Lokales FD 15.07.2025

Museum in der Gedenkstätte Point Alpha ist „Museum des Monats“

Rasdorf (pm/jah) – Große Ehre für die Gedenkstätte Point Alpha in Rasdorf: Von einer unabhängigen Jury erhielt das dortige Museum auf der Grenze von Hessen und Thüringen die Auszeichnung „Museum des Monats“. Am Montagmittag war zu diesem Anlass der hessische Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) zu Gast und überreichte den Verantwortlichen die entsprechende Urkunde, verbunden mit einem Preisgeld über 2000 Euro.

Von links nach rechts: Susanne Bott, Jan Ludwig Antoni, Birgit Konrad (Stiftung Point Alpha), Jürgen Hahn (Bürgermeister Rasdorf), Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels, Benedikt Stock (Geschäftsführer Vorstand Point Alpha), Aline Gros (Stiftung Point Alpha), Berthold Jost (Bürgermeister a.D.) und Carina Rothmann (Förderverein Point Alpha). Foto: Janosch Hensel

Der „Observation Point Alpha“ in Rasdorf war bis 1989 einer der markantesten Beobachtungsstützpunkte der US-Streitkräfte in Europa: Hier standen sich die Vorposten von NATO und Warschauer Pakt vier Jahrzehnte lang gegenüber. Die länderübergreifende Point Alpha Stiftung hat die Stätte zu einem Erinnerungsort der deutschen Teilung und einem Zentrum für Dokumentation und Erforschung des Kalten Krieges in Europa ausgebaut. Für dieses Engagement hat Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels die Ausstellung in Point Alpha am Montag als „Museum des Monats“ ausgezeichnet.

Damit verbunden sind 2000 Euro Preisgeld, der Besuch des Museums war gleichzeitig eine Station der diesjährigen Sommerreise des Ministers. „Die Gedenkstätte Point Alpha ist ein authentischer Schauplatz des Kalten Krieges. Wenn man durch die Ausstellung wandert, spürt man fast die damalige extreme Spannung zwischen Ost und West, sieht die Schicksale und Lebensgeschichten, die mit der deutschen Teilung verbunden sind. Ich danke den Mitgliedern der Stiftung für ihr großartiges Engagement und gratuliere zur Auszeichnung. Die 2000 Euro sollen ein kleiner Motivationsschub zur Weiterentwicklung hier vor Ort sein“, so Kunst- und Kulturminister Gremmels. „Besonders beeindruckt mich, wie das Museum für die Jugendlichen in beiden Bundesländern – Hessen und Thüringen – einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Bildung liefert. Mit altersgerechten Angeboten wird hier eine Zeit greifbar gemacht, die noch nicht lang zurückliegt – und für viele jungen Menschen dennoch kaum greifbar ist.“

Das Museum in der Gedenkstätte beleuchtet die innerdeutsche Teilung von beiden Seiten der Grenze aus: In Hessen stehen die Einrichtungen des amerikanischen Militärcamps im Kontext der NATO-Strategie im Fokus. Auf thüringischer Seite zeigt das „Haus auf der Grenze“ das Leben im DDR-Sperrgebiet vor dem Hintergrund des Warschauer Paktes. In der Ausstellung zeigt ein animierter Strategie-Tisch die militärischen Planungen für einen Kriegsfall im „Fulda Gap“. Zeitzeugen aus der Region erzählen ihre Geschichten von Flucht, Zwangsaussiedlung und dem Leben an und mit der Grenze. Auch das „Grüne Band“, der ehemalige Todesstreifen an der Grenze, und seine Entwicklung zum Naturschutzprojekt sind Thema. Timon Gremmels konnte sich bei einer Führung ein perfektes Bild der Gedenkstätte machen, die Point-Alpha-Mitarbeiter Tim Keller und Johannes Schneider versorgten den Minister und seine Delegation mit allerhand Informationen über die Geschichte des ehemaligen Militärstützpunktes. „Man sieht hier ein Konzept der Freiheit gegenüber einem Konzept der Unterdrückung, wenn man an gewisse Beispiele wie Russland denkt. Deswegen ist es auch so wichtig, dass die Landesregierung hier einen Schwerpunkt setzt. Denn dafür steht Point Alpha: Dass die Freiheit am Ende siegt“, sagte beispielsweise der Landtagsabgeordnete Sebastian Müller (CDU).

Die Jury lobte vor allem, dass das Museum ein junges Publikum anspricht: zum Beispiel mit einem Fotokurs, einem Workshop über die Breakdance-Kultur in der DDR und interaktiven History Games. Damit erfülle das Museum auf beeindruckende Weise seine Rolle als Ort der kulturellen Bildung und außerschulischer Lernorte. Die Preisträger des „Museums des Monats“ werden von einer Jury bestimmt. Ihr gehören jeweils zwei Vertreter und Vertreterinnen des Hessischen Ministeriums für

Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur und des Museumsverbands Hessen an. Zudem wird eine weitere Fachperson, je nach Schwerpunkthema, in die Jury berufen. Die Jury legt auch das Preisgeld für das jeweilige Museum fest – es liegt zwischen 1000 und 2000 Euro. Die Schwerpunktthemen wechseln jedes Jahr. Im Jahr 2025 liegt der Fokus auf innovativen Vermittlungsangeboten für Kinder und Jugendliche – entsprechend entschied sich das Auswahlgremium jetzt auch für das Museum auf Point Alpha.  „Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier wird eine äußerst wertvolle Arbeit geleistet, auch im Hinblick auf die Sensibilisierung hinsichtlich Themen, die in der Geschichte schon weiter zurückliegen. Es ist ein zeitgemäßer Lernort, an dem auch entscheidende Demokratiearbeit geleistet wird“, so Timon Gremmels abschließend. „Und die Demokratie zu schützen ist gerade in den heutigen Zeiten enorm wichtig“, verwies der Kunst- und Kulturminister auf Beispiele wie den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels auf Point Alpha. Fotos: Janosch Hensel