Bezüglich der Aufarbeitung der sexualisierten Gewalt im Bistum Fulda stellte Ute Riebold (Die Partei) eine Anfrage an den Magistrat. Sie wollte wissen, wie die Stadt mit Straßen und Plätzen umgehen wolle, die nach früheren Bischöfen und anderen Klerikern benannt seien, welche in dem Bericht aufgetaucht waren. Als Beispiele nannte sie die Johannes-Dyba-Allee, den Eduard-Schick-Platz sowie die Adolf-Bolte-Straße. Hierzu antwortete Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld: „Es ist richtig und wichtig, dass sich das Bistum Fulda aktiv dafür einsetzt, die Missbrauchsfälle aus den vergangenen Jahrzehnten konsequent und transparent aufzuarbeiten.“ Der Magistrat zolle der eingesetzten Kommission, dem Bischof und dem Bistum Fulda für diesen offenen und selbstkritischen Umgang mit den Ergebnissen Respekt. Wingenfeld führte weiter aus: „Angesichts der enormen Fülle und der Vielschichtigkeit des Materials in dem 320-seitigen Abschlussbericht der ‚Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Fulda‘ wird der Magistrat der Stadt Fulda nun im engen Dialog mit dem Bistum die im Bericht aufgezeigten Vorwürfe bewerten.“ Anschließend werde der Magistrat unter Einbindung der städtischen Gremien entscheiden, welche weiteren Schritte zur Etablierung einer angemessenen Erinnerungskultur sinnvoll seien: „Dazu gehört auch die Frage des Umgangs mit Namensbezeichnungen für Straßen und Plätze.“
Die CDU-Fraktion erkundigte sich zu den Bauarbeiten zur Umgestaltung am Jerusalemplatz. Stadtbaurat Daniel Schreiner erläuterte: „Die Tiefbauarbeiten zur Wiederherstellung der eigentlichen Grenze des alten Jüdischen Friedhofs an der Sturmiusstraße sind bereits abgeschlossen.“ Aktuell prüfe das Planungsbüro die eingereichten Angebote zu den Landschaftsbauarbeiten sowie für den Metallbau. „Der Beginn der Landschaftsbauarbeiten ist für August 2025 geplant. Die Metallbauarbeiten, die den Buchstabenzaun betreffen, sollen im September 2025 begonnen werden“, führte Schreiner aus. Die Fertigstellung sämtlicher Arbeiten zur Umgestaltung des alten Jüdischen Friedhofs sei für Februar bis März kommenden Jahres vorgesehen: „Rechtzeitig vor dem Hessentag.“
Angesichts des Wandels des stationären Handels in deutschen Innenstädten frage die SPD/Volt-Fraktion den Magistrat, wie es mit dem Warensortiment in den Fachmarktzentren Emaillierwerk und Kaiserwiesen aussehe. Hierzu konnte Schreiner berichten: „Für beide Fachmarktzentren wurde Baurecht über ein Bauleitplanverfahren geschaffen. Hierbei wurden unter anderem auch Einzelhandelsgutachten erstellt, die die Auswirkungen auf bestehende Einzelhandelslagen untersuchten und zur Sicherung der Verträglichkeit Empfehlungen zu Sortimenten und Obergrenzen für innenstadtrelevante Sortimente gaben.“ Diese Empfehlungen seien als Festsetzung in die Bebauungspläne übernommen worden. „Wiederkehrende Kontrollen, die so weit in die betrieblichen Abläufe eingreifen, sind nicht üblich und werden nur anlassbezogen durchgeführt“, ergänzte er zu den Auflagen.
