin unter Druck steht – auch in Fulda. Uns ist die Bedrohungslage bewusst. Und wir nehmen sie sehr ernst, lassen uns aber nicht einschüchtern.
Gerade jetzt – erst recht jetzt – gehen wir auf die Straße.
Wir zeigen: Fulda ist bunt. Fulda ist vielfältig. Fulda ist für uns alle Heimat. Für rechtsextreme Ideologien, für Hass und Hetze ist in dieser Stadt kein Platz. Am 12. Juli gehen wir gemeinsam auf die Straße, um die Vielfalt unserer Gesellschaft sichtbar zu machen.
Wir gehen auf die Straße, weil es okay ist, so zu leben, wie jede*r von uns lebt. Wir gehen auf die Straße, weil Liebe kein Gegensatz zu Heimat ist. Weil Freiheit kein Angriff auf die Familie ist. Und weil Gleichberechtigung nicht verhandelbar ist.
Die angekündigte Gegendemonstration richtet sich gegen all das: gegen Liebe, gegen Freiheit, gegen Gleichberechtigung. Die Jungen Nationalisten wollen ihre hasserfüllte Ideologie auch in Fulda verbreiten – in unserer Stadt, die für alle ein Zuhause sein soll.
Wir sagen: Nein. Nicht mit uns.
Wir nehmen die Sicherheitslage sehr ernst. Derzeit arbeiten wir intensiv daran, so viele Ordner*innen wie möglich zu finden, um einen sicheren Ablauf des CSD zu gewährleisten. Vor Ort wird ein Awareness-Team präsent sein. Außerdem stehen wir im engen Austausch mit dem Ordnungsamt, der Polizei und verschiedenen Initiativen.
Doch jetzt ist auch die Zivilgesellschaft gefragt. Wir rufen alle Menschen in Fulda dazu auf – ob hetero oder queer, ob trans, cis oder nicht-binär: Kommt mit uns auf die Straße. Zeigt Solidarität. Zeigt Haltung.
Wir sind nicht gefährlich. Wir tun niemandem etwas. Und dennoch sehen wir uns dem Hass der Rechten ausgesetzt. Wir werden zum Politikum gemacht – nur weil wir leben, wie wir sind. Darum sagen wir: Nie wieder ist jetzt. Und wir sind nie wieder still.‘
