Bis zu fünf Radomkuppeln standen in den 1960er Jahren auf der Wasserkuppe. Mit dem Bau des Radoms, das heute noch weithin sichtbar ist, wurde 1990 begonnen, die Hülle aus einem Glasfaserverbundstoff wurde 1994 aufgesetzt, da waren die übrigen leerstehenden Radartürme schon abgerissen. Nach dem Rückzug des Militärs von Hessens höchstem Berg kaufte die Stadt Gersfeld 2004 das Gelände, inklusive der Gebäude. Nur das verbliebene Radargerät wurde ausgebaut und auf dem militärischen Teil des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof weitergenutzt. „Das Radom steht seit über 30 Jahren. Das ist die Zeit, für die die Konstruktion ausgelegt war“, sagt Gersfelds Bürgermeister Dr. Steffen Korell. Die Kuppel, in der heute zum Beispiel Konzerte stattfinden und geheiratet werden kann, diente eigentlich als Wetterschutz für die darunter befindliche Radaranlage.
Die Farbe, die das Material vor UV-Strahlung schützt, und die Vernietung zwischen den einzelnen Platten kommen in die Jahre. „Die Kuppe muss saniert werden“, macht Korell deutlich: „Wenn man das nicht macht, bekommt man irgendwann statische Probleme.“ Ein Abriss steht nicht zur Debatte. „Das Radom steht unter Denkmalschutz, damit haben wir eine Unterhaltungspflicht und wir wollen es auch erhalten“, sagt Korell. Denn es sei ja auch ein Wahrzeichen für die Wasserkuppe, die Stadt und die Region. Ohne Radom wäre die Wasserkuppe selbst für Einheimische im Panorama nicht mehr so leicht zu finden, vermutet Korell.
Nun muss also geschaut werden, wie die Sanierung vorgenommen werden kann und wie sie bezahlt wird. Zwar ist die Stadt Gersfeld Eigentümerin des Geländes und des Gebäudes, das Radom hat sie aber zur Nutzung an die Radom Flug gGmbH übergeben. Diese ist auch für die Unterhaltung zuständig. „Aber das ist für die schlicht nicht zu stemmen“, weiß auch der Bürgermeister. Denn die Summe, die für eine Sanierung im Raum steht, beläuft sich auf circa 350.000 Euro. Da will die Stadt helfen und hofft auf weitere Unterstützung von Seiten des Landkreises und des Landes. Wann genau die Sanierung erfolgen wird, ist noch offen, aber lange aufgeschoben werden soll es nicht, angepeilt werde das Jahr 2026 oder 2027. Fest steht hingegen, dass die Sanierung im Sommer erfolgen muss. „Das geht nur bei gutem Wetter“, erklärt Korell. Ob es dadurch zu Einschränkungen für die Besucher auf dem Gipfel von Hessens höchstem Berg kommen wird, sei noch nicht absehbar.
