Tennis 17.07.2025

Nächster Schritt zum Profi: Bengt Reinhard unterschreibt bei der UCLA

Fulda (pf) – Bengt Reinhard hat es geschafft: Das Tennistalent aus Fulda hat sein Stipendium unterschrieben und wechselt im Herbst in die USA an die University of California, Los Angeles (UCLA). Der 18-Jährige startet in diesem Sommer schon richtig durch, schlug hoch gerankte Spieler, holte seine ersten ATP-Doppel-Punkte und auch in der 2. Bundesliga mit Sprendlingen hat er einiges vor, bevor es in die Staaten geht.

Bengt Reinhard in hellblau: Bei UCLA will er zum Profi reifen. Foto: University of California, Los Angeles / UCLA

Foto: Ralph Görlich

Bereits im vergangenen Jahr hatte Reinhard das große Ziel, aufs College zu gehen. Jetzt ist es fix: Los Angeles ist es geworden. „Die Gespräche waren echt gut“, berichtet der Tennis-Nachwuchsspieler, der zwar die Ostküste lange im Blick hatte, aber jetzt dennoch überzeugt ist: „Die Uni ist sehr professionell, weil sie auch hoch gerankt ist“. An Nummer 14 steht die UCLA in den Staaten in Sachen Tennis, doch es gab noch mehr, dass Reinhard begeisterte, als er im Februar die Uni besucht hatte: „Mir wurde ein Gefühl von Professionalität gegeben. Ich hatte auch mit einer Uni gesprochen, die um die 50 steht – da war das nicht mal so, wie ich es in Deutschland von meinen Trainern gewohnt bin. Das Commitment ist bei der UCLA einfach da, einen Spieler zum Profi entwickeln zu wollen und dafür alles zu geben“.

Vertrauen gab Reinhard außerdem, dass die UCLA Bruins schon einige Topspieler herausgebracht haben: Mackenzie McDonald beispielsweise steht aktuell auf ATP-Rang 86, Marcos Giron sogar auf 46. Ein Deutscher war auch dabei: Patrick Zahraj rangiert aktuell in den Top 300 der Welt, er hatte seinen Abschluss in Los Angeles jüngst gemacht und ist Profi geworden. „Sie entwickeln dich dort gut“, ist Reinhard überzeugt.

Außerdem trifft der Fuldaer an der Uni auf einen weiteren Deutschen: Leo von Bismarck. „Ich kenne ihn persönlich auch ganz gut, wir sind uns immer mal auf Deutschen Meisterschaften begegnet. Er kommt aus Hamburg, wir verstehen uns“, sagt Reinhard, der schildert: „Es ist ein Team, in dem alle in eine Richtung arbeiten, und nicht gegeneinander. Die Jungs nehmen das alle ernst“.

Auch UCLA-Herren-Cheftrainer Billy Martin freute sich in einer Mitteilung der Uni über den Neuzugang: Anhand anderer Deutschen in den US-amerikanischen Unis könne er einschätzen, „dass wir einen guten Spieler bekommen, der sowohl Einzel als auch Doppel spielen kann“. In beiden Disziplinen war Reinhard Deutscher Meister in der U14 und soll sich nun in LA zum Profi entwickeln. So zumindest die klare Perspektive des Fuldaers, der Mitte September rüber fliegen wird. Vier Jahre an der UCLA sind geplant, aus rechtlichen Gründen müsse Reinhard aber immer für ein Jahr neu unterschreiben. „Wenn ich gut spiele und es möglich ist, früher auf die Profi-Tour zu gehen, würde ich das auch machen. Aber geplant ist erstmal, mich gut zu entwickeln und den Abschluss mitzunehmen“.

Zuletzt war Reinhard in Kassel bei den Wilhelmshöhe Open am Start und schlug in der Quali-Runde mit dem Spanier Morillo sogar einen Top 600-ATP-Spieler. „Er war an eins gesetzt, das war schon recht ordentlich“, schmunzelt Reinhard ganz bescheiden, der in der zweiten Quali-Runde einen Deutschen rausnahm, der ebenfalls am College spielt. Im Hauptfeld scheiterte er dann allerdings an Ivan Nedelko in drei Sätzen – danach hätte der starke Spanier Carlos Sanchez Jover gewartet, ein Top-300-Spieler. „Gegen ihn hätte ich schon gerne gespielt, aber die Kräfte waren dann auch am Ende“. Reinhard hatte zuvor schon erfolgreich Hessenliga mit seiner Mannschaft gespielt.

Ebenfalls in Kassel gewann Reinhard wiederum mit Tom Sickenberger das Erstrunden-Spiel im Doppel, ehe im Viertelfinale Schluss war. Aber: Das bedeutet, dass der Fuldaer seine ersten Punkte sammelte und bald auf der ATP-Doppel-Weltrangliste steht.

Am vergangenen Wochenende startete nun auch die neue Saison in der 2. Bundesliga, in der Reinhard für Sprendlingen aufschlägt. Beim Derby gegen Eintracht Frankfurt kassierte seine Mannschaft zwar einen 4:5-Niederlage, doch der Fuldaer durfte im Einzel und Doppel ran: Er schlug Alen Mujakic mit 6:7, 6:3, 10:3, sein Doppel mit Christian Djonov verlor er knapp mit 6:4, 3:6, 5:10. Die 2. Bundesliga läuft bis Mitte August – danach freut sich Reinhard auf das Abenteuer USA.

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